Gemüseblog
Die letzten Tomaten ernten
23. September 2015

Bis vor kurzem präsentierten sich unsere Tomaten im Beet wüchsiger, ertragreicher und gesünder als unter dem Tomatendach, wo sie in leichtem Schatten standen.

Dies ist dem extrem trockenen Sommer zu verdanken, der der ansonsten gefürchteten Kraut- und Braunfäule einfach keinerlei Lebensmöglichkeit bot. Nun aber zeigen sich ganz deutlich Blattflecken. Solche Blattpartien, vor Allem im unteren Teil der Pflanzen und im schattigen Beet-Inneren pflücken wir jetzt laufend aus.

Leider sind aufgrund der plötzlich überreichen Wasserversorgung und der hohen Luftfeuchtigkeit viele Tomaten aufgeplatzt, sogar bereits zum Teil in unreifem Zustand. Beschädigte Früchte pflücken wir mehrmals wöchentlich aus, bevor die Wunden Fäulnis zeigen oder Essigfliegen anlocken. Solche Früchte lassen sich gut zu Suppe verarbeiten oder als Püree kochen und heiß in Gläser zu Aufbewahrung verwerten. Dabei lassen sich auch hellrote und einzelne grüne, jedoch ausgewachsene Exemplare mitverwenden.
Wer Tomaten unter einem Regendach hat, reduziert jetzt die Bewässerung, um weiteres Aufplatzen einzuschränken. Wir entspitzen die Tomaten unter dem Dach auch nicht, vor allem nicht kleinfrüchtige Sorten. Hätten wir, wie leider noch in manchen Büchern empfohlen, nach dem fünften Fruchtstand geköpft, hätten wir schon lange keine Früchte mehr. Bei manchen Sorten ernten wir derzeit den siebten Fruchtstand, der nächste wird wahrscheinlich auch noch frostfrei bleiben.
Vielerorts präsentieren sich die Triebspitzen der Tomaten dünn und somit leicht verkümmert. Dort bringt das Entspitzen gar nichts. Wo der oberste Blattschopf üppig entwickelt ist, fängt er die meisten Sonnenstrahlen ein. Wer mit dem baldigen Wintereinbruch rechnet, kann die Blütenansätze im obersten Bereich ausknipsen.