Bienenkrankheiten bestimmen

Nachfolgend soll Ihnen der Weg zur Diagnose einer krankhaften Erscheinung bei Ihren Bienenvölkern aufgezeigt werden. Es muss jedoch darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine sichere Feststellung der Krankheit oftmals nicht so einfach möglich ist, da die Erscheinungen mehreren Krankheiten zugeordnet werden können oder durch Sekundärkrankheiten nicht eindeutig sind.

Routinekontrollen

Im Rahmen der Volkskontrollen achten die Imker regelmäßig auf die Volksstärkenentwicklung, Auffälligkeiten im Brutnest (z. B. Lücken, nicht geschlüpfte Zellen) oder Kotspritzer auf den Waben. Werden hier Unregelmäßigkeiten festgestellt, steckt oftmals eine Krankheit dahinter und eine nähere Untersuchung ist notwendig.

Volkskontrolle

Suche nach speziellen Krankheitsanzeichen am Bienenstand

Zunächst erfolgt die Suche nach konkreten Anzeichen am betroffenen Volk auf dem Bienenstand. In der nachfolgenden Kurzbeschreibung sind die häufigsten Bienenkrankheiten mit ihren äußeren Anzeichen (klinische Symptome) beschrieben. Hierdurch können Sie eine erste Einschätzung vornehmen, um welche Art von Erkrankung es sich bei den Bienen handeln könnte.

Krankheitsuntersuchung am Bienenstand pdf 188 KB

Laboruntersuchung

Eine genaue Diagnose kann oft erst durch eine entsprechende Untersuchung im Labor erfolgen. Dies erfolgt in der Regel kostenfrei!
Welche Proben für eine Laboruntersuchung bei entsprechendem Krankheitsbild sinnvoll und möglich sind, erfahren Sie von Ihrem zuständigen Fachberater.

Fachberater

Um ein aussagekräftiges Untersuchungsergebnis zu bekommen, müssen die Proben richtig entnommen werden und ausreichend groß sein. Hinweise zur Erstellung der Laborproben sind im nachfolgenden Dokument zusammengefasst:

Hinweise zur Probenziehung pdf 166 KB

Neben der Laborprobe wird ein formloser Untersuchungsantrag benötigt, der folgende Angaben enthält:
  • Name und Anschrift des Imkers
  • Stocknummer
  • Landkreis (nicht nur für den Wohnort des Imkers, sondern auch für den Standort der Bienen)
  • Bei Krankheitsverdacht sind möglichst die Begleitumstände, sonstige Beobachtungen zu abnormalem Verhalten darzustellen!
Wird die Probe über den staatlichen Bienenzuchtberater eingereicht, genügt der Untersuchungsauftrag des Fachberaters.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim
Tel.: 09 31/9801-(0)
Fax: 0931 / 9801-100
E-Mail: poststelle@lwg.bayern.de

Weitere Untersuchungen, die nicht vom Institut für Bienenkunde und Imkerei durchgeführt werden können, sind über den Tiergesundheitsdienst möglich. Informationen hierzu finden Sie unter:

Bienengesundheitsdienst Bayern Externer Link

Gesetzlich geregelte Spezialfälle

Besonderheiten bei Bienenseuchen (Bienenseuchenverordnung)

Besteht Verdacht auf eine Bienenseuche nach der Bienenseuchenverordnung, insbesondere der Amerikanischen Faulbrut, muss sofort der Amtstierarzt am Landratsamt oder der Stadtverwaltung eingeschaltet werden.

Veterinärämter Bayern Externer Link

Die Untersuchungen am Bienenstand erfolgen dann direkt durch den Amtstierarzt oder einer von ihm beauftragten Person. Hierfür werden in der Regel die ehrenamtlichen Gesundheitswarte der Verbände herangezogen. Die Laboruntersuchung erfolgt beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Diagnostik von Bienenkrankheiten am LGL Externer Link

Besonderheiten bei Bienenvergiftung (Bienenschutzverordnung)

Besteht ein Verdacht auf Bienenvergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder Frevel sollte die Untersuchung am Bienenstand sowie die Probenziehung unter Zeugen erfolgen. In diesen Verdachtsfall kann direkt ein Untersuchungsantrag an das Julius-Kühn-Institut gesendet werden. Eine Probenziehung auf fremden Ackergrundstücken darf nur vom Pflanzenschutzbeauftragten der Landwirtschaftsverwaltung (Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern) oder der Polizei vorgenommen werden.