Gemüseblog
Plastik raus aus dem Garten
28. November 2018

Größere und kleinere Plastikteile bereiten zunehmend Probleme in den Weltmeeren. Welche Rolle sie in Böden mit ihrer reichen Lebenswelt spielen, ist derzeit noch gar nicht bekannt. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass es derzeit noch nicht einmal praktikable Methoden gibt, die Menge dieser Teile im Boden zu messen.

Umso sinnvoller ist es, vorsichtshalber den Eintrag von Kunststoffen in den Gartenboden möglichst klein zu halten. Jetzt sind immer mehr Böden ohne Pflanzenbewuchs, viele graben um. Dabei lohnt es sich, einen Eimer in der Nähe stehen zu haben, um einfach alle Plastikteile einzusammeln, solange sie noch sichtbar sind.

Es gibt zahlreiche verschiedene Kunststoffe. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in der Natur nicht schnell so abgebaut werden, dass sie dann wieder anderen Prozessen zur Verfügung stehen könnten. Für einen endgültigen Abbau muss man in Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden rechnen. Vielmehr zerfallen Kunststoffe in immer kleinere Einheiten, die in der Natur aber nicht genutzt werden können.
Nun wird man im Garten auf Plastik kaum verzichten wollen. Pflanzetiketten, Gießkanne, Verfrühungsvlies und Folien spielen ja auch jeweils eine sinnvolle Rolle im Garten. Sie sind halt nur nicht langlebig. Unter Lichteinwirkung werden Kunststoffe brüchig und spröde, die enthaltenen Weichmacher können diesen Vorgang nur hinauszögern, nicht verhindern.
Daher sollten nicht mehr benötigte Etiketten nach Gebrauch gleich eingesammelt werden. Wird die Gießkanne brüchig, sondert man sie aus, bevor sie stückchenweise zerfällt.
Früher haben wir gerne Bindegarn für Stroh-Pressballen verwendet. Sie beginnen bereits im ersten Einsatzjahr zu zerfasern. Im nächsten Jahr findet man oft nur noch Faserbüschel – daher nutzen wir sie nicht mehr.
Problematisch sind auch Big-Bags oder Planen aus Bändchengewebe. Sie zerfasern ebenfalls nach wenigen Jahren.
Insgesamt sollten diese Dinge nur noch begrenzt zum Einsatz kommen. Wenn sie altern, muss man sie frühzeitig entfernen.
Anders sind Folien aus Bio-Plastik zu werten. Sie sind zwar bei den Kompostwerken nicht gern gesehen, weil sie in den wenigen Wochen einer üblichen gewerblichen Kompostbereitung nicht abbauen. Unter Lichteinfluss im Garten verrotten sie aber nach wenigen Monaten.