Gemüseblog
Was fliegt denn da?
4. Juli 2017

Sonores Brummen über dem Gewürzsalbei und dem Muskateller-Salbei, oft auch im Bereich um blühenden Blauregen und anderen Schmetterlingsblütlern!

Ein riesiges, schwarz glänzendes Insekt kurvt derzeit über vielen Gartenbeeten, wenn sich der Garten so wie bei uns in Veitshöchheim bunt blühend präsentiert.

Die Schwarze oder Blaue Holzbiene ist hierzulande die größte unter den Wildbienen. Sie ist glänzend schwarz am ganzen Körper, dazu schimmert sie intensiv stahlblau. Eigentlich kommen zwei Arten vor, die sich aber schwer unterscheiden lassen (die häufigere Xylocopa violacea und die größere Xylocopa valga).
Gerade zur Zeit der Muskatellersalbei-Blüte ist ihr Rücken hellgelb bis weiß überpudert. Damit verrät sie ihre Pollen-wechsel-dich Rolle: Bei jedem Blütenbesuch setzt sie sich kurz auf die Lippe der Salbeiblüten und wippt kurz mit dem Hinterteil nach unten. Zugleich betätigt sie mit ihrem Kopf bzw. ihrem langen Saugrüssel einen Hebelmechanismus an den Pollenfäden. Dabei drücken sich die Staubgefäße in einer kräftigen Abwärtsbewegung intensiv auf den Rücken der Biene und hinterlassen dort nach zahlreichen Blütenbesuchen einen richtigen weißen Streifen auf dem Rücken. Besucht sie zwischendurch ältere Blüten, berührt sie beim Landen die inzwischen länger gewachsene Narbe, die ganz nebenbei mit Pollen versorgt wird.
Das Wärme liebende Insekt zeigt sich mit den immer zuverlässiger warmen Sommern immer häufiger bei uns. Im Garten siedelt es sich an, wenn sie für die Kinderstuben älteres Totholz vorfindet, in die sie Brutgänge höhlt. Oder gröberes, stabiles Stängelmaterial. Darin legt sie Pollen ab, vermengt ihn mit selbst gesammeltem Honig, unterteilt die Brutröhre in ca. zwei Zentimeter lange Abschnitte und belegt jede Brutkammer mit einem Ei.
Nach etwa zehn Wochen schlüpfen die Jungtiere, die dann für den Winter in morschem Holz oder sonst an geschützten Stellen überwintern.
Die Holzbienen sind sehr friedlich und stechen nur, wenn sie sich in Lebensgefahr befinden.