Gemüseblog
Schon wieder Spargel?
15. Mai 2018

Nein, ganz so schlimm ist es noch nicht. Allerdings wächst der Spargel derzeit aufgrund der warmen Witterung schnell und bleibt dadurch auch recht zart. Im Untergrund ist noch genügend Winterfeuchte.

Wir schneiden unseren Grünspargel derzeit täglich, spätestens alle zwei Tage. Pro Tag wachsen sie nämlich bis zu acht Zentimetern! Am besten sind die Stängel zwischen 22 und 27 Zentimetern lang. Die gut 22 Zentimeter langen Sprossen schneidet man am Boden ab. Man braucht sie meistens nicht zu schälen. Überlang gewachsene Triebe werden holzig-zäh.

Auch schwächere Triebe muss man abschneiden, um den Wurzelstock bis zum Ende der Schnittzeit, etwa um den 10. Juni herum, wüchsig zu halten.
Mit etwas Planung lässt sich Stress aber leicht vermeiden, im Vordergrund bleibt der vielfache Genuss:
Reicht der erste Schnitt nicht für eine Portion, lässt er sich in einer geschlossenen Box oder in einem Gefrierbeutel über Nacht oder bis zu drei Tagen im Kühlschrank aufbewahren.
Nun putzt man die Stangen: Ganz schwache zerschnippelt man, überlange schneidet man so weit zurück, bis sie sich im Schnitt zart anfühlen. Dickere Unterstücke kann man schälen und noch verwenden, dünne schneidet man längs und gibt sie zusammen mit den ganz schwachen und den Schälabfällen ins Kochwasser. Nach gut fünf bis zehn Minuten Kochzeit fischt man die Spargel-Putzstücke heraus, würzt das Wasser mit wenig Salz und Zucker und etwas Butter und gibt dann die dicksten guten Spargelstücke hinein. Nach einigen Minuten folgen dann die mitteldicken und wiederum nach einigen Minuten die dünnen Stücke. Vorsicht, nicht zu lange kochen, sonst zerfallen die zarten Köpfe.
Den "al dente" gekochten Spargel fischt man jetzt heraus und genießt ihn je nach Vorlieben mit Sauce Hollandaise oder verschiedenen Schinken. Das Kochwasser dient am nächsten oder übernächsten Tag als Grundlage für eine köstliche Spargelsuppe. Aus Mehl und Butter rührt man zunächst eine helle Mehlschwitze, mit dem kalten Kochwasser des Vortages gießt man auf. Fruchtiges Aroma bringt etwas Zitronensaft. Oder noch viel besser: Orange. Oder noch viel besser: Blutorangensaft.
Als Einlage dient bereits wieder frisch geernteter Spargel, gekocht und in kurze Stücke geteilt.
Hat die Familie dann nach einigen solcher „Zyklen“ doch einmal genug vom Spargel – einfach die Tagesernte einfrieren.

Weitere Informationen zu Grünspargel: