Gartencast
Nachbau von Obst im Garten
1. Dezember 2015

Beim wiederholten Anbau auf derselben Fläche wachsen Obstgehölze und Erdbeeren schwächer bis kümmerlich. Sie werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Der Experte der Bayerischen Gartenakademie gibt Tipps, wie Sie das verhindern können.

Bei diesen Wuchs- und Ertragsdepressionen handelt es sich um die sogenannte "Bodenmüdigkeit". Da fast alle Obstarten zur Familie der Rosengewächse gehören, tragen sie alle zu diesem Nachbauproblem bei. Dies verstärkt sich, je länger die Rosengewächse auf einer Fläche stehen.

Nachbauprobleme bei Obstgehölzen

Was bedeutet Bodenmüdigkeit?

Im Laufe der Standzeit eines Obstgehölzes reichern sich Wurzelausscheidungen im Boden an. Außerdem verarmt der Boden durch eine langjährig einseitige Aufnahme von Nährstoffen. Nützliche Bodenorganismen werden unterdrückt und schädliche Pilze, Bakterien, Nematoden breiten sich verstärkt aus. Die feinen Wurzeln eines neu gepflanzten Obstgehölzes finden in diesem Milieu schlechte Wachstumsbedingungen vor.

So kann der Gärtner Abhilfe schaffen

An erster Stelle steht ein Flächenwechsel an. Wo dies nicht möglich ist, sollten beim Roden eines Obstbaumes oder Strauches möglichst viele Wurzeln entfernt werden. Dann gilt es, das neue Pflanzloch großzügig auszuheben. Als Faustregel gilt der doppelte Wurzeldurchmesser des neu zu pflanzenden Gehölzes. Nach dem Pflanzen des Obstgehölzes wird frischer Boden – z.B. aus dem Gemüsebeet – eingefüllt, der mit etwas Kompost und Pflanzerde gut vermischt wird.
Erd- und Himbeeren sind im Nachbau besonders empfindlich. Sie sollen nur kurz auf ihrem Standort belassen werden: Erdbeeren zwei bis maximal drei Jahre, Himbeeren etwa sieben Jahre. Und so lange sollte auch eine Anbaupause dauern.

Zusätzliche Tipps

Generell sind alle das Bodenleben fördernde Kulturmaßnahmen wie Einarbeitung von organischem Material, Bodenlockerung, Aufbrechen von Bodenverdichtungszonen sowie Bodenbeschattung durch Mulchen sinnvoll. Durch diese Maßnahmen setzen Pilze und Bakterien wichtige Nährstoffe frei, Regenwürmer verbessern die Bodenstruktur.
Im Vergleich zu wurzelnackter Ware sind Containerpflanzen durch das im Pflanzballen enthaltene Substrat vorteilhaft im Nachbau zu beurteilen.
Übrigens treffen Nachbauprobleme bzw. Bodenmüdigkeit auch auf Rosen zu.

In unseren Informationsschriften erhalten Sie weitere Hinweise zu Gehölzpflanzungen: