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Heckengehölze im Garten: nützlich und schön!
1. Oktober 2018

Hecken gehören in jeden Garten. Sie rahmen den Garten ein, gestalten Gartenräume und grenzen Grundstücke zur Straße hin ab. Experten der Bayerischen Gartenakademie erläutern Vorteile und Vielfalt.

Im Gegensatz zu kahlen Mauern, Gabionen oder Holzwänden bereichern Hecken unser Wohnumfeld.

Heckengehölze im Garten: nützlich und schön!

Bunt und vielfältig: frei wachsende Hecken als wichtiger Bestandteil naturnaher Gärten

Im naturnahen Garten schaffen wir Lebensräume und Nahrungsquellen für Vögel, Igel, Bienen und Insekten. Dafür eignen sich vor allem frei wachsende Hecken aus blühenden und fruchttragenden Sträuchern. Ihre Blüten erfreuen Mensch und Biene, Hummel sowie weitere Insekten gleichermaßen. Der Fruchtbehang gilt als heimisches Vogelfutter. Das herbstliche Farbenspiel des Laubes schenkt uns einen Hauch von „Indian Summer“.
Da Struktur bildende Gehölze wie Kornelkirsche, Hartriegel, Haselnuss, Felsenbirne, Pfaffenhütchen, Holunder, Schneeballarten mit Wuchshöhen über zwei Metern integriert werden, muss diese Heckenform mindestens zwei Meter von der Grenze entfernt gepflanzt werden. Zwischen und vor diese Arten werden niedriger wachsende Sträucher gesetzt. Die Auswahl von Liguster, Mahonie, Forsythie, Weigelie, Fünffingerstrauch, Spierstrauch, Zierquitte, Schneebeere, Wildrosen, Gold- und Zierjohannisbeere sorgt für Vielfalt an Blüten- und Laubfarbe. Außerdem enthält sie viele heimische Arten.
Wenn die freiwachsende Hecke nach fünf bis sieben Jahren zu dicht gewachsen ist, werden dickere Triebe bodennah abgeschnitten. Dieses Auslichten sorgt für neue Bodentriebe und erhält die lockere Struktur. Ein Einkürzen der Äste unterbleibt.

Geschnittene Hecken

Sie bieten ebenfalls Lebensraum für Tiere, schaffen Struktur im Garten und sorgen als Gehölze für ein positives Kleinklima inklusive Schattenbildung. Daher sind sie anderen, nicht bewachsenen Abgrenzungselementen wie Mauern, Gabionen, Holzzäunen vorzuziehen. Die Auswahl an schnittverträglichen Arten ist begrenzt, zumal der Buchsbaum auf Grund seiner Anfälligkeit gegen Zünsler und Pilzbefall nicht mehr empfohlen werden kann.
Für Hecken, die durch Schnitt auf zwei Meter Höhe gehalten werden, empfehlen sich Hainbuche, Liguster, Kornelkirsche, Schneebeere, Kirschlorbeer, Stechpalme, gegebenenfalls Feuerdorn. In naturnahen Gärten wird auf Thuja oder Scheinzypresse verzichtet, die außerdem unter dem sich fortschreitenden trockenen Klima Schäden zeigen.
In den ersten Jahren werden die Hecken im Winter und Sommer geschnitten, um einen dichten Wuchs anzuregen. Später reicht ein Schnitt gegen Mitte bis Ende August. Dabei ist zu achten, dass die Basis der Hecke breiter gehalten und oben schmaler wird.

Weitere Tipps

Eine gute Pflanzzeit ist der Herbst, da die Winterniederschläge das Einwurzeln begünstigen. Außerdem können die auch preiswerteren wurzelnackten Gehölze verwendet werden.
Denken Sie daran, dass immergrüne Gehölze vor Frostperioden nochmals gut gewässert werden, damit keine Trockenschäden in diesen Phasen entstehen.
Da Hecken ebenso unter der zunehmenden Sommertrockenheit leiden können, empfiehlt es sich, den Boden unter den Gehölzen mehrmals mit dünnen Schichten Rasenschnitt zu mulchen. Dies hält nicht nur die Feuchtigkeit, sondern führt dem Boden organische Substanz zu und erspart weiteres Düngen.
Um den Garten für Bienen, Insekten und weitere Tiere zu bereichern, bietet es sich an, den Übergang von der Hecke zur Garten- bzw. Wiesen- oder Rasenfläche mit Stauden und Gräsern zu bepflanzen. Dann haben Sie einen weiteren Beitrag zur Biodiversität im eigenen Garten geleistet. Und Sie geben ein gutes Beispiel ab, wie man Kies- und Pflasterflächen alternativ und sinnvoll gestalten kann!