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Gemüse im Gartenjahr - Hinweise und Anregungen zum Biogarten

Gemüsevielfalt

Wer eigenes Gemüse frisch aus dem Garten ernten möchte, findet hier einen Überblick über die Bedeutung einer gezielten Fruchtfolge für die Ernte von gesundem Gemüse.
Termine für Aussaat, Pflanzung, Pflege und Ernte wichtiger Gemüsearten begleiten Sie durch das Gartenjahr.

Januar

Während der Garten noch tief verschneit ist, haben die passionierten Gärtnerinnen und Gärtner ihren Blick schon auf das kommende "Gemüsejahr" gerichtet.
Jetzt ist genügend Zeit, um den Gemüseanbau zu planen und das Saatgut einzukaufen.

Wer sich frühzeitig einen Überblick verschafft, versäumt keinen Saat- oder Pflanztermin.

Die richtigen Gemüsearten auswählen - eigene Wünsche berücksichtigen

Für den Anbau im eigenen Garten stehen selbstverständlich die beliebtesten Gemüsearten ihrer Familie im Vordergrund. Spezialitäten wie Zuckermais, Broccoli, Chicoree, Pastinake, Fenchel oder seltene Salate sollten dabei nicht vergessen werden.

Auf den Platz kommt es an

In kleineren Gärten wird man vor allem Frischgemüse und Gewürzkräuter anbauen. Wer sich mit Gemüse selbst versorgen will, muss - einen guten Gartenboden vorausgesetzt - mit etwa 40 m² Gartenland für jede zu verpflegende Person rechnen. Meistens wird man nur eine teilweise Selbstversorgung anstreben, dann genügen kleinere Flächen. Für die Wege ist ein Flächenanteil von ca. 20 % zu berücksichtigen. Ein großzügig bemessener und immer gut zugänglicher Platz zum Kompostieren hilft bei der Pflege. Dies gilt auch für 3 m² Platz zum Erdbeeranbau und - wenn dies gewünscht wird - für Kartoffeln.
Wer fernab von guten Einkaufsmöglichkeiten für Gemüse wohnt und über geeignete Lagerräume verfügt, kann den Gemüsegarten selbstverständlich noch vergrößern.

Wer die Wahl hat...

Von allen Gemüsearten gibt es ein fast unübersehbares Angebot von alten und neuen Sorten. Beim Einkauf sollten solche bevorzugt werden, die widerstandsfähig gegen Krankheiten sind, wenig schossen und eine gute Qualität erwarten lassen. Es lohnt sich deshalb, teures Saatgut zu kaufen, das einige Vorteile bietet.

Der Anbau verschiedener Sorten ermöglicht vielfach eine gestaffelte Ernte. Bei Kohlrabi ist beispielsweise die Sorte 'Express Forcer' für den Frühanbau unter Folie und Glas besonders gut geeignet. Sorten wie 'Blaro', 'Noriko', 'Lanro' oder 'Superschmelz' sind u.a. im Sommer und Herbst zu empfehlen. Die Radieschensorte 'Knacker' ist für den frühen Anbau geeignet, während Sie 'Big Ben' oder 'Parat' besser im Sommer anbauen, weil sie kaum pelzig werden. Weitere Hinweise finden Sie unter: "Gemüsesorten für den Freizeitgärtner" der Bayerischen Gartenakademie.

Eine Skizze hilft beim Planen

Mit Hilfe einer Skizze "verplant" man das Gemüse auf die Beete.

Es wird dabei mit den Gemüsearten begonnen, die viel Zeit von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte benötigen.

Rechteckige Beetformen sind leichter zu pflegen; sie sollten daher bevorzugt werden.

In kleinen Gärten genügt ein etwa 0,5 m breiter Hauptweg.
Für größere Gärten ist ein Wegkreuz sinnvoll, so dass alle Beete auch mit einer Schubkarre gut erreichbar sind.

Mischkultur oder getrennter Anbau der Gemüsearten

Mit Hilfe der Mischkultur wird versucht, die vorhandene Fläche optimal zu belegen und die positiven Wirkungen verschiedener Gemüsearten untereinander auszunutzen. Die Pflanzen sollen sich gegenseitig im Wachstum fördern und die Abwehr gegen Schädlinge und Krankheiten erhöhen.

