Zeugnisübergabe in den Mainfrankensälen
Herzlichen Glückwunsch unseren Absolventen des Jahres 2018

Sie haben es geschafft: 45 Staatlich geprüfte Techniker und Technikerinnen sowie 23 Staatlich geprüfte Wirtschafter und Wirtschafterinnen wurden am 24. Juli, in Veitshöchheim verabschiedet. 37 Schulwochen liegen hinter den Wirtschaftern / Wirtschafterinnen, während die Techniker / Technikerinnen etwa doppelt so viele Wochen in der Schule zugebracht haben.

Die Absolventen nach Fachrichtungen

Die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Wirtschafter /Staatlich geprüfte Wirtschafterin für Gartenbau“ dürfen ab jetzt im Fachgebiet Zierpflanzenbau vier und im Fachgebiet Baumschule 12Absolventen führen. In der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau haben 17 junge Leute die Fortbildung zum „Staatlich geprüften Wirtschafter /Staatlich geprüfte Wirtschafterin für Garten- und Landschaftsbau“ erfolgreich abgeschlossen.
Die Absolventen der Technikerschule verteilen sich wie folgt auf die drei Fachrichtungen: In der Fachrichtung Gartenbau haben acht Studierende, in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau 23 Studierende und in der Fachrichtung Weinbau und Oenologie haben 17 Studierende die Prüfung mit Erfolg abgelegt.
Wir wüschen allen Absolventen für die private und berufliche Zukunft alles Gute!

Wolf Blass - ein Ehemaliger als Festredner

Eine Strecke von 15.000 Kilometern hat der diesjährige Festredner zurückgelegt, um von Australien nach Veitshöchheim zu kommen. Wolf Blass hat 1954 die damalige Weinbauschule in Veitshöchheim besucht und später im Barossa Valley in Australien eines der größten und renomiertesten Weingüter aufgebaut.
Zu seinem Schulbesuch damals meinte Wolf Blass zu Beginn seiner Rede „Ich würde heute nicht hier stehen, wenn ich meine Ausbildung damals nicht positiv umgesetzt hätte.“ Die heutigen Einrichtungen an der LWG im Bereich Kellerwirtschaft und Sensorik seien mit die besten. Dann berichtete er über die wichtigsten Stationen seines beruflichen Lebens. Den Absolventen gab der 84jährige ehemalige Veitshöchheimer einige seiner Erkenntnisse weiter, z. B. „Nichts wird einem im Leben geschenkt. Man bekommt nur so viel zurück, wie man in eine Sache hineinsteckt.“ Er forderte die zukünftigen Führungskräfte dazu auf, mit Verstand, Herz und Händen bei der Sache zu sein sowie Mitarbeitern und Auszubildenden ein Vorbild zu sein.
Das Schlimmste im Leben, meinte Wolf Blass, sei Stillstand. Wenn Mitarbeiter nicht vorausschauend denken, sollte man sie „feuern“, denn sonst werde Fortschritt verhindert. Er werde in Australien davon erzählen, was er bei den Besichtigungen in Franken Neues in der Kellerei und an Maschinen im Weinberg gesehen und über den Einfluss des Bodens auf den Wein erfahren habe.
Birgit Gross und Simon Gläser, frischgebackene Techniker für Weinbau und Oenologie, bedankten sich bei Wolf Blass mit einem Weinpräsent vom Studierenden-Weinprojekt 2018. Arved von Mansberg, Schulleiter der Staatlichen Meister- und Technikerschule für Weinbau und Oenologie, überreichte dem ehemaligen Veitshöchheimer Kopien der Zeugnisse aus seiner Zeit an der Weinbauschule in Veitshöchheim.

Grußworte der Verbandsvertreter

Roland Albert, Präsident des Bayerischen Gärtnereiverbandes, beglückwünschte die Absolventen im Namen der Landesvereinigung Gartenbau in Bayern. Er forderte die jungen Führungskräfte auf, nach „Monaten der Entspannung in Veitshöchheim“ jetzt das in der Schule gelernte in den Betrieben umzusetzen und die Fachkompetenz unter Beweis zu stellen nach dem Motto „Ändern Sie Dinge, die falsch laufen, machen Sie es besser!“. Auch die erworbene soziale Kompetenz sollten die neuen Meister und Techniker im Umgang mit Mitarbeitern und Auszubildenden zeigen. Dazu gehöre auch das Engagement in berufsständigen Organisationen.
Klara Zehnder, die amtierende fränkische Weinkönigin, überbrachte in ihrem Grußwort die Glückwünsche des Fränkischen Weinbauverbandes. Sie appellierte an die Absolventen, der Welt zu zeigen, was in ihnen stecke. Die soeben abgeschlossene Fortbildung sei ein Ausgangspunkt für Karrieren. Sie freue sich darauf, die ehemaligen Studierenden vielleicht einmal bei einem Weinfest in Franken wieder zu treffen.

