Nachwuchsgärtner der Trimbergschule
Ran an den Garten & keine Angst vor schmutzigen Händen!

Sieben Kinder im Garten in Bamberg mit Schaufeln und Hacken in der Hand.

© Yvonne Bock/BUND Naturschutz

Wie wächst eine Kartoffel? Wie sieht die Kapuzinerkresse aus? Wann ernte ich eine Zucchini und wie schmeckt eigentlich eine Gelbe Beete?

Diesen Fragen und noch vielen mehr gingen einige Schülerinnen und Schüler der Hugo-von-Trimberg Grundschule über die komplette letzte Gemüsesaison hinweg in der Werkstatt für Nachhaltigen Konsum auf den Grund. Dies ist Teil des nun schon 1,5 Jahre laufenden Umweltbildungsprojekts „Vom Acker auf den Teller“ des Bund Naturschutz Bamberg und der Solidarischen Landwirtschaft Bamberg. Die Zielsetzung liegt darin, verschiedensten Gruppen die Nähe zur Natur, ihre Kreisläufe, das Gärtnern und den achtsamen Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln. So waren die Nachmittagsbetreuerinnen der AWO der Grundschüler begeistert, dies ihren Schützlingen anhand wöchentlicher Kurzausflüge in die Gärten des Gemüsebauversuchsbetriebes der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Bamberg ebenfalls bieten zu können.

Ab in den Garten!

Die LWG, die selbst regelmäßig Kinderworkshops zum Thema Gärtnern und Garten anbietet, zeigte sich daher von Anfang an offen und stellte dem Projekt fünf Beete zur Verfügung, die inzwischen schon zu einem kleinen Schulgarten erweitert wurden. Zudem kümmerten sich die betreuende LWG-Mitarbeiter rund um Birgit Rascher und Stephan Banner um die Samen, Jungpflanzen und das Werkzeug. „Wir sind sehr froh, die Trimbergschule bei uns zu haben. Es ist zum einen ein schöner Weg, eine Verbindung zwischen uns und den Bewohnern der Stadt herzustellen. Andererseits freut man sich einfach immer, wenn die Kinder hier rein rennen und man die Freude sieht, die unser Garten auslöst“, so Birgit Rascher, LWG-Versuchsingenieurin.
Die Kinder konnten über das Jahr alle Phasen des Gemüseanbaus mitverfolgen, selbst Hand anlegen und verkosten. Die Projektbetreuerin vom BUND Naturschutz Bamberg Carola Reinwald hat im Frühjahr ab April gemeinsam mit den Kindern die Beete angelegt und nach und nach die Pflanzen ausgesät. Bis zum Herbst entstanden so immer mehr Beete die gepflegt, gehackt und gegossen werden mussten. Dafür waren zunächst die Kinder einmal in der Woche verantwortlich. Carola Reinwald kümmerte sich als Saisonkraft noch darüber hinaus um den Garten. „Gut ist, dass die LWG uns bei der Pflege der Beete unterstützt. Vor allem beim Gießen war die Hilfe in diesem Sommer sehr notwendig, da sonst alles vertrocknet wäre. Die Hilfsbereitschaft ist groß und die und Zusammenarbeit sehr gut“, betonte Frau Reinwald dankbar.

Mehr als nur in der Erde wühlen!

Die Kinder lernten, welches Gemüse in der Region wächst, wie es entsteht, aussieht und schmeckt. Durch das Verwenden von Werkzeugen wurde zudem ihre Motorik geschärft. „Sie erleben, was sie alles schaffen und mit eigenen Händen entstehen lassen können. Sie sehen den Prozess, wie aus einem Samen das Gemüse wird. Lauter kleine Erlebnisse, die sie ihre eigene Wirkungskraft erkennen lassen und ihr Selbstbewusstsein stärken“, beschreibt Carola Reinwald das Projekt begeistert. Bis zur Ernte wurde aber die Geduld der Nachwuchsgärtner auf die Probe gestellt. Besonders freute es Carola Reinwald, dass die Kinder immer sehr neugierig auf das Wachstum des Gemüses waren: „Sie fragen immer gleich, ob sie ‚ihr‘ Gemüse wieder gießen dürfen. Das zeigt auch schon, welche Verantwortung sie dafür entwickelt haben. Und besonders stolz sind sie dann natürlich bei der Ernte."
Das Zubereiten und bewusste Essen von Geerntetem stand dabei auch im Fokus. So hatten die Kids sehr viel Spaß am gemeinsamen Schnippeln und Probieren. Gleichzeitig wurden dabei auch die verschiedenen Vitamine der Gemüsearten und wichtige Aspekte einer gesunden Ernährung besprochen. „Ich habe den Eindruck, dass es den Kindern umso besser schmeckt, wenn man ihnen erklärt, wie gesund das frische Gemüse ist“, strahlt Carola Reinwald. Wenn jemand allerdings keine Lust hat und lieber im Garten spielt, oder Pflanzen und Tiere entdeckt, ist das auch in Ordnung. Das Angebot beruht ganz auf Freiwilligkeit und Selbstständigkeit. Doch umso schöner ist es zu sehen, wie ältere Kinder den neu hinzugekommenen stolz den Garten zeigen, erklären und für die Sache begeistern. „Die Kinder bekommen durch das gemeinschaftliche Gärtnern ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl und dabei ist es ganz egal, woher sie kommen, im Fokus stehen die gemeinsamen Aufgaben“, stellt die Projektbetreuerin immer wieder fest.

Auf ein Wiedersehen!

Die diesjährige Erntesaison wurde schon beendet. Auf die Frage, ob es den Kindern im Garten gefallen hatte, bekommt man ein lautes, einstimmiges "Jaaa"! Was ihnen dabei am besten gefallen hat? Die Trauben und Wassermelonen! Und ob sie nächstes Frühjahr wieder kommen? Nur wenn es Wassermelonen gibt ... Ob Carola Reinwald mit den Kindern auch 2020 wieder Melonen & Co. auf dem LWG-Gelände anpflanzen wird, steht noch nicht fest - aber alle Beteiligten würden sich sehr freuen!
Weitere Informationen zum Projekt „Vom Acker auf den Teller“ gibt es beim BUND Naturschutz Bamberg.
(Kreisgruppe Bamberg, Landesverband des BUND, Kapuzinerstraße 12, 96047 Bamberg)