Die Vorteile sind jedoch nur dann zu erwarten, wenn die weiteren pflanzenbaulichen Maßnahmen wie Bodenverbesserung, richtiger Pflanzenabstand oder eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet sind. Zudem erschwert die Mischkultur Planung und Pflege des Gemüsegartens. Wer noch keine Erfahrung mit dem Gemüseanbau hat, sollte deshalb jeweils mit einer Gemüseart im Beet beginnen.

Anbau und Fruchtfolge richtig planen - gesundes Gemüse ernten

Krankheitserreger und Schädlinge vermehren sich im Gartenboden, wenn die gleichen Gemüse oder verwandte Arten zu häufig auf derselben Fläche angebaut werden. So sind beispielsweise die Möhre oder andere Doldenblütler wie Sellerie durch Älchen (Fadenwürmer), Kohl durch Kohlhernie oder Salate durch Pilzkrankheiten gefährdet. Wer Enttäuschungen vermeiden will, muss deshalb die Fruchtfolge richtig planen. Es kommt dabei auf ein gesundes Nacheinander der verschiedenen Gemüsearten an, weil dadurch nicht nur das Krankheits- und Schädlingsrisiko vermindert, sondern auch die Nährstoffe im Boden besser genutzt werden. Die richtige Fruchtfolge bewirkt demzufolge eine Mischkultur in zeitlicher Hinsicht.

Die folgenden Regeln einer richtigen Fruchtfolge sollten daher beachtet werden:
Gemüsearten wechseln
In keinem Beet darf zwei Jahre hintereinander an derselben Stelle die gleiche Gemüseart angebaut werden. Jahr für Jahr sollten sich Pflanzen verschiedener Familien auf jedem Beet abwechseln.
Empfindliche Pflanzenfamilien berücksichtigen
Die sogenannten Hauptkulturen benötigen eine lange Zeit für ihr Wachstum. Dazu gehören viele Kreuz-, Schmetterlings- oder Doldenblütler. Sie sollten nur in dreijährigem Abstand auf Pflanzenarten der eigenen Familie folgen. Eine dreijährige Anbaupause ist unumgänglich bei besonders lange stehenden Kulturen wie im Herbst geerntete Kohlarten, Sellerie, Petersilie oder auch Stangenbohne. Auf sandigen Böden mit niedrigem pH-Wert (Säurewert des Bodens), wo die Kohlgewächse durch die Kohlhernie gefährdet sind, sollten sogar fünf Jahre keine Kreuzblütler aufeinander folgen.
Diese Forderungen sind bereits annähernd erfüllt, wenn darauf geachtet wird, dass keine der besonders gefährdeten Pflanzenfamilien (Dolden-, Korb-, Kreuz-, Schmetterlingsblütler) regelmäßig mehr als ein Drittel bis ein Viertel der Gartenfläche einnimmt. Dies fällt manchmal schwer, wenn für den Speiseplan besondere Vorlieben zu berücksichtigen sind. Außerdem soll auf keinem Beet in zwei aufeinander folgenden Jahren die Hauptkultur aus derselben Pflanzenfamilie stammen. Wo keine auffälligen Anbauprobleme auftreten, genügt eine einfache Form der Anbauplanung: Auf einem großen Karton, der am besten im Geräteschuppen hängt, trägt man nur die Hauptkultur für jedes Beet ein. So kann leicht kontrolliert werden, ob die gleichen Kulturen zu dicht aufeinander folgen.
Die einfachste Form der Anbauplanung
  • Beet 1: Möhren
  • Beet 2: Tomaten
  • Beet 3: Bohnen
  • Beet 4: Zwiebel
  • Beet 1: Tomaten
  • Beet 2: Bohnen
  • Beet 3: Zwiebel
  • Beet 4: Gurken
  • Beet 1: Bohnen
  • Beet 2: Möhren
  • Beet 3: Gurken
  • Beet 4: Tomaten
Wer nichts dem Zufall überlassen möchte, kann eine richtige Anbauplanung mit Hilfe der nächsten Übersicht durchführen.

