Maßnahmen zur Völkerführung
Bienenpflege

Kontrolle Einer Wabe
Aufbauend auf dem natürlichen Jahreslauf in der Entwicklung der Honigbienen werden die jahreszeitlichen Ziele in der Völkerführung und die Routinearbeiten beschrieben. In den jahreszeitlichen Zusatzthemen finden Sie häufig nachgefragte Themen, die einen engen zeitlichen Bezug haben. Ein Zeitraum lässt sich in der Natur nur schwer genau fassen.
Um Ihre regional spezifische "Bienenzeit" zu bestimmen, haben wir die relativ groben Angaben zum Kalender, dem Entwicklungsstand der Natur und des Bienenvolkes neben einander gestellt. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die imkerlichen Pflegemaßnahmen, die nach ihrer Wirkungsweise gegliedert sind.

Jahreslauf Pflege

Vom Zustand der Völker abhängig können durch den Bienenhalter neben den Routinearbeiten bei Feststellung von bestimmten Anzeichen oder in bestimmten Situationen auch weitere Arbeiten anfallen. Voraussetzung hierfür ist eine gezielte

Volkskontrolle

An anlassbezogenen Arbeiten steht eine Reihe von Einzelmaßnahmen mit unterschiedlicher Wirkungsweise zur Verfügung.

Bienenpflege - Maßnahmenübersicht

Spätsommerpflege

Zur Bestimmung des Raumangebotes wird eine Kippkontrolle vorgenommen.
Das Bienenvolk bereitet sich auf die Winterruhe vor. Die Aktivitäten der Bienen insbesondere das Sammel- und Brutverhalten werden reduziert. Die Drohnen werden aus dem Stock geworfen. Die Königin reduziert die Eiablage. Es werden Winterbienen gebildet, die sich ein Eiweißfettpolster für den Winter anfressen, sich weniger an den Arbeiten im Volk beteiligen und damit langlebiger werden. Starke Völker versuchen schwächere auszuräubern. Aufgrund der zurück gehenden Volkstärke steigt die Gefahr durch Varroaschäden.

Zeitraum

  • Mitte Juli /August/September
  • nach Ende der Spättracht
  • bei Reduzierung der Bruttätigkeit bis zum Abschluss des Massenwechsels
Ziel
Die Ernte der Spättracht gehört für die meisten Imker zu den ersten Arbeiten in der Spätsommerpflege. Eine Verschlechterung der Versorgungslage würde zu einer Einschränkung der Bruttätigkeit führen. Durch imkerliche Maßnahmen wird versucht, diese im Sommer aufrecht zu erhalten.Eine Behandlung der Varroamilben bildet die Grundlage für den Aufbau gesunder und starker Wintervölker. Die Anpassung des Raumangebotes kann genutzt werden, um Altwaben aus dem Volk zu entfernen.

Jahreszeitliche Probleme und Fehler

  • Bei abgeschwärmten Völkern, die nicht erfolgreich beweiselt werden konnten, tritt verstärkt Drohnenbrütigkeit auf.
  • Bienen ertrinken bei Fütterung durch fehlende Schwimmer oder Abstiegshilfen
  • Durch unsachgemäße Fütterung werden schwache Völker ausgeräubert.
  • Varroaprobleme werden aufgrund zu geringer Kontrolle nicht erkannt.

Winterarbeiten

Das Bienenvolk befindet sich je nach Temperaturverlauf mehr oder weniger eng in der Wintertraube. Die Bienen heizen sich gegenseitig und zehren an den eingelagerten Futtervorräten. Kühle Temperaturen und Schnee zwingen die Bienen über längere Zeiträume dazu, im Stock zu bleiben.

Anlassbezogene Arbeiten

Zeitraum

  • ab September/Oktober bis etwa Januar/Februar
  • Trachtfreie Zeit (Ausnahmen: z.B. späte Zwischenfrüchte)
  • nach Massenwechsel bis Reinigungsflug
Ziel
Durch die Kälte sind die Bienen in ihrer Aktivität eingeschränkt. Störungen des Volkes sollten vermieden und Eingriffe auf das notwendige Maß begrenzt werden. Die Routinearbeiten spielen sich deshalb hauptsächlich in den Betriebsräumen ab und beschäftigen sich mit der Vorbereitung der nächsten Saison.

Jahreszeitliche Probleme und Fehler

  • Varroaverluste, da Reinvasion durch fehlende Milbenkontrolle nicht erkannt wurde
  • Vor der Winterbehandlung gegen die Varroamilbe wird Kontrolle auf Brutfreiheit vergessen.
  • Völker verhungern, weil sie den Anschluss an das Futter verlieren oder keine Futtervorräte mehr vorhanden sind, besonders bei wechselhaftem Witterungsverlauf.

Frühjahrsarbeiten (Durchlenzen)

Die Königin steigert ihre Bruttätigkeit. Die vorhandenen Winterbienen sterben langsam ab und werden durch junge Bienen ersetzt. Die Volksstärke sinkt am Anfang dieser Übergangszeit. Das Volk trägt ersten Pollen von Frühjahrsblühern, Hasel und Weide in den Bienenstock, die dringend für die Fütterung der Brut benötigt werden.

Zeitraum

  • Februar bis April
  • Hasel- bis Obstblüte
  • ab Reinigungsflug bis Schwarmzeit
Ziel
In der Phase des Massenwechsels reagiert das Volk gegenüber starken Veränderungen im Umfeld sensibel. Temperatureinbrüche können die Entwicklung negativ beeinflussen. Am Ende sollten rechtzeitig zu Beginn der intensiven Blühphase im Frühjahr gesunde, starke Trachtvölker stehen.

Jahreszeitliche Probleme und Fehler

  • schwache, kranke Völker werden nicht aufgelöst und stecken andere Völker mit Krankheiten an
  • Futterwaben von toten Völkern werden aufgehoben.
  • Nach Kälteeinbrüchen versuchen die Bienen ihre Brut zu wärmen und verlieren den Anschluss an das Futter
  • Bei schlechter Witterung im Frühjahr wird das Futter knapp!

Sommerarbeiten (Arbeiten während der Schwarmzeit)

Die Bienenvölker sind voll entwickelt. Der Schwarmtrieb setzt ein und Honigvorräte werden angelegt. Den Bienen steht in der Regel ein großes Nahrungsangebot zur Verfügung. Abgeschwärmte Völker ziehen eine Königin nach, hierbei können Verluste der jungen Königin z.B. bei der Paarung entstehen. Schwärme bauen neue Völker auf.

Zeitraum

  • April bis Juli
  • während Haupttrachtzeit
  • Beginn der Schwarmzeit bis Einsetzen des Massenwechsels
Ziel
Die gut entwickelten Völker sollen in ihrer Leistungskraft erhalten werden. Dieser Zeitabschnitt steht den Bienenhaltern auch zur Verfügung, um sich aktiv um die Volkserneuerung zu kümmern. Junge Völker und leistungsfähige Königinnen stellen eine wichtige Grundlage für das folgende Bienenjahr dar. Abgeschwärmte Völker sollten wieder mit einer Königin in Eilage versorgt sein.

Jahreszeitliche Probleme und Fehler

  • Schwarmzellen werden in bereits abgeschwärmten Völkern zerstört, so dass keine Königin mehr schlüpfen werden kann
  • Zahl der erzeugten Winterbienen ist zu gering, weil Honigernte und Varroabehandlung zu lange hinausgezögert werden.