Gemüseblog
Möhren und Mangold blühen!!
28. August 2018

Bei Fahrten über Land ist es auf Rübenfeldern aufgefallen: Ungewöhnlich viele Rüben haben einen grünen, meterhohen Blütenschopf getrieben. In vielen Gärten blühen auch vereinzelt Mangoldpflanzen, die ja mit den Rüben eng verwandt sind. Bei uns im Schaugarten blühen mehrere Möhrenpflanzen.

Alle genannten Arten sind eigentlich „Zweijährige“, die in ihrem ersten Lebensjahr nur eine Blattrosette, nach der Überwinterung dann einen Blütentrieb hervorbringen. Waren es die zwischenzeitlich noch ungewöhnlich kalten Nachttemperaturen Mitte Juni, oder die seitdem wieder außerordentlich hohen Temperaturen ohne Regenfälle – manche der jungen Rosetten reagierten mit der Bildung eines Blütentriebes.
Eine solche „Umprogrammierung“ erfasst die ganze Pflanze. Sämtliche Assimilate fließen dann ab sofort Richtung Blüte mit dem Ziel der Samenbildung. Die Blätter bleiben klein und werden zäh, die Wurzel stellt das Dickenwachstum ein, dafür gibt es im Inneren zähe Fasern zur Verbesserung der Standfestigkeit. Folge: Blattgemüse wird hart und teils bitter, Möhren zäh und unbrauchbar.
Weil es bei uns nur wenige Exemplare auf dem Möhrenbeet sind, lassen wir sie stehen – für Insekten willkommene Nektar- und Blütenstationen, für unsere Besucher einfach Demonstrationsobjekte. Wer möglichst viel Gemüse ernten möchte, entfernt aufschießende Einzelexemplare so früh wie möglich. Ganz zu Beginn des Triebwachstums lassen sich Mangoldblätter sogar noch nutzen.