Gartentipp
Frucht-Rosen im Herbst
28. September 2015

Der Herbst kann durchaus attraktiv sein, wenn buntes Laub und Früchte zum Vorschein kommen. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen Ihnen, dass Rosen auch nach der Blüte den Garten noch zieren.

Rosen werden hauptsächlich wegen ihrer Blüte gepflanzt, aber es gibt Arten und Sorten die wunderschöne Früchte hervorbringen und dadurch die Rosen-Saison verlängern. Die Früchte der Rosen, die Hagebutten, sind ein attraktiver und haltbarer Herbstschmuck. In herbstlichen Gebinden und Dekorationen findet man immer wieder Zweige mit unterschiedlichen Hagebuttenformen und –farben. Für Wildtiere bieten Rosen Schutz und Nahrung. Nicht nur Wildrosen bilden Hagebutten, auch manche Gartensorten tragen nach der Blüte Früchte.

Attraktive Wildrosen

Wildrosen sind in der Regel einmalblühend und bilden anschließend schöne Früchte aus. Die Hagebutten werden von vielen Tieren gefressen und schließlich auch verbreitet. Am bekanntesten ist sicherlich die heimische Hundsrose Rosa canina mit einfachen, rosafarbenen Blüten. Sie liefert draußen in der Flur Pollen für verschiedene Insektenarten. Im dichten Zweiggestrüpp nisten Vögel, und Nützlinge nutzen die Hundsrose als Überwinterungsraum.
In Norddeutschland findet man häufig die Kartoffel-Rose Rosa rugosa. Sie ist landschaftsprägend im Nordseegebiet und verdrängt sogar andere Pflanzen. Sie wird häufig als Windschutz-Hecke eingesetzt. Auch die Kartoffel-Rose ist einfachblühend und besitzt dunkelrosa und manchmal weiße Blüten. Die Früchte sind größer und kugeliger als bei der Hundsrose.
Die meisten Hagebutten färben rot und sind kugelig. Es gibt jedoch Arten, deren Früchte flaschenförmig oder schwarz gefärbt sind.

Gartenrosen mit Früchten

Viele einfach blühende oder halbgefüllte Gartenrosen sind aufgrund ihrer langen Blütezeit auch für Insekten sehr attraktiv. Schneidet man die Blütenstände nach dem ersten Flor zurück, bilden sich im August und September erneut Blüten. Nach dem Verblühen des zweiten Blütenflors gibt es Sorten, die Hagebutten bilden, auch wenn dies gar nicht der Hauptaspekt der Rose ist. Die Strauchrose ‘Mozart‘ zieren kleine, rund orangefarbene Hagebutten, die in Büscheln stehen. Wie auch die Kleinstrauchrose ‘Canzonetta‘ bilden noch viele andere Rosen Früchte aus, wenn man die verblühten Blüten nicht abschneidet. Manchmal weiß man das gar nicht und ist vom Erscheinen überrascht.

Hagebutten zum Verzehr

Hagebuttenrosen sind „Vitaminrosen“, denn die Früