Gemüseblog
Liebstöckel abschneiden

Unsere imposante Liebstöckelpflanze hat reichlich Samen angesetzt, zugleich treibt sie aus dem Boden zaghaft neue Triebe.

Mal ehrlich – von der Riesenstaude nehmen wir nur ganz selten mal sparsam ein kleines Blatt für Suppe oder Eintopf. Ansonsten lassen wir sie meistens zugunsten der Insektenwelt aufblühen.

Auf den mannshohen Doldenbüschen setzt mit dem Aufblühen ein Gewimmel und Gebrumm ein. Die flachen Doldenblüten nähren vor allem Wildbienen, aber auch unsere wichtigsten Blattlausvertilger Schwebfliegen und Schlupfwespen. Wer abblühende Stängel bald abschneidet, fördert den Durchtrieb junger Blätter. Wir lassen die Stängel stehen, weil die reifen Samen gerne von Vögeln genommen werden, vor allem auch vom Distelfink. Wenn wir die reifen Stängel jetzt entfernen, lehnen wir sie zunächst einfach außen an den Komposter, so sind sie weiterhin gut zugänglich. Man kann auch einfach drei Stängel im Dreieck aufstellen und im oberen Teil fest zusammenbinden, so stehen sie frei. Wer die unteren Enden etwas in den weichen Boden drückt, macht das „Dreibein“ auch gut standfest.
Wer laufend einen hohen Bedarf an Liebstöckel hat, sollte sich zwei Pflanzen zulegen, die er versetzt abschneidet.
In manchen Gärten hält sich Liebstöckel nicht so gut. Wichtig ist ein nach unten hin lockerer Boden ohne Staunässe. Bei Neupflanzungen also am besten im, Spätherbst tiefgründig umgraben und im April pflanzen. Auf lockerem Sandboden keimen manchmal auch Jungpflanzen, gar nicht selten sogar in Pflasterfugen, wenn Samenstände in der Nähe gestanden sind. Solche Sämlinge lassen sich am besten nach ein paar Regentagen bergen, zunächst in einem Töpfchen mit Vermehrungserde aufpäppeln und dann (im April bis Mai, in den noch feuchten Boden) ins Beet gepflanzt.

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