Urban Gardening beim Zukunftsfestival „Fürth im Übermorgen“

Jugendliche pflanzen Kräuter in aufgeschnittene Getränkekartons

© AELF Fürth

Mit einem Festival zu Zukunftsvisionen für die Stadt Fürth lud die Abteilung Jugendarbeit der Stadt Fürth mit vielen Kooperationspartnern Jugendliche der Jahrgangsstufen 7 bis 11 ein, sich Gedanken zu machen, wie „ihre“ Stadt im Übermorgen aussehen sollte. „Smart & Digital“, „Werkstatt – hier und jetzt machen!“, „Global Lokal“, „Gesundheit & Ernährung“, „Ressourcen“ und „Klima schützen“ waren die großen Themen, zu denen vom 14. bis 20. Juli 2018 wechselnde Aktionen für die Jugend aus Fürth und Nürnberg stattfanden.
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Fürth (AELF) bot in diesem Rahmen einen Workshop zum Thema „Urban Gardening“ an, um den Schülerinnen und Schülern praktische Tipps für das Gärtnern in der Stadt zu geben. Florian Friedrich vom Amt für Kinder, Jugend und Familien eröffnete den Vormittag mit der Bitte an die Jugendlichen, ihre Wünsche und Vorschläge in den Workshops anzusprechen, zu diskutieren und am Schluss auch sichtbar für die kommunalen Vertreter zu dokumentieren: Denn nur wenn politische Akteure über die Ideen und Wünsche der Jugendlichen Bescheid wissen, gibt es auch die Möglichkeit, diese umzusetzen.

Ernährungstrends im Fokus

Am Stand des AELF konnten sich die Jugendlichen bei Gundula Holm (Projektleitung Urban Gardening, Kooperation ALEF Fürth und LWG Veitshöchheim), Frau Wilma Bröker (Fachzentrum Ernährung) und Frau Claudia Taeger (Fachzentrum Gartenbau Bayern-Mitte) zu den Themen Gemüse in der Stadt, mobiles Gärtnern, Hydroponik und gesunde Ernährung mit Kräutern und Gemüse informieren. In den Gesprächen wurde schnell klar: Ernährung und ihre Trends spielen für Jugendliche der Mittel- und Oberstufe eine wichtige Rolle und sind Thema im Freundes- und Familienkreis. Viele machen sich Gedanken zu einer gesunden und auch nachhaltigen Ernährung und orientieren sich dabei natürlich auch an den momentan angesagten Ernährungsformen wie Vegetarismus und Superfoods.

Kräuter aus dem Getränkekarton

Die Schülerinnen und Schüler berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Anbau von eigenem Gemüse im Garten, bei den Großeltern oder auf Balkon und Terrasse. Für sie war es besonders spannend zu sehen, wie einfach und „mobil“ Gärtnern sein kann: In mit Erde befüllten Kisten oder Pflanzbeuteln angebaut, kann das eigene Gemüse sogar mit umziehen. Beim Bepflanzen der Gefäße halfen alle eifrig mit und mussten sich auch Gedanken darüber machen, wie viel Platz jede Pflanze brauchen wird und wann und wie oft manche Sorten beerntet werden können. Zur Auswahl standen verschiedene Herbst- und Wintersalate, Kräuter und Grünkohl. Kleine „Kresse“-Taschen stellten die Schülerinnen und Schüler aus leeren Getränkekartons her, die sie auch mit nach Hause nehmen durften.
Mobile Hochbeete, Pflanztürme, Living Walls oder schwimmender Salat: Auf einer Schaufläche in Erlangen zeigen das AELF Fürth und die Experten aus Veitshöchheim, wie "gartln" auch auf kleinstem Raum funktioniert, und bieten Urban Gardening zum Erleben und Anfassen.

Schwimmende „Stadt-Beete“

Völlig neu für alle war die Vorstellung, dass Pflanzen nahezu erdelos wachsen und gedeihen. Deep Water Culture“ nennt sich eine Form der Hydroponik, bei der (Gemüse-)Pflanzen, auf dem Wasser schwimmend ihre Nährstoffe aus einer gedüngten Lösung aufnehmen. Im Workshop bauten die Jugendlichen ihr eigenes Hydroponik-Beet aus einer Plastik-Wanne, Hartschaumplatten und Töpfen aus organischem Material. Etwas Dünger und eine Aquarium-Pumpe (für die zuverlässige Umwälzung des Wassers und ausreichende Sauerstoffzufuhr für die Wurzeln) machen das Ganze fast professionell. Die bepflanzten „Stadt-Beete“ wurden bis zum Ende der Veranstaltung auf dem Festival-Gelände ausgestellt, damit sich beim abschließenden „Gallery-Walk“ Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung ein Bild davon machen konnten, was alles möglich und denkbar ist.

Handarbeit, die schmeckt

Mit den Jugendlichen wurde auch über den Nutzen des Urban Gardening im Hobby-Bereich diskutiert. Im Gespräch stellte sich heraus, dass der Anbau von Gemüse in diesem Umfang vor allem eines bewirkt: Erzeugte Nahrungsmittel schätzen lernen, neue Geschmäcker entdecken und ein Gespür für Pflanzenwachstum und Kulturaufwand in der Nahrungsmittelproduktion entwickeln. Der Wunsch, zu wissen, woher unser Essen kommt, spiegelt sich beim „Stadt-Gärtnern“ ebenso wieder wie das Verlangen nach einem Stück Natur in direkter Umgebung. Auch wenn der Anbau von Gemüse natürlich mit etwas Arbeit und Sichkümmern verbunden ist: Denn das eigene Gemüse aus Kisten, Pflanzbeuteln, Getränkekartons oder Hydroponik-Beeten schmeckt einfach immer!