Berufsausbildung zum Tierwirt, Fachrichtung Imkerei

Wer Interesse an Honigbienen hat, kann Imker werden - Hobbyimker mit einigen Bienenvölkern im Garten, er kann sein Steckenpferd zum Nebenerwerb ausbauen - oder die Imkerei als Beruf erlernen.

Die Tätigkeit des Imkers ist volkswirtschaftlich und für die Natur überaus wichtig, denn erstens bringen Bienen das gesunde Lebensmittel Honig, und zweitens, und das vor allem, bestäuben Bienen die bunt blühenden Nutzpflanzen und viele Wildpflanzen, die für den Menschen und eine Vielzahl von Tieren zur Nahrungsversorgung lebenswichtig sind.

Berufsbild, Tätigkeit des Imkers

Die heutige Berufsimkerei setzt einen Beruf fort, den es bereits im Mittelalter gab, als die Zeidler als kaiserliche Beamte oder Angestellte der Grundherren die Waldbienenpflege betrieben. Die Imkerei ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf, der Einsatzbereitschaft und selbständiges Arbeiten verlangt, körperliche Anforderungen stellt, interessant ist und ein Arbeiten in der Natur ermöglicht, besonders in der Vermarktung auch viel Kontakt mit anderen Menschen bringt.
Zur Tätigkeit des Imkers gehört unter anderem:
Betreuung der Bienenvölker, Aufzucht von Königinnen, Honigernte und -pflege, Holzarbeiten (zum Beispiel Anfertigung, auf jeden Fall aber Reparatur von Bienenkästen), Wachsgewinnung, teilweise auch Veredelung von Bienenprodukten wie Honig und Wachs. Der kaufmännische Bereich in der Imkerei hat sich in den letzten Jahren sehr ausgeweitet, die Selbstvermarktung von Bienenprodukten hat deutlich zugenommen, manche Imker haben sich auch auf den Verkauf von Königinnen, Ablegern oder Völkern spezialisiert.

Anforderungen an einen Imker oder an eine Imkerin

Wer sich mit Bienen befaßt, darf nicht allergisch gegen Bienengift sein, einige Ausbildungsbetriebe verlangen hierüber einen ärztlichen Nachweis. Ein Imker muß körperlich leistungsfähig sein , denn trotz aller technischen Hilfen gibt es in der Imkerei immer zu heben und zu tragen, viele Arbeiten lassen sich außerdem nur im Stehen verrichten. In der Hauptsaison von Mai bis Juli muß ein Imker bereit sein, auf Freizeit zu verzichten, denn in dieser Zeit erfordert eine erfolgreiche Imkerei viel Zuwendung! Ein Auszubildender braucht noch keinen Führerschein, im Beruf ist er aber später erforderlich. Der Beruf ist auch für Frauen geeignet, die körperliche Arbeit nicht scheuen. Und dann sollte auf jeden Fall Interesse für Bienen da sein, denn ohne das bringt der Beruf keine Befriedigung, es wird sich bei den vielen und sehr unterschiedlichen Anforderungen an den Imker auch kaum Erfolg einstellen.

Ausbildung

Die imkerliche Berufausbildung gehört zum Bereich der Landwirtschaft. Rechtsvorschriften, Tarifinformationen etc. finden Sie auf der Homepage des Ministeriums.

Allgemeine Informationen zur Berufsbildung Externer Link

Die Ausbildung zum Imker erfolgt in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb, der nach modernen Gesichtspunkten geführt wird. Ausbildungsbetriebe können über die Datenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten gesucht werden beziehungsweise erfahren Sie auf Anfrage beim Fachzentrum Bienen.

Ausbildungsbetriebe im Agrarbereich Externer Link

Die Ausbildung zum Tierwirt der Fachrichtung Imkerei, wie der Imker offiziell bezeichnet wird, dauert drei Jahre. Davon ist das erste Jahr als Berufsgrundschuljahr im agrarischen Bereich zu absolvieren, danach folgen zwei praktische Ausbildungsjahre in einer größeren Imkerei. Nach dem ersten praktischen Jahr findet eine Zwischenprüfung statt, zum Ende der Lehrzeit folgt die Abschlussprüfung.

Ausbildungsinhalte pdf 135 KB

Berufsaussichten

Mit einer guten Ausbildung kann man sich als Imker selbständig machen. Dazu muß man aber eine längere Aufbauphase einplanen, um einen ausreichenden Völkerbestand und gleichzeitig auch einen guten Absatzmarkt aufzubauen. Die erforderlichen finanziellen Mittel für eine Berufsimkerei sind nicht unerheblich! Wer sich im Aufbau auf eine eventuell in der Familie vorhandene Nebenerwerbsimkerei stützen kann, wird den Start sehr viel leichter bestehen als ein völliger Anfänger. Vor zu viel Optimismus muß in jedem Fall gewarnt werden: die Konkurrenz des Auslands im Honigverkauf ist groß, auch darf die Unsicherheit in der Honigernte im mitteleuropäischen Raum aufgrund der vergleichsweise schwierigen Wetterverhältnisse nicht unterschätzt werden.
Verschiedentlich besteht die Möglichkeit, als angestellter Imker zu arbeiten. Größere Imkereien helfen sich aus Kostengründen zwar überwiegend mit Familienangehörigen oder mit Saison-arbeitskräften durch, doch ist qualifiziertes Personal zum Beispiel an Bieneninstituten, landwirt-schaftlichen Fachhochschulen sowie gelegentlich an zoologischen Abteilungen von Universitäten immer wieder gefragt. Insgesamt ist die Stellenzahl hier aber doch eher gering.
Immer wieder wird von jungen Fachkräften auch die Möglichkeit genutzt, im Entwicklungsdienst zu arbeiten, denn in vielen Entwicklungsländern ist imkerliche Fachkenntnis sehr gefragt. Nicht selten bemühen sich junge Imker auch um Arbeitsaufenthalte im Ausland (zum Beispiel in den Vereinigten Staaten, Südamerika, Afrika, Australien oder Neuseeland), denn sie bringen immer Berufserfahrung, die sowohl beim Schritt in die Selbständigkeit als auch bei der Bewerbung um eine Stelle von Vorteil ist.

Weiterbildung

Nach einer beruflicher Tätigkeit in der Imkerei kann und sollte die Meisterprüfung angestrebt werden.