Varroa unter Kontrolle
Was tun bei unklarer Varroasituation im Frühjahr?

Varroa Auf Puppe
Des öfteren sind Imker verunsichert wie die Varroabefallssituation im Frühjahr einzuschätzen ist. Speziell aufgrund unzureichender Wirksamkeit der Varrobehandlung im vorherigen Jahr oder weil die Behandlung nur unzureichend durchgeführt wurde, kann der Milbenbefall im Frühjahr schon so hoch sein, dass die Völker die Schadensschwelle bis zum Zeitpunkt der Sommerbehandlung überschritten haben.
Grundsätzlich gilt, während der Aufwärtsentwicklung der Bienenvölker sind Schäden durch Varroa noch relativ selten, erst wenn die Brutmenge nicht mehr zunimmt sondern abnimmt kommt es zu einer dramatischen Verschärfung der Situation.
Um die Befallssituation der Völker einschätzen zu können, sollte zum Zeitpunkt der Salweidenblüte ein Diagnosegitter für ca.14 Tage eingelegt und der natürliche Milbenabfall erfasst werden. Liegt dieser höher als 10 Milben pro Tag sind Maßnahmen noch vor der Sommerbehandlung zwingend notwendig um das Überleben der Völker sicherzustellen.

Volkskontrolle-Gemülldiagnose pdf 344 KB

Im Rahmen eines modernen, integrierten Bekämpfungskonzeptes sollte grundsätzlich mit biotechnischen Maßnahmen während der Trachtzeit die Varroabefallsentwicklung ausgebremst werden. Dies gilt umso mehr wenn im Frühjahr schon ein hoher Befallsdruck der Völker erkennbar ist. Als biotechnische Massnahmen kommen hierbei Drohnenbrutschneiden, Ablegerbildung, Brutpausen und Drohnenfangwaben in Frage (Details siehe Broschüre der AG Bieneninstitut: „Varroa unter Kontrolle“). Je nach Maßnahme und Intensität kann auf diesem Weg die Milbenbelastung bis zum Zeitpunkt der Sommerbehandlung auf ca. 50% reduziert werden.

Varroa unter Kontrolle pdf 11,0 MB

Der Einsatz von Behandlungsmitteln kurz vor oder während der Trachtzeit in Wirtschaftsvölkern verbietet sich von selbst, aufgrund der Gefahr von Rückständen in den Bienenprodukten. Sollten unmittelbare Notmaßnahmen zu diesem Zeitpunkt notwendig sein um die Völker zu retten, muss auf die Honigernte verzichtet werden.
Als Notmaßnahmen kommen dabei in Frage:
  • Kunstschwarmbildung und Behandlung mit Milchsäure
    (sprühen)
  • Volk mit Brut: Behandlung mit Ameisensäure oder Thymol
  • Eine Notmaßnahme, die ohne den Einsatz von Medikamenten auskommt, ist die Entnahme der gesamten gedeckelten Brut gegen Ende der Frühtracht. Diese Wirtschaftsvölker können auch spätere Trachten noch nutzen.