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Glücksrad als Publikumsmagnet
Versuchen Sie Ihr Glück: das Glücksrad als Publikumsmagnet für imkerliche Ausstellungen
Haben Sie schon einmal an einem Glücksrad gedreht? Hoffentlich, anderenfalls wäre Ihnen ein großer Spaß entgangen. Da dreht sich ein Rad voller Fragen, ein kleiner Zeiger oben bremst den Schwung, bis es schließlich stehen bleibt, und dann kommt´s: eine Frage muss beantwortet werden, voller Spannung steht man da und HOFFT, dass man die Lösung weiß und irgend etwas gewinnen wird. So spannend wie auf dem Jahrmarkt, nein, noch VIEL spannender stellt sich das Glücksrad auf einer Imkerveranstaltung dar und zieht ständig Besucher an. Aber der eigentliche Vorteil liegt nicht alleine beim Besucher, er liegt vor allem auf der Seite der Veranstalter: mit dem Ratespiel lässt sich eine solche Vielzahl von Themen anschneiden, wie sie sich auch auf mehreren Informationstafeln gar nicht unterbringen lässt. Und wenn das Glücksrad von einem Fachmann oder einer Fachfrau in Sachen Bienen betreut wird, lassen sich damit interessante, ausgefallene und unterhaltsame Gespräche führen mit Besuchern, die sonst vielleicht einfach vorbei gingen! Wir haben das Glücksrad inzwischen bei etlichen größeren Ausstellungen wie Bundesgartenschau und Landesgartenschau eingesetzt und jedes Mal so viel Erfolg damit gehabt, dass wir auch andere an Öffentlichkeitsarbeit Interessierte dafür begeistern wollen.
Das Glücksrad: die Konstruktion
Unser Glücksrad wurde aus Holz hergestellt und passt damit gut zur Imkerei mit ihrem Anspruch an natürliche Materialien. Auf einen fünfbeinigen Fuß mit feststellbaren Rädern wird ein Ständer gesetzt, an dem eine drehbare Holzscheibe von ca. 1 m Durchmesser leichtlaufend befestigt wird. Am Rand der Scheibe stehen in gleichmäßigen Abständen Zapfen. Oben ragt ein kurzer Arm über das Rad. Am äußersten Ende dieses Armes ist eine Art Zeiger, eine kräftige, leicht elastische Plastikzunge angebracht, die zwischen die Zapfen hineinragt. Im äußeren Drittel der Scheibe werden die Fragen aufgeklebt, der Text endet jeweils zwischen den Zapfen. Wird das Rad gedreht, läuft das Plastikzunge über die Zapfen und erzeugt dabei ein schnarrendes Geräusch; wenn das Rad ausläuft, bleibt die Zunge zwischen zwei Zapfen stehen und weist auf eine Frage. Das Rad hat eine Höhe von ca. 1,80 m und lässt sich zum Transport oder zur Lagerung in Fuß und Scheibe zerlegen. Gegenüber im Handel angebotenen Modellen hatte diese Ausführung den Vorteil, dass sehr viele Fragen angebracht werden können. Unser Glücksrad wurde in einer Schreinerei für Innenausbau, angefertigt.
30 Glücksfragen
In der vorliegenden Bauweise können zwischen den Zapfen 30 Fragen angebracht werden. Die Fragen wurden auf gelbem Schreibpapier ausgedruckt, laminiert (in Plastikfolie eingeschweißt) und in Streifen geschnitten. Damit sind die Fragenkarten relativ stabil und unempfindlich. Wir haben sie mit doppelseitigem Klebstreifen befestigt, damit lassen sie sich bei Bedarf wieder ablösen und durch andere Fragen ersetzen.
Welche Fragen bieten sich an?