"Familienzugehörigkeit" wichtiger Gemüsearten

  • Kreuzblütler: alle Kohlarten, Rettich, Radies, Kresse
  • Schmetterlingsblütler: Erbse, Bohne
  • Doldenblütler: Möhre, Sellerie, Dill, Fenchel, Petersilie
  • Korbblütler: Kopfsalat, Endivie, Chicoree, Schwarzwurzel
  • Gänsefußgewächse: Spinat, Rote Rübe, Mangold
  • Liliengewächse: Zwiebel, Lauch, Knoblauch
  • Kürbisgewächse: Gurke, Kürbis, Zucchini, Melone
  • Nachtschattengewächse: Tomate, Paprika, Kartoffel
  • Baldriangewächse: Feldsalat
Vor- und Nachkulturen
Schnell wachsende Gemüsearten wie Radies, Salat oder Spinat werden, wenn die Hauptkulturen verteilt sind und noch genügend Anbauzeiträume zur Verfügung stehen, als Vorkulturen im Frühjahr oder als Nachkulturen im Sommer eingeplant.
  • Erste Gemüseaussaaten im Freiland
  • Gemüsearten zur Nachkultur
Wer noch alle drei Jahre mit gereiftem Mist/Kompost düngt, baut zuerst stark nährstoffbedürftige Hauptkulturen, in den Folgejahren weniger bedürftige Arten an. Heute versorgen die meisten Gärtner alle Beete gleichmäßig mit 3 l Kompost/m² und 50 g Hornmehl/m²; ergänzen dann bei mittelstark bedürftigen Arten drei bis vier Wochen später nochmals 50 g Hornmehl, bei stark bedürftigen nach weiteren vier Wochen nochmals.

Nährstoffbedarf - Aufzählung der Kulturen in absteigender Reihenfolge

  • Stark bedürftige Arten: Kohlarten außer Kohlrabi, Sellerie, Rote Rübe,Kartoffel
  • Mittelstark bedürftige Arten: Tomate, Gurke, Lauch, Endivie, Kohlrabi, Rettich
  • Weniger bedürftige Arten: Zwiebel, Bohne, Kopfsalat, Möhre, Erbse, Radies
Beet- und Wegeeinteilung belassen
Die Beet- und Wegeeinteilung sollte in jedem Jahr die gleiche sein. Dies erleichtert die Fruchtfolge und die Anbauplanung.

An die Bodenfruchtbarkeit denken
Einzelne Gemüsearten wirken sich günstig auf die Bodenstruktur aus. Hierzu zählen Lauch, Buschbohne oder Kartoffel. Sie hinterlassen einen besonders krümeligen Boden.
Anbau- und Erntetermine kennen
Witterungsbedingt ergeben sich bei Sä- und Pflanzterminen Verzögerungen. Im Weinbauklima kann man meist früher, in klimatisch benachteiligten Gegenden oft erst später aussäen.
Bei frühen Aussaaten und Pflanzungen (März/April) vermindert eine Vliesabdeckung das Risiko für Frostschäden. Ein weiterer Vorteil: Die Ernte kann um bis zu drei Wochen verfrüht werden. So sind beispielsweise Mitte März gesäte Radies je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif. Ende April gepflanzte Frühkartoffeln räumen das Beet Ende Juli bis Anfang August. Jetzt braucht man nur noch Gemüsearten zu suchen, die Mitte August gepflanzt oder gesät werden können.
Kohlfliegen treten ab Anfang bis Mitte April, Möhrenfliegen ab Ende April auf. Die Vliesauflage hält diese Schädlinge ab; weil sie auch das Wachstum der Kulturen fördert, sind die Pflanzen nach der Abnahme der Vliesüberdeckung ab Juni bereits weiter ausgereift. Wenn die Ernte unmittelbar bevorsteht, schaden Läuse und Gemüsefliegen kaum noch.
Für die Vorkultur wählt man am besten einen frühen, für die Hauptkultur einen mittleren Termin. Wer beispielsweise Rettich Mitte März aussät, kann deshalb Ende Mai bis Anfang Juni einen mittelfrühen Aussaattermin für Möhren einhalten. Diese sind dann Mitte Oktober erntereif.
Wie ein Könner planen
Die Anbau- und Fruchtfolgeplanung wird erleichtert, wenn der Gartenplan ohne die Gemüsearten gezeichnet wird. Anschließend heftet man über die Zeichnung Transparentpapier und trägt die Gemüsearten ein. Mit Hilfe eines weiteren Transparentpapiers kann die Planung variiert werden.

