Gartencast
Den Spätsommer nutzen
1. August 2016

Der Spätsommer ist aus gärtnerischer Sicht eine besonders günstige Zeit um Stauden, Gehölze und Blumenzwiebeln zu pflanzen. Darum bereits jetzt mit der Planung beginnen, damit man Ende August loslegen kann. Die Expertin der Bayerischen Gartenakademie gibt Tipps.

Den Spätsommer nutzen

Was macht den Spätsommer so ideal zum Pflanzen?

  • Im September ist der Boden noch warm, die neuen Pflanzen wurzeln besonders gut ein.
  • Bei ausgeglichenen Temperaturen (tags nicht mehr so heiß, nachts noch nicht so kalt) fühlen sich die Pflanzen an ihrem neuen Standort wohl. Sie starten gleich durch und legen neue Triebknospen für das neue Jahr an
  • Besonders die Stauden stehen jetzt - anders als im Frühling – in voller Größe und Belaubung (teilweise auch in Blüte). Gerade Garteneinsteiger tun sich beim Einkauf leichter, weil sie die gestalterische Wirkung viel besser abschätzen können. Zudem ist das Staudensortiment meist im Sommer wieder komplett, weil in den Monaten Juni/Juli die Vermehrung läuft.
  • Ganz wichtig: die meisten Blumenzwiebeln (Tulpen, Osterglocken, Zierlaucharten, Krokusse u.a.) haben ihre Pflanzzeit ausschließlich im Herbst. Pflanzt man im September, können Gehölze, Stauden und Zwiebeln „in einem Rutsch“ ausgelegt und gepflanzt werden.

Gibt es Pflanzen, für die der Spätsommer eine besonders ideale Pflanzzeit ist?

  • Pfingstrosen und Iris lassen sich im Spätsommer am besten verpflanzen.
  • Bei immergrünen Laub- und Nadelgehölzen liegt die Wurzelbildung hauptsächlich in den Spätsommerwochen, besonders bei immergrünen Hecken hat sich dieser Pflanztermin mit Containerware bewährt.

Kann man den Spätsommer als Pflanzzeit für alle Pflanzen empfehlen?

Nein. Für einige Pflanzenarten und –gruppen ist jetzt nicht die richtige Pflanzzeit – hier heißt es noch Warten. Für eine ganze Reihe von Pflanzen ist das Frühjahr der optimale Pflanzzeitpunkt. Zu diesen Pflanzen gehören:
  • die sommerblühenden Dahlien und Gladiolen
  • alle mediterranen Stauden und Gehölze sowie die meisten Gräser und Bauernhortensien. Sie überstehen den ersten Winter besser, wenn sie über den Sommer Zeit hatten einzuwurzeln.
  • und die frostempfindlichen Obstarten wie Weinreben, Pfirsiche, Aprikosen, Himbeeren und Brombeeren, die vor allem in kühleren Regionen besser nur von April bis Mai gepflanzt werden sollten
Wirklich im Herbst, das heißt ab Ende Oktober kommen alle wurzelnackten Gehölze in die Erde. Sie werden erst nach dem Laubfall gepflanzt. Hier handelt es sich hauptsächlich um Rosen, Obstgehölze, Wildsträucher und Bäume.