Gemüseblog
Nashornkäfer
11. April 2018

Huch – da sind ja Riesen-„Engerlinge“ im Kompost!
Auffallend große merkwürdige Tiere verunsichern Freizeitgärtner, die nun den Kompost umsetzen.

Ältere Gartenfreunde haben noch in Erinnerung, wie die echten Engerlinge, die Larven des Maikäfers beträchtliche Schäden an den Wurzeln von Obstgehölzen und auch in Gemüsebeeten verursachten. Die erwachsenen Käfer umschwirrten dann die Bäume, wo sie den Grünaustrieb spürbar dezimierten. Das kommt heute nur noch an wenigen Orten in Bayern vor, wenngleich stellenweise auch sehr stark

Sind beim Kompostieren jedoch holzige Materialien wie Gehölzhäcksel im Spiel, sind die riesigen Larven des Nashornkäfers oder des kleineren Rosenkäfers gar nicht so selten. Die größten Larven sind mehrere Jahre alt. Zugleich findet man jetzt im April auch bereits geschlüpfte Käfer.
Unwissende Gärtner bringen leider, wie wir immer wieder hören, solche Kompostbewohner sofort um. Zugegeben – die bleichen Larven schauen für manchen schon gruselig aus. Sie sind jedoch völlig harmlos, sie leben ausschließlich von totem Material. Sie helfen sogar bei der Kompostieren, weil sie eben Holziges zerkleinern und die anderen Stoffe gut durchmischen. Und die Käfer sind einfach nur faszinierend.
Streng genommen sind Nashornkäfer „besonders geschützt“, wir dürften sie nicht stören. Also Kompostarbeiten sofort einstellen?
Praktischer ist es, Larven und Käfer so nebenher in einem Eimer mit etwas Kompost zu sammeln. Am Ende der Arbeiten bringt man sie dann wieder flach in geeignetes Kompostmaterial ein, das sich noch in Rotte befindet. So können sich die Larven weiter entwickeln. Die Käfer werden später nach einem recht kurzen Leben wieder Eier legen, so dass wir uns als Gärtner auch in den nächsten Jahren immer wieder an den urwüchsigen Tieren erfreuen können.