Gemüseblog
Frost gibt Zeit
23. Januar 2019

Solange der Boden gefroren ist, gewährt uns der Garten eine kleine Pause.

Im Schatten bleibt auch alles Grüne tagsüber gefroren, und daher entnehmen wir jetzt nur kleine Mengen an Petersilie oder Rucola zum sofortigen Würzen.

Grüne Blätter, die zwar frosthart sind, leiden unter dem derzeitigen Wetter ganz besonders: Nachts ist es kalt, morgens scheint die Sonne. Dann erwärmen sich die Blätter schnell und verdunsten auch Wasser. Die noch gefrorenen Stängel und auch der Boden kann aber kein Wasser liefern. Dann vertrocknen die Blätter. Das ist bei Petersilie und Gartenampfer nicht so schlimm, weil die Knospen noch sehr lange überleben. Wer laufend weiter ernten will, deckt solche Pflanzen mit Vlies ab. Dann müssen die Blätter kein Wasser verdunsten, und das Vlies dämpft Temperatursprünge zwischen kalter Nacht und sonnigem Tag sehr stark.

So kommen auch Kresse, Feldsalat und Spinat viel besser durch den Winter.
Übrigens kann Schnee ebenfalls diese Funktion übernehmen. Im Schnee verdunstet kaum Feuchtigkeit, und auch der Schnee hält die sowohl die extremen Nachttemperaturen als auch die Sonneneinstrahlung ab. Unter günstigen Umständen lässt sich das Gemüse nach der Schneeschmelze noch gut ernten. Feldsalat kann auch unter dem Schnee geschnitten werden. Schöner ist übrigens Vlies und Schnee. Dann hebt man zur Feldsalaternte das Vlies vorsichtig an und schneidet die sauberen Röschen bequem ab.