Gartencast
Düngung von Obstgehölzen im Garten
1. April 2018

Nachdem nun die Obstgehölze wieder austreiben, müssen sie auch mit Nährstoffen versorgt werden. Was es dabei zu beachten gibt, erläutert der Experte der Bayerischen Gartenakademie.

Düngung von Obstgehölzen im Garten

Allgemeine Hinweise

Obstgehölze sollten nur mäßig mit Stickstoff versorgt werden. Eine Überdüngung mit Stickstoff führt zu einem verstärkten Triebwachstum und somit zu Lasten der Blütenbildung. Auch eine erhöhte Anfälligkeit für tierische und pilzliche Schaderreger ist durch weiches Blatt- und Triebgewebe festzustellen. Ebenso Frostschäden an nicht oder schlecht ausgereiftem Holz. Außerdem hat eine Anreicherung von Nährstoffen im Boden eine unharmonische Aufnahme von Nährstoffen zur Folge.

Arbeiten im Vorfeld der Düngung

Wer längere Zeit keine Bodenuntersuchung durchgeführt hat, sollte diese noch machen. Mit Hilfe einer Empfehlung kann dann gezielt und optimal gedüngt werden.
Da Wiesen- und Rasenflächen, aber auch andere Unterpflanzungen der Obstgehölze eine Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe darstellen, sind bewuchsfreie Baumscheiben sinnvoll. Günstig sind Radien von einem halben Meter bei kleinen Obstbäumen und Beerensträuchern bis hin zu einem Meter bei älteren und größeren Gehölzen. Vorhandene Mulchschichten werden vor dem Düngen beiseite geräumt.

Umweltfreundlich düngen

Steht reifer Kompost zur Verfügung, werden bei Strauchbeeren jährlich zwei bis drei Liter auf die Baumscheibe verteilt, bei Kern- und Steinobst vier Liter. Für den zu ergänzenden Stickstoff sind Gaben von 100 Gramm Hornmehl pro Strauch oder kleinkronigen Baum Ende März bis Anfang April mit leichtem Einarbeiten empfehlenswert.
Wird auf Kompostgaben verzichtet, so sind kalibetonte mineralische oder organisch-mineralische Volldünger erforderlich. Pro Gehölz reichen z.B. 100 g Hornoska bzw. 70 bis 100 Gramm Blaukorn ENTEC, der in zwei Gaben ausgebracht wird.

Geringere Gaben bei Erdbeeren

Erdbeeren benötigen bereits zur Pflanzung im Sommer eine gute Nährstoff-versorgung. Im Frühjahr reichen dann geringe Mengen von z.B. 15 bis 20 Gramm Hornmehl pro Quadratmeter. Nach der Ernte wird das alte Laub fünf Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Danach sind weitere 35 bis 45 Gramm Hornmehl je Quadratmeter zu geben.

Weitere Hinweise

Vielfach werden neben Kompost und/oder verrottetem Mist, die jeweils schon hohe Phosphor- und Kaligehalte aufweisen, noch weitere Volldünger, z.B. Beeren- oder spezielle Obstdünger verabreicht. Dies führt neben einer Überdüngung zu einseitiger Anreicherung und unausgewogener Aufnahme von Nährstoffen.
Aber auch das andere Extrem ist zu beobachten, da Dünger zum Teil verpönt sind. Kümmerwuchs kann keine guten Fruchtqualitäten liefern.
Beachten Sie auch, dass die Heidelbeere einen „sauren“ Dünger benötigt, z.B. Rhododendrondünger.

Großkronige Obstbäume

Hier ist eine allgemeine Empfehlung schwierig. Gute Erfahrungen liegen vor, wenn etwas größere Baumscheiben errichtet und diese über den Sommer mehrmals mit dünnen Schichten Rasenschnitt gemulcht werden. Bei gutem Triebwachstum von Streuobstbäumen können die Düngergaben im Frühjahr bis zum fünffachen der kleinkronigen Bäume betragen. Dies wären pro Baum etwa 20 Liter Kompost plus 400 Gramm Hornmehl.

Detailierte Information zur Düngung von Obstgehölzen und Erdbeeren finden Sie auch unter nachfolgenden Links.