Gemüseblog
Mach‘s noch einmal, Gärtner!
4. Oktober 2018

Zum Glück nicht auf unserer Gemüsefläche gewachsen: diese kräftigen Exemplare der Orientalischen Zackenschote (Bunias orientalis). Diese mehrjährige Staude macht sich zunehmend an Straßenrändern breit, aber auch in extensiv gepflegten Gärten – auch auf Gemüseflächen.

Sie verdrängt dabei eine Vielfalt anderer Arten. Im Winter sind die Flächen dann kahl, weil diese Staude vollständig einzieht. Somit sind solche Flächen in Hanglage erosionsgefährdet.

Es ist ratsam, die ersten Pflanzen, die sich ansiedeln, konsequent zu entfernen und keinesfalls aussamen zu lassen.
Die abgebildeten Pflanzen wurden im Frühjahr fünf bis zehn Zentimeter tief ausgestochen. Daraufhin haben sie erneut ausgetrieben, es haben sich sogar im trockenen Sommer ansehnliche Rosetten gebildet, die sich jeweils aus mehreren Teilwurzeln entwickelt haben. Nach dem ersten Regen im September, der den Boden etwas gelockert hatte, wurde nochmals 12 bis 15 Zentimeter tief nachgestochen.
Wer hat jetzt den längeren Atem? Vielleicht treiben die Rosetten aus den Reservestoffen der tiefer gelegenen Teilwurzel nochmals aus – dann einfach nochmals nachstechen. Und wenn es im Frühjahr nochmals nötig sein sollte, dann halt nochmals.
Ein ähnliches Verhalten haben auch andere Unkräuter mit Pfahlwurzel, zum Beispiel das gelb blühende Bitterkraut (Picris hieracioides) oder auch der Löwenzahn (Taraxacum officinale) im Rasen. Für beharrliche Gärtner sollte das aber kein Problem sein.
Übrigens sind junge Knospenstände der Zackenschote ein kräftig schmeckendes Brokkoli-Gemüse. Das bauen wir aber nicht im Garten an, wir ernten es reichlich und ohne schlechtes Gewissen an den Rändern von Feldgehölzen oder etwas entfernt vom Rand wenig befahrener Wege.