Gartencast
Biogemüse liegt im Trend, auch im eigenen Garten machbar?
1. Dezember 2014

Wie bekomme ich Biogemüse und was muss ich im Garten beachten? Eine Bodenprobe und die richtige Düngung sind wichtige Voraussetzungen. Tipps gibt der Experte der Bayerischen Gartenakademie.

Gartentipps zum Hören: Biogemüse im eigenen Garten

Im Winter ist Zeit sich grundsätzliche Gedanken zur nächsten Saison zu machen. Bio-Lebensmittel sind voll im Trend. Wenn ich Biolebensmittel selbst im eigenen Garten erzeugen will, was muss ich bei der Düngung beachten? Womit dünge ich? Im Bioanbau sind leicht lösliche Mineraldünger, wie z.B. das häufig verwendete Blaukorn verboten, daher werden vor allem organische Dünger eingesetzt, wie z. B. Kompost, Hornprodukte, Rindenprodukte oder Mist.

Welche Vorteile bringt das?

Zum einen führe ich dem Boden durch organische Dünger nicht nur Nährstoffe, sondern auch organische Substanz zu, die für das Bodenleben – also die vielen Klein- und Kleinstlebewesen – besonders wichtig ist. Durch organische Dünger füttern wir diese Lebewesen, die unseren Boden insgesamt vital halten, die Nährstoffnachlieferung aus dem Boden ermöglichen. Eine Überdüngung ist nicht so leicht möglich, weil die Nährstoffe erst vom Bodenleben umgesetzt werden müssen und daher langsam fließen.

Welche Düngemittel sind zu empfehlen?

Es kommt drauf an, welche Nährstoffe bereits im Boden vorhanden sind und wie die Versorgung mit organischer Substanz ist. Es ist empfehlenswert zunächst eine Bodenprobe zu nehmen und analysieren zu lassen, falls dies in den letzten Jahren noch nicht geschehen ist. Zur Analyse bekommt man häufig auch eine Düngeempfehlung für die jeweilige geplante Nutzung.

Wenn ich die Ergebnisse der Analyse dann habe, wie geht's weiter?

Gehen wir mal davon aus, dass alle Nährstoffwerte im normalen Bereich sind, dann heißt das, man muss den Verbrauch der Pflanzen ersetzen, ich brauche also ein bisschen was von allen Nährstoffen. Empfehlenswert ist Kompost, am besten im eigenen Garten erzeugt. Da ist alles drin, was die Pflanzen und die Bodenlebewesen brauchen. In der Dosierung jedoch sparsam, nur 3 l /m². Je nach Kultur muss Stickstoff ergänzt werden, z. B. im Gemüse. Da bieten sich Hornprodukte an, die als Späne, Gries und Mehl erhätlilch sind. Je feinkörniger, desto schneller steht der Stickstoff der Pflanze zur Verfügung.

Gibt es Alternativen?

Wer an Stallmist rankommt, kann auch diesen verwenden. Wichtig: nur in kompostierter Form, also mind. 1 Jahr abgelagert und ebenfalls sparsam. Schafwolle auch in Form von Pellets kommt mehr und mehr. Auch die sogenannte Vinasse (ein Nebenprodukt bei der Zuckerherstellung) kann zur Düngung verwendet werden. Vinasse und Hornmehl können eingesetzt werden, wenn nur Stickstoff fehlt.

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