Platz gut ausnutzen
Der Platz im Garten wird gut genutzt, wenn er ganzjährig mit wechselnden Gemüsearten bestellt wird und wenn die Beetkulturen durch eingeschobene Vor- und Zwischensaaten ergänzt werden. Dadurch wird es möglich bis zu dreimal zu ernten. So kann man zur Salat- oder Kohlrabipflanzung regelmäßig Radies zwischen die Reihen aussäen. Wenn beispielsweise Anfang April Erbsen im Reihenabstand von 50 cm ausgesät werden sollen, sät man in die Zwischenräume bereits Anfang März Spinat. In Zwiebel- oder Möhrenaussaaten kann Kresse gesät werden.
Ein letzter Tipp
Anbauplanung BeetZoombild vorhanden

Anbauplanung

Das Zuordnen der Hauptkulturen auf die Beete erfordert Geduld, weil alle Anforderungen an die Fruchtfolge erfüllt werden sollen.

Dann werden die passenden Vor- und Nachkulturen sowie die Zwischensaaten ergänzt.

Es ist deshalb wichtig, den Zeitraum, in dem eine Gemüseart das Beet beansprucht, zu notieren.
Dies gelingt am besten mit einer grafischen Darstellung.
Mit der Balkenlänge wird hierbei gleichzeitig die Standdauer markiert.

Februar

Jetzt ist Zeit, die noch vorhandenen Saatgutbestände zu prüfen und wenn notwendig zu ergänzen. Im vergangenen Jahr eingekauftes Saatgut kann noch verwendet werden, wenn es kühl und trocken gelagert wurde. Nur bei Schwarzwurzel, Pastinaken und Wurzelpetersilie muss das Saatgut jedes Jahr neu eingekauft werden. Die nachstehende Aufstellung zeigt, wie lange Gemüsesaatgut haltbar ist.

Haltbarkeit von Gemüsesaatgut

  • 1 bis 2 Jahre: Dill, Schnittlauch
  • 2 bis 3 Jahre: Petersilie, Tomate, Zwiebel, Feldsalat
  • 3 bis 4 Jahre: Bohne, Erbse, Kopfsalat, Möhre, Sellerie
  • 4 bis 5 Jahre: Kohlarten, Rettich, Radies, Spinat, Rote Rübe
  • 5 bis 6 Jahre: Gurke, Kürbis
Bei weniger günstigen Lagerbedingungen ist von der jeweils kürzeren Zeit auszugehen. Wer sichergehen will, kann die Keimfähigkeit durch eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern prüfen. Falls wenig Saatgut keimt, muss dichter ausgesät werden.
Wenn die ersten warmen Tage in den Garten locken, der Boden aber noch zu nass zur Bearbeitung ist, kann der Kompost umgesetzt oder ein Mistbeet gepackt werden. Jetzt ist auch Zeit für eine Bodenuntersuchung, falls in den vergangenen Jahren keine durchgeführt wurde. Nur so ist eine gezielte Düngung möglich.

