Gemüseblog
Eisheilige kommen heuer vielleicht doch
6. Mai 2020

Zuerst sah es danach aus, als ob die Eisheiligen heuer ebenfalls Reiseverbot haben, die Prognosen waren recht günstig. Inzwischen müssen wir sowohl in dieser als auch in der nächsten Woche nochmals einzelne recht frische Nächte befürchten.

In Stadtlagen oder geschützt direkt am Haus dürfte es zwar frostfrei bleiben, empfindliche Fruchtgemüse wie Gurken, Zucchini, Paprika oder Tomaten sollten unbedingt über Nacht abgedeckt werden.

Zum Abdecken eignet sich Verfrühungsvlies, notfalls auch ein alter Vorhangstoff oder anderes Gewebe. Wer Folien verwendet, muss sie an hellen Sonnentagen unbedingt abnehmen, weil sie sonst schnell zu einem heftigen Wechselbad für die Pflanzen sorgen: Von der kalten Nacht steigt das Thermometer nämlich unter den Folien schnell über 30 Grad. Besonders empfindlich ist Basilikum. Sie werden auch bereits durch Temperaturen unter +5 Grad geschädigt, zumindest erleiden sie einen Wachstumsschock.
In Bayern gelten vor allem die drei frühchristlichen Märtyrer Pankraz, Servaz und Bonifaz als die drei „Eismänner“: „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie“ (12. bis 15. Mai). In Norddeutschland zählt noch Mamertus (11. Mai) zu den Eisheiligen dazu. Früher brachten sie sehr häufig die letzten Spätfröste in der Nacht. In den letzten Jahren wurden sie sehr unzuverlässig – meistens verliefen die Nächte in der fraglichen Zeit glimpflich, die Nachtfröste endeten bereits Anfang Mai oder sogar schon im April. Aber sicher sein können wir bis heute nicht.