Aus- und Fortbildung
Berufsausbildung zum Tierwirt, Fachrichtung Imkerei

Ein großer Teil der Imkerinnen und Imker in Deutschland bewirtschaften zwischen 6 und 8 Bienenvölker und die Betriebe haben keinen Erwerbscharakter. In Berufsimkereien werden, je nach Ausrichtung des Betriebs, mehrere Hundert Völker bewirtschaftet. Für den Betrieb einer Berufsimkerei ist eine Berufsausbildung nicht vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen.

Das Berufsbild

Die Imkerei bedeutet Arbeiten in und mit der Natur. Imkerinnen und Imker haben einen sehr abwechslungsreichen Beruf, der Einsatzbereitschaft und selbstständiges Arbeiten erfordert. Zu den Arbeiten in der Imkerei gehören die Betreuung von Bienenvölkern, die Jungvolkbildung und Königinnenzucht, die Ernte und Verarbeitung von Honig und Wachs sowie die Vermarktung von Bienenprodukten. Neben den Arbeiten an den Bienen sind auch handwerkliches Geschick bei der Erstellung und Reparatur von Betriebsmitteln, zum Beispiel von Bienenkästen gefordert.

Persönliche Anforderungen

Wer eine Imkerei betreibt, muss Begeisterung für Bienen mitbringen. Wichtig ist auch das Wissen um die Bienenweide, also Kenntnisse über die Trachtpflanzen für Bienen. Im Rahmen der Ausbildung werden Grundlagen vermittelt, aber Imkerinnen und Imker müssen fortlaufend lernen, die Bienen und die jeweiligen Umweltbedingungen zu bewerten.
Die Arbeit mit Bienen setzt voraus, dass keine Allergie gegen Bienengift vorliegt. Dies sollte im Zweifelsfall von einem Arzt überprüft werden. Die Arbeiten in der Imkerei sind häufig mit dem Heben und Tragen von schweren Lasten verbunden; körperliche Leistungsfähigkeit ist auch bei Einsatz von technischen Hilfen erforderlich. In der Imkerei liegt die Arbeitsspitze im Frühjahr und Sommer, in dieser Zeit müssen die Bienenvölker intensiv betreut werden, und es gibt wenig Freizeit.
Für die Anfahrt der Bienenstände ist ein Fahrzeug erforderlich und damit auch ein Führerschein. Viele Betriebe vermarkten Ihre Produkte direkt auf Wochen- und Weihnachtsmärkten oder im Hofladen. Ein freundlicher Umgang mit Kunden und die Bereitschaft auf Menschen zuzugehen, sind daher ebenfalls wichtig.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zur Tierwirtin / zum Tierwirt Fachrichtung Imkerei gehört zum Bereich der landwirtschaftlichen Berufsausbildung. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat auf der nachstehenden Internetseite wichtige Informationen, Rechtsvorschriften und Vorlagen zusammengestellt.

Allgemeine Informationen zur Berufsbildung Externer Link

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. In Bayern ist als erstes Ausbildungsjahr das Berufsgrundschuljahr vorgeschrieben. Dieses Vollzeitjahr wird gemeinsam mit den Landwirten durchgeführt. Ein Ausbildungsvertrag ist hierfür nicht erforderlich. Der erfolgreiche Besuch des Berufsgrundschuljahres wird in der Regel als erstes Jahr der Berufsausbildung angerechnet.
Es schließt sich eine zweijährige betriebliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb an. Personen, die bereits über eine abgeschlossene Ausbildung, Fachabitur oder Abitur verfügen, können ihre Ausbildung verkürzen; das Berufsgrundschuljahr entfällt dann.
Ausbildungsbetriebe können über die Datenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gesucht werden.

Ausbildungsbetriebe im Agrarbereich Externer Link

Weitere Informationen erhalten Sie durch die Ausbildungsberatung der LWG:

Herr Michael Braun
An der Steige 15
97209 Veitshöchheim
Tel.: 0931 9801-213

Für alle Auszubildenden im Beruf Tierwirtin bzw. Tierwirt der Fachrichtung Imkerei findet der Berufsschulunterricht in Celle (Niedersachsen) als Blockunterricht in den Wintermonaten statt. Die Zwischen- und Abschlussprüfungen werden ebenfalls in Niedersachsen abgelegt. Für den Besuch der Berufsschule kann ein Reisekostenzuschuss beantragt werden.

Inhalt der Ausbildung

Die Inhalte der Ausbildung sind in der Ausbildungsverordnung geregelt. Der Ausbildungsrahmenplan gibt vor, in welchem Ausbildungsjahr die Inhalte vermittelt werden.

Infoblatt zu den Ausbildungsinhalten pdf 135 KB

Im Rahmen der Ausbildung muss ein schriftlicher Ausbildungsnachweis (Berichtsheft) geführt werden, in dem die Auszubildenden den Verlauf der Ausbildung in Form von Wochen- und Erfahrungsberichten dokumentieren.

Abschlussprüfung ohne betriebliche Ausbildung (Zulassung nach §45(2) BBiG)

Imkerinnen und Imker, die über eine mehrjährige Berufspraxis verfügen, können die Abschlussprüfung ohne betriebliche Ausbildung ablegen.

Vorbereitungslehrgang und Abschlussprüfung 2020/21

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) bietet 2021 einen Vorbereitungslehrgang und eine Abschlussprüfung für Personen ohne betriebliche Ausbildung an.

Berufsaussichten

Tierwirte der Fachrichtung Imkerei können nach Abschluss Ihrer Ausbildung in Berufsimkereien, staatlichen Betrieben (Bieneninstituten, Imkerschulen) und auch in der Privatwirtschaft (Honigverarbeitende Betriebe, Prüfeinrichtungen der Ökotoxikologie) einen Arbeitsplatz finden. Die Anzahl der verfügbaren Arbeitsplätze ist sehr begrenzt.
Der Aufbau einer eigenen Imkerei sollte sorgfältig geplant werden, da für den Aufbau eines ausreichenden Völkerbestandes, und vor allem für den Aufbau der Vermarktung mehrere Jahre zu berücksichtigen sind.
Unterstützung bei der Betriebsgründung bietet die staatliche Fachberatung für Bienenzucht des Instituts für Bienenkunde und Imkerei.

Fachberatung in Bayern

Fortbildung

Nach Abschluss der Berufsausbildung und einer zweijährigen Berufspraxis besteht die Möglichkeit der Fortbildung zum Tierwirtschaftsmeister oder zur Tierwirtschaftsmeisterin, Fachrichtung Imkerei. Zur Prüfungsvorbereitung werden spezielle Lehrgänge angeboten.