Wenn Imker zu „Ersthelfern“ werden
Bienengesundheit weiter im Fokus

Biene beim Sammeln von Pollen auf einer Blühte
Auch ein Bienenvolk wird mal krank. Dann ist es wichtig, dass der Imker sein Handwerk beherrscht – und auch rechtzeitig eingreift. Doch dafür muss er die kleinen Tiere immer im Blick haben und Krankheiten frühzeitig erkennen können. Was macht die Varroamilbe eigentlich genau im Bienenvolk und wie geht es ihr möglichst effektiv an den Kragen? Woran erkenne ich Anzeichen einer Vergiftung und was muss ich dann tun? Wie äußert sich die Amerikanische Faulbrut und welche Maßnahmen sind wann und wie zu ergreifen? Diese und viele weitere Fragen beantwortet der Kurs „Bienenkrankheiten“, der vom Institut für Bienenkunde und Imkerei vom 09.10. – 11.10.2018 angeboten wurde, und wie immer restlos ausgebucht war.

Ungebrochen große Nachfrage

Seit Jahren zählt der Kurs, der an drei Tagen alles Wissenswerte rund um die Bienengesundheit vermittelt, zu den gefragtesten Lehrveranstaltungen des Instituts für Bienenkunde und Imkerei. 40 Imkerinnen und Imker aus ganz Bayern waren Mitte Oktober an der LWG, um mehr über die Krankheiten der Honigbiene und deren Behandlungsmöglichkeiten zu lernen. Die Kursteilnehmer waren aber nicht ausschließlich „Jungimker“, die erst seit Kurzem Honigbienen halten, es waren auch „alte Hasen“ dabei, die mitunter jahrzehntelange Erfahrung mitbringen, sich aber auf den neuesten Stand bringen wollten.

Theorie für die Praxis

Nach einer Begrüßung durch Institutsleiter Dr. Stefan Berg, ging es gleich in die Vollen: Einer Einheit über die Anatomie der Honigbiene folgten Vorträge über die Darmerkrankung Nosemose, die exotischen Schädlinge Kleiner Beutenkäfer, Asiatische Hornisse und Tropilaelaps-Milbe und die Biologie und Bekämpfung der Varroamilbe (Bild 1). Am Nachmittag des ersten Tages wurden die verschiedenen Möglichkeiten zur Varroabekämpfung im Sommer und im Winter durch die Imker des Instituts praktisch demonstriert.
Alles Wissenswerte rund um die Bienegesundehit auf einen Blick:
Auf unserer Homepage finden Sie eine umfangreiche Sammlung von Merkblättern und Infoschriften zu den verschiedensten Krankheitsbildern. Natürlich ist es auch möglich, an einem der nächsten „Bienenkrankheitskurse“ teilzunehmen. Für genauere Informationen können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen (Tel. 0931 9801-352, IBI@lwg.bayern.de).

Krankheitsbilder richtig erkennen

Der zweite Tag startete ebenso spannend mit Themen wie den Anzeichen einer Vergiftung oder Virusinfektionen. Aber auch weitere Schädlinge der Honigbiene wurden besprochen. Am Nachmittag ging es zum einen ins Labor um dort verschiedene Krankheitsbilder und Schädlinge anhand von Präparaten und Untersuchungsmethoden kennen und bestimmen zu lernen, zum Anderen gab es eine praktische Lehrstunde im „Lesen“ des Bodenschiebers, der weit mehr als nur den aktuellen Befallsgrad mit der Varroamilbe verrät.

Gefahr für den Bienenachwuchs

Der dritte und letzte Tag stand komplett im Zeichen der Amerikanischen Faulbrut (AFB). Da diese Erkrankung der Bienenseuchenverordnung unterliegt, sind bei der AFB einige Gesetze und Verordnungen zu befolgen, die es ebenfalls im Kurs zu vermitteln galt. Auch hier wurde nach der Theorie in einem Praxisteil gezeigt, woran man Faulbrut erkennt, wie man ein Kunstschwarmverfahren anwendet und Bienenbehausungen gesetzeskonform beseitigt/reinigt und desinfiziert.

Augen offen halten!

Nur durch die regelmäßige Kontrolle seiner Bienen erkennt der Imker frühzeitig, wenn ein Volk erkrankt und kann mit den entsprechenden Maßnahmen unmittelbar gegensteuern. Eine Krankheit zweifelsfrei zu erkennen erfordert aber Wissen, das in diesem Kurs vermittelt wurde. Nach drei Tagen, vollgepackt mit theoretischem und praktischem Wissen, stellten sich schließlich noch 16 Kursteilnehmer der schriftlichen Prüfung zum Fachwart und 21 Bienensachverständigen.