| Der Schwierigkeitsgrad |
Spaß machen! Nachdem der normale Ausstellungsbesucher bestimmt kein Fachmann ist und in der Regel nur wenige Vorkenntnisse mitbringt, dürfen die Fragen nicht gar zu schwer sein, damit niemand die Lust am Mitmachen verliert. Und damit das ganz bestimmt nicht passiert, darf jeder, der auch mit Hilfe nicht auf die Antwort kommt, ein zweites Mal drehen. Denn das ist klar: nur wer mit dem Gefühl des Erfolges weitergeht, geht auch mit einem guten Gefühl weg, und genau das ist ja das Ziel der Aktion: dass der Besucher, ohne, dass er (oder sie) es gemerkt hat, etwas dazu gelernt hat! |
| Was wollen wir in den Fragen verstecken? |
In 30 Fragen lassen sich viele Wissensbereiche unterbringen, ohne dass der Besucher ahnt, was da beabsichtigt ist. Körperbau der Biene, Honig und andere Bieneprodukte, Bestäubung, Bienenpflanzen, Wespen und Wildbiene – wer würde sich freiwillig mit solchen Themen beschäftigen, hier aber lässt sich eine große Zahl von Einzelaspekten ansprechen, die man sonst wohl kaum jemandem nahe bringen könnte. Viele Besucher stellten außerdem zu den angeschnittenen Themen ergänzende Fragen, die ein Gespräch einleiteten. |
| Heikle Fragen? |
Nein, darauf sollten wir verzichten: Bienenkrankheiten, Rückstände im Honig, Steuern in der Imkerei und ähnliches behandeln wir in Kursen am Lehrbienenstand, aber nicht auf einer Ausstellung für Laien! |
| Keine Fragen, die sehr lange Antworten erfordern. |
Das würde sehr viel Zeit kosten und bei großem Andrang sehr aufhalten. Außerdem ist es für einen Betreuer unzumutbar, jedem Besucher einen Vortrag halten zu müssen! |
| Und wie schwer darf es sein? |
Die Fragen müssen so ausgerichtet sein, dass man sie mit mäßigem Allgemeinwissen beantworten kann – selbst die Frage nach der Zahl der Beine oder der Flügel, die eine Biene hat, bringt viele Besucher bereits in Verlegenheit. Ideal ist es, wenn am Stand nach der Antwort geforscht werden kann, dann machen sich viele Teilnehmer bereitwillig auf die Suche nach der Antwort – und arbeiten sich damit freiwillig durch das angebotene Informationsmaterial durch. |
Glücksradfragen
Die Preise
Ein kostenloses Glücksrad, das alleine ist schon oft ein Anlass, am Rad zu drehen. Wenn Preise winken, ist der Spaß noch größer, obwohl für viele Besucher der Preis nicht den Ausschlag gegeben hat, viele Teilnehmer haben ganz einfach aus Spaß am Raten mitgemacht. Aber trotzdem, die Preise steigern schon die Lust am Mitmachen. Zeitweise haben wir Stofftaschen mit der Internetadresse der Landesanstalt als Preis abgegeben, aber das haben wir bald aufgegeben, weil das bei der hohen Zahl der Teilnehmer sehr teuer geworden wäre. Wir haben dann die Preise ganz auf den Bereich Imkerei ausgerichtet und das verlost, was durch den Fleiß der Bienen entsteht (und auch mit diesem Hinweis abgegeben): Birnen, Äpfel und Zwetschgen, zeitweise auch Samentütchen mit Sonnenblumenkernen. Wenn also alle Mitglieder einer Familie etwas mitnehmen wollten, waren Vater, Mutter und die Kinder gezwungen, ihr Wissen zu prüfen und haben das auch immer gerne getan – und alle miteinander viel gelernt.
Wer prüfte sein Wissen am Glücksrad?
Kurz gesagt: einfach alle! Es kamen Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen, Imker und Imkerehefrauen, Kenner der Materie und vollkommene Laien. Es liegt dann am Geschick der Betreuer, die Ahnungslosen und Unwissenden mit Geduld und Einfühlungsvermögen an die Antwort heranzuführen.
Aber nicht ohne Mühen für die Betreuer!
Viele Fragen bedeuten auch viele Antworten! Wer am Glücksrad auf 30 Fragen Antworten wissen will, muss sich vorher sehr gut mit den Inhalten auseinander setzen, damit gute und verständliche Antworten möglich sind.
Unsere Glücksmomente am Glücksrad
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Einige Kinder kannten keine gerade jetzt blühenden drei Bienenpflanzen. Sie sind in die Wiese neben dem Stand gegangen und haben so lange gesucht, bis sie die Antworten schafften.
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Mehrere ganze Schulklassen bestanden darauf, dass jedes Kind einmal dran kam.
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Zwei Freundinnen hatten so viel Spaß dabei, dass sie alle Fragen durcharbeiten wollten.
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Auch, wenn das Glücksrad vorübergehend ohne Betreuer dastand, blieben immer wieder Besucher vor dem Glücksrad stehen, lasen die Fragen durch und prüften in Gedanken, ob sie die Antworten wussten.
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Schwierige Fragen (zum Beispiel die Zahl der Ecken einer Zelle)? Die Besucher stellten sich bereitwillig vor die Informationstafeln und studierten so lange in den Texten oder musterten die Bilder durch, bis sie die Antwort fanden.
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Wer die Antwort nicht wusste, ließ sich bereitwillig in ein (er-)klärendes Gespräch verwickeln und erfuhr so einiges über die Bienen.
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Wir haben einer Vielzahl von Besuchern beigebracht, dass nur die Wespen schwarz-gelb geringelt sind, nicht aber die Honigbienen.
Fazit
Das Glücksrad bringt Glück auf Ausstellungen, für die Betreuer und die Besucher, wir können es nur wärmstens empfehlen!
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Fachzentrum Bienen
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