Gartencast
Weniger Läuse, weniger Schnecken ohne großen Aufwand - wie geht’s?
1. Oktober 2016

Wie soll das gehen? Weniger Schnecken und Blattläuse ohne großen Aufwand? – „Ganz einfach. Lassen Sie sich jetzt im Herbst Zeit mit dem Aufräumen Ihres Gartens und genießen Sie die schöne Herbstzeit“, erklärt die Expertin der Bayerischen Gartenakademie.

Weniger Läuse, weniger Schnecken ohne großen Aufwand - wie geht’s?

Wie ist das gemeint? Was steckt dahinter?

Der Garten ist ein Ökosystem, denn wo Schädlinge sind gibt es auch Nützlinge: Marienkäfer, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Florfliegen und deren Larven und auch Vögel vertilgen im Sommer jede Menge Läuse.
Die erwachsenen Insekten ernähren sich hauptsächlich von Blütenpollen und überwintern unter Falllaub, Staudenresten und Staudenblättern. Je mehr Möglichkeiten die Nützlinge zum Überwintern haben, umso größer ist die Zahl der Nützlinge im Frühjahr, die dann die Läusekolonien relativ schnell dezimieren
Sie können diese Überwinterungsmöglichkeiten schaffen, wenn Sie Ihre Staudenbeete erst im Frühjahr abräumen – positiver Zusatzeffekt sind bei Raureif und Schnee wunderschöne Gartenbilder mit den Samenständen der Stauden und Gräserhorste.
Gerade die verbleibenden Samenstände der Stauden und Gräser im Garten werden im Winter gerne von Vögeln als Nahrung angenommen. Wenn Sie das Falllaub vom Rasen oder Wegen in die Beete rechen finden Marienkäfer und Co darunter für den Winter einen trockenen Unterschlupf. Dies ist gleichzeitig auch ein Winterschutz für frostempfindliche Stauden wie z. B. Anemonen.

Muss ich denn alles stehen lassen?

Diese Frage entscheidet jeder selbst, was für einen selbst sehr störend von der Optik ist kann aus den Beeten entfernt werden. Gräser, die erfahrungsgemäß im Laufe des Winters auseinander fallen binden Sie schon vorher zusammen.

Kommen wir zum Thema „weniger Schnecken“

Anfang Oktober sieht man oft in den Gemüsegärten schon säuberlich umgegrabene Beete mit viel nackter Erde. Zwischen dieser grobscholligen Erde finden natürlich Schnecken ideale Bedingungen um ihre Eier abzulegen und selbst dort zu überwintern. Wird das Umgraben auf einen späteren Termin möglichst bei leichtem Frost gelegt, finden die Schnecken weniger Versteckmöglichkeiten für ihre Eigelege was schließlich die Schneckenpopulation im nächsten Gartenjahr reduziert. Ein weiterer positiver Effekt des späteren Umgrabens ist eine geringere Nährstoffauswaschung, v.a. von Nitrat.
Auf diese Art und Weise entzerrt sich die Gartenarbeit im Herbst und das Ökosystem Garten profitiert am meisten davon.