Erlebnis- und Schaufläche in Erlangen eröffnet
Lust auf Gärtnern in der Stadt? Dann gleich Inspirationen holen!


Blick auf ein Hochbeet aus Holz, das mit Salaten und Kräutern befplanzt ist

Grün in der Stadt und der Umgang mit Pflanzen im städtischen Umfeld sind dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth ein wichtiges Anliegen: In Kooperation mit der Bayerischen Gartenakademie und dem Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau an der LWG Veitshöchheim wird auf dem Außengelände des Dienstgebäudes des AELF, Bereich Forsten, in Erlangen gezeigt, mit welchen Systemen es im innerstädtischen Bereich möglich ist, auch auf versiegelten und begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen, Gemüse und Kräuter selbst anzubauen. Unter dem Aspekt „Schauen wie´s wächst“ steht die Präsentationsfläche für die Gartensaison 2018 und 2019 den interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Information offen. Mit Workshops und Führungen soll dort Wissen rund ums Thema Gemüseanbau im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in Gemeinschaftsgärten vermittelt werden.
Grenzenlose Freiheiten beim „gartln“
Dr. Andreas Becker, Leiter der Bayerischen Gartenakademie, stellte in seiner Begrüßungsrede das Projekt vor. Unter dem Motto „Lust auf Gemüse in der Stadt“ werden ab sofort in der Universitätsstraße nicht nur herkömmliche Möglichkeiten für den Anbau von Kräutern und Gemüse gezeigt. Hochbeete als mobile und stationäre Varianten sowie Pflanzkisten, Pflanzkübel und Pflanzsäcke bieten Platz für allerlei vitaminreiche Genüsse aus eigenem Anbau. Der sogenannte „Kistengarten“ eröffnet die Möglichkeit auf dem Balkon, der Terrasse oder im Innenhof auch auf kleinen Flächen zu „gartln“. Je nach verfügbarem Platz können in sogenannten „Bäckerkisten“ bereits ab einer Größe von weniger als einem halben Quadratmeter zum Beispiel Kohlrabi, Salate, Radieschen oder Spinat geerntet werden. Aber auch Küchenkräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Dill eignen sich gut für das Einsteiger-Gemüsebeet in der Kiste.
Gemüse an der Wand! Geht nicht, gibt´s nicht!
Unterschiedliche vertikale Systeme an der Hauswand für den kleinen und großen Geldbeutel sollen zeigen, dass Gemüseanbau in der Stadt auch mit sehr wenig Platz auskommt. Florian Demling, Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau an der LWG Veitshöchheim, stellte die Funktionsweise des sogenannten „Living Wall Systems“ vor. Wände können mithilfe verschiedener Systeme begrünt und auch zum Anbau von Nahrungspflanzen genutzt werden. „Die Produktion von Gemüse an der eigenen Wand dient als essbare Klimahülle“, so Demling. Die CO2-Bilanz verbessere sich durch kurze Transportwege und die Pflanzen wirken sich positiv auf das Klima von Gebäude und Umgebung aus.
Hydroponik – Frische Salate aus dem Wasserbeet
Gundula Holm, Urban Gardening-Projektbetreuerin, erläuterte den Bereich „Hydroponik“ auf der Präsentationsfläche. Der Anbau in hydroponischen Systemen sei vor allem für versiegelte Flächen in der Stadt eine Option. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte „Deep Water Culture“, in der Salat in einer Nährlösung bodenunabhängig, gesund und sauber heranwachsen kann. Die Gemüse-Jungpflanzen vom Gärtner werden dabei einfach in ein schwimmendes Element eingesetzt. Der isolierende Effekt der Schwimmelemente, die großzügige Menge an Wasser und eine optimierte Nährstoffversorgung bieten dabei optimale Wachstumsbedingungen. Bei der Ernte können die Pflanzen sauber abgeschnitten und – frei von Erde und Sand – direkt in der Küche verwendet werden.
Hochbeet „fix“ oder mobil
Auf der Präsentationsfläche erwarten den Besucher verschiedenen Hochbeet-Varianten: Das traditionelle Hochbeet mit einem klassischen Hochbeet-Aufbau aus Reisig, Kompost und guter Gärtnererde bietet bereits im ersten Jahr ideale Bedingungen für eine Mischkultur aus starkzehrenden Gemüsepflanzen wie beispielsweise Paprika, Tomaten, Kohlgewächsen, Lauch und Sellerie. Mobile Hochbeet-Varianten aus Holzrahmen, die auf Paletten aufgestellt wurden, bleiben transportabel und seien eine Option vor allem für Stadtgärtner, die von der Stadt zugewiesene Flächen auch gelegentlich wechseln müssten, so Holm. Die Jungpflanzen, die im Rahmen des Projekts zur Verwendung kommen, stammen aus der Produktion der regionalen Gärtnereien vor Ort.
Urban Gardening zum Erleben und Anfassen
Wir freuen uns auf Ihren Besuch: Die Schaufläche finden Sie in der Universitätsstraße 38, 91054 Erlangen (Altes Forstamt). Der Zugang ist kostenfrei und jederzeit möglich.