Verabschiedung von Lehrkräften

Fünf Lehrkräfte der Meister- und Technikerschule waren zum letzten Mal bei der Schulschlussfeier dabei: Barbara Schmitt, Hans Beischl, Hubert Hanke, Jürgen Klarholz und Peter Schwingenschlögl. Schulleiter Arved von Mansberg würdigte ihre Leistungen, überreichte Präsente mit „Produkten“ der LWG und wünschte alles Gute für den Ruhestand.

Der Verband Ehemaliger Veitshöchheimer als Sponsor

Reimund Stumpf, Vorsitzender des Verbandes Ehemaliger Veitshöchheimer (VEV), verknüpfte seine Glückwünsche mit der Aufforderung an die Absolventen, dem VEV beizutreten und damit vom Netzwerk von 1700 Fachkollegen - über die ganze Welt verstreut - zu profitieren. „Jetzt könnt ihr beruflich Gas geben. Nutzt den Aufwind für die nächsten Ziele, die auf euch zukommen!“ lautete sein Appell an die Meister, Wirtschafter und Techniker. In der Pause hat der Verband Ehemaliger Veitshöchheimer (VEV) Absolventen und Gäste der Schulschlussfeier in gewohnter Weise zum Stehempfang eingeladen. Außerdem überreichte Raimund Stumpf den Klassenbesten jeweils ein Exemplar des Buches „Van den Berk über Bäume“.

Ehrung für die weiteste Anreise

Traditionsgemäß überreichte Winfried Knötgen, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Veitshöchheim, dem Absolventen oder der Absolventin mit der weitesten Anreise nach Veitshöchheim ein Buch über den Veitshöchheimer Rokokogarten. Diesmal ging die Ehrung an Birgit Gross aus Weinböla in Sachsen mit einer Anfahrtsstrecke von 377 Kilometern.

„VEV-Sozialpreis“ an Lydia Frotscher und Jonathan Schulte

Wie in den Vorjahren hat der VEV auch diesmal den „Sozialpreis“ an Studierende vergeben, die sich für das soziale Leben an der Schule und im Studierendenwohnheim eingesetzt haben. Lydia Frotscher aus der Klasse G2 und Jonathan Schulte aus der Klasse L2 erhielten den mit 500 € dotierten Preis stellvertretend für viele andere Studierende, die zu einer guten Atmosphäre während des Schuljahres beigetragen haben.

Meisterpreis für Techniker

Staatsmedaillen und eine Urkunde erhielten jeweils die 20 Prozent besten Techniker und Technikerinnen in den Fachrichtungen Gartenbau, Garten- und Landschaftsbau sowie Weinbau und Oenologie. Damit würdigte der Freistaat Bayern die Leistungen der besten Absolventen. Überreicht hat diese Anerkennung Dr. Claudia Hafner vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Zeugnisse und Meisterpreis an Winzermeister

Eine Technikerin und drei Techniker der Fachrichtung Weinbau und Oenologie haben in diesem Jahr auch die Winzermeisterprüfung erfolgreich bestanden: Philipp Giegerich, Carolin Meyer, Philipp Schmitt und Johannes Thürauf. Georg Bätz, Leiter des Instituts für Weinbau und Oenologie an der LWG, und Raimund Stumpf, Vorsitzender des Meisterprüfungs-Ausschusses Winzermeister, überreichten Meisterzeugnis und Meisterbrief, Dr. Claudia Hafner den Meisterpreis. Den von der Weinbruderschaft Franken ausgelobten Preis für das beste Arbeitsprojekt im Rahmen der Winzermeisterprüfung erhielt Philipp Giegerich aus Großwallstadt aus der Hand von Peter Schwappach.

Abschiedsgedanken der Studierenden

Raphael Dolderer, Techniker Gartenbau, und Jonathan Schulte, Techniker Garten- und Landschaftsbau, haben auf ihre Tätigkeit in der SMV an der Meister- und Technikerschule in Veitshöchheim zurückgeschaut. Sie erinnerten an Wohnheimpartys, eine Weinprobe und freuten sich über den guten Besuch der „Wohnheimbar“. Sie lobten die Mitbewohner: Es sei ein gutes Miteinander im Wohnheim gewesen. Zur Abschlussfeier hat die SMV in das Gut Wöllried in Rottendorf eingeladen.