März

Im März kann man, wenn es das Ergebnis der Bodenuntersuchung erlaubt, etwa 3 l Kompost je m² düngen. Die Stickstoffgaben sind jetzt noch sparsam zu bemessen. 20 g eines Stickstoffdüngers je m² vor Kohlrabi oder Salat sollten in keinem Fall überschritten werden.
Für die ersten Aussaaten und Pflanzungen wird der Boden schonend bearbeitet. Umgegrabene Flächen werden mit dem Krail oder Rechen eingeebnet und saatfertig vorbereitet. Ein nicht umgegrabener Boden, insbesondere wenn er mit Gründünger im vergangenen Herbst bestellt wurde, trocknet und erwärmt sich langsamer.
Sehr frühe Aussaaten keimen im noch kalten Boden recht langsam. Es ist deshalb oft besser, mit der Aussaat zu warten. Die Keimlinge entwickeln sich dann umso schneller und sind weniger anfällig für Krankheiten im Saatbeet. Alle Aussaaten drückt man mit dem Rücken des Rechens oder mit einer Schaufel an.
Die ersten Setzlinge bezieht man am besten aus einer Gärtnerei, die kräftige, gut abgehärtete Jungpflanzen anbietet.
Die unter ungünstigen Bedingungen selbst gezogenen Pflanzen kümmern oft und holen den Rückstand zu wüchsigen Pflanzen nie mehr auf.

Bei selten angebotenen Gemüsearten wie Bleichsellerie bleibt keine Wahl. Sie müssen selbst herangezogen werden.
Mit Lochfolien, Vliesen, Folientunneln oder Frühbeetkästen werden die Wachstumsbedingungen verbessert, so dass eine um ein bis drei Wochen frühere Ernte möglich ist.
Vliese halten zusätzlich Gemüsefliegen von Rettich und Möhren fern, wenn sie unmittelbar nach der Saat aufgelegt werden. Unter der Voraussetzung, dass die Auflage dicht geschlossen ist, erhält man dann madenfreies Gemüse.
Vliese können bis höchstens Ende Mai auf den Beeten liegen bleiben. Anschließend sollte man Kulturschutznetze verwenden, die mehr Licht und Luft durchlassen.
Wann Verfrühungsvlies abgenommen werden muss
  • Radies: unmittelbar vor der Ernte
  • Särettich: bei Bleistiftstärke des Rettichs
  • Möhren: bei Bleistiftstärke der Möhren
  • Kohlrabi: unmittelbar vor der Ernte
  • Blumenkohl: bei beginnender Blumenbildung
  • Kopfsalat: 2 bis 3 Wochen vor der Ernte

April

In einem Gartentagebuch werden schon jetzt die wichtigen Beobachtungen festgehalten. Man notiert sich Sorten, die gut keimen und die sich am schnellsten entwickeln. Die Beete werden nach und nach wie im Anbauplan vorgesehen mit weiteren Aussaaten und Pflanzungen bestellt. Zu dicht stehende Jungpflanzen werden vereinzelt, auflaufendes Unkraut frühzeitig entfernt.

Bohnen ReihensaatZoombild vorhanden

links: ausgepflanzte Bohnen
rechts: lückiger Bestand nach Aussaat

Viele Gemüsearten können jetzt auf einem Saatbeet oder im Frühbeetkasten ausgesät und später in das vorgesehene Beet umgepflanzt werden.

Im April im Haus am Fenster angezogene Gurken oder Bohnen haben Mitte Mai nach dem Auspflanzen einen kleinen Vorsprung und sind weniger durch Schnecken und Bohnenfliegen gefährdet.
Frühbeete und Folientunnel müssen an warmen Tagen regelmäßig gelüftet werden. Auch unter der Lochfolie ist jetzt auf Schneckenbefall zu achten. Die beste Bekämpfung ist immer noch das regelmäßig am Abend durchgeführte Absammeln der Tiere.
Flachabdeckungen mit Lochfolie müssen später bei fortschreitendem Wachstum rechtzeitig abgenommen werden und zwar an trüben Tagen, damit das unter den Folien herangewachsene empfindliche Gemüse keinen "Sonnenbrand" erleidet.
Flach und rundum dicht aufgebrachte Kulturnetze verhindern weiterhin das Eindringen der Gemüsefliegen und sorgen damit für madenfreie Rettiche und Möhren.

Notizen zum Gartenjahr: Beispiel eines Terminkalenders

  • Januar: Anbau und Fruchtfolge planen; Samenkataloge besorgen
  • Februar: Sämereien besorgen, auf Samentüten Jahr des Kaufs vermerken; Keimtest bei altem Saatgut; wenn noch nicht geschehen, Bodenprobe untersuchen lassen; Mistbeet packen, Verfrühungsvlies o.ä. zur Ernteverfrühung besorgen
  • März: Beete für erste Aussaaten und Pflanzungen herrichten; Gründüngungspflanzen kompostieren; düngen (gemäß Gartenpass, Bodenprobe); Tomaten-, Bohnenstangen, Erbsenstütze besorgen
  • April: Weitere Aussaaten, Folientunnel lüften; Schnecken aufsammeln, Folien- bzw. Vliesabnahme; Vorkultur von Bohnen in Töpfen
  • Mai: Vorkultivierte Pflanzen aus dem Zimmer oder Frühbeet gut abhärten; mit dem Ausbringen frostempfindlicher Kulturen bis Mitte des Monats warten
  • Juni: Kulturnetze überprüfen, Kontrolle auf Schädlingsbefall; Herbstgemüse aussäen, Buschbohnen legen; Urlaubsvertretung (für Gießen u.a.) verabreden
  • Juli: Herbstgemüse aussäen; letzten Salatsatz auspflanzen
  • August: Gründüngung auf freiwerdende Beete; Spinat, Feldsalat, Winterzwiebel, Herbstsatz Radies
  • September: Lagerräume vorbereiten; Spinat, Feldsalat säen; Gründüngung
  • Oktober: Wurzelgemüse ernten, Wintergemüse einlagern; Tomaten vor dem ersten Frost abnehmen; Salate mit Vlies vor kräftigen Nachtfrösten schützen; Schnittlauchballen für Wintertreiberei vorbereiten
  • November: Umgraben oder mulchen; Lauch, Endivien und Zuckerhut einschlagen; Bodenprobe ziehen und Versand an das Labor
  • Dezember: Chicoree antreiben; Gartentagebuch auswerten; Geräte einwintern
Nach den Eisheiligen Mitte Mai können frostempfindliche Arten wie Tomate und Gurke gepflanzt werden.

Auch jetzt ist noch eine Kompostgabe von drei Litern je Quadratmeter zur Bodenvorbereitung möglich, soweit nicht bereits früher erfolgt.
Bei stark nährstoffbedürftigen Gemüsearten ist in die wachsenden Kulturen eine Stickstoffgabe angebracht, z.B. in Form von Ammonsulfatsalpeter oder Horndünger.
Sehr humose Böden benötigen jetzt - wenn überhaupt - nur noch eine reduzierte Stickstoffdüngung, weil die Tätigkeit der Bodenorganismen einen Teil des benötigten Stickstoffes aus dem Humus aufschließt.
Auskunft gibt eine Bodenuntersuchung auf verfügbaren Stickstoff.

Folgesätze von Kopfsalat, Möhren und anderen sollten nicht vergessen werden.

Juni

Abgeerntete Beete werden laufend mit Folgekulturen bestellt.

Ein flaches Hacken zwischen den Kulturen hemmt das Unkraut, gleichzeitig sinkt die Wasserverdunstung aus dem Boden.

Bei einigen Kulturen wie Erdbeere, Tomate, Gurke oder Paprika kann der Boden mit Strohmulch bedeckt werden, was für eine gleichmäßige Bodenfeuchte sorgt.
Und nicht vergessen: Gut schmeckende Gemüsesorten werden im Tagebuch notiert.

Juli

Noch zu Monatsbeginn ist Zeit für die Aussaat, bis Monatsende für die Pflanzung von Herbstgemüse wie Chinakohl, Fenchel, Winterendivien oder Zuckerhut. Mit ihnen lassen sich die frei werdenden Beete sofort wieder belegen. Die genannten Gemüse sollten in Töpfchen vorgezogen werden, wenn die vorgesehenen Beete erst später als geplant geräumt sind.

Radies und Kopfsalat für die Ernte im Spätsommer müssen jetzt gesät werden. Sie sind jedoch im August fleißig zu gießen.

August

Im Hochsommer ist die richtige Aussaatzeit für Spinat und Feldsalat gekommen. Zur Bodenpflege können abgeerntete Beete, die nicht mehr benötigt werden, mit Gründüngungspflanzen eingesät werden. Diese Maßnahme empfiehlt sich vor allem für sandige Böden. Im August können fast alle angebotenen Gründüngungspflanzen eingesät werden. Eine Roggeneinsaat ist sogar noch später möglich.
Noch wüchsige, besonders nährstoffbedürftige Gemüsearten dürfen mit Stickstoff gedüngt werden. Alle späteren Düngergaben sind auswaschungsgefährdet. Pflanzen in humosen Böden benötigen keinen Stickstoff mehr, weil dieser aus dem Humus nachgeliefert wird.

September

Im September ist Erntezeit. Es können jedoch noch Feldsalat, Spinat, Winterportulak oder Gründüngungspflanzen zur Überwinterung ausgesät werden. Eine Einsaat empfiehlt sich besonders nach gut mit Nährstoffen versorgten Gemüsearten, um den im Boden verbliebenen Stickstoff auszunutzen. Eine Nitratauswaschung in das Grundwasser kann damit wirkungsvoll verhindert werden.

Oktober

Gemüsearten, die gelagert werden sollen, müssen bei trockenem Wetter möglichst unbeschädigt geerntet werden. Gemüse wächst, solange es noch warm genug ist. Möhre, Sellerie oder Endivie vertragen sogar geringe Frostgrade. Bei zu starken Frösten leidet jedoch die Lagerfähigkeit. Man sollte deshalb die Ernte möglichst lange herauszögern, jedoch die Witterung genau beobachten. In den letzten Jahren gab es im Oktober nur leichte Nachtfröste, vor denen man Möhren, Rote Bete und Herbstsalate mit Vlies schützen konnte. Geerntetes Gemüse kann man mäusesicher an schattiger Stelle im Freien lagern, wenn ein kalter Lagerkeller fehlt.
Vor dem ersten Frühfrost grün abgeerntete Tomaten reifen in einem temperierten Raum nach. Schnittlauchballen aus dem Garten werden jetzt eingetopft und mit dem Topf wieder eingegraben. Sie können im Winter am Küchenfenster angetrieben werden. Dies gelingt dann am besten, wenn der Schnittlauch im Garten drei Wochen lang dem Frost ausgesetzt war.

November

Im November werden schwere Böden umgegraben, um die lockernde Wirkung der "Frostgare" auszunutzen. Im Frühjahr braucht man dann nicht allzu lange auf das Abtrocknen des Bodens zu warten. Gedüngt und gekalkt wird erst im Frühjahr. Sandige Böden sollten jetzt weitgehend mit Gründüngungspflanzen oder überwinterndem Gemüse bestellt sein. Wenn dies nicht möglich ist, werden sie mit Laub abgedeckt, d. h. gemulcht.

Alle Erntereste werden kompostiert. Das Abdecken der Beete mit Kompost oder Ernteresten, vor allem das Einarbeiten von grünen Pflanzenteilen insbesondere von Schmetterlingsblütlern, kann nach dem Verrotten der stickstoffreichen Stängel- und Blattreste zu einer Nitratauswaschung in das Grundwasser führen. Man gräbt daher erst nach Mitte November um, wenn der Boden so kalt ist, dass kaum noch Nitrat freigesetzt wird. Bei sandigen Böden wartet man deshalb mit dem Einarbeiten besser bis zum Frühjahr und nutzt somit erst dann den vorhandenen Stickstoff, um mineralischen Dünger einzusparen. Wenn das Einarbeiten der Gründüngungspflanzen im zeitigen Frühjahr nicht möglich ist, weil Frühgemüse angebaut wird, werden die aus dem Boden gezogenen Pflanzen kompostiert. Die Beete sind dann pflanzfertig vorbereitet.

Dezember

Jetzt erinnert nur noch der im Garten eingeschlagene Porree oder Rosenkohl an das vergangene Gartenjahr. Nun ist die Zeit gekommen, um die Eintragungen im Gartentagebuch auszuwerten. Wer es sorgfältig geführt hat, kennt jetzt die Gemüsearten und -sorten, die sich bewährt haben. Die Anbauplanung für das nächste Jahr kann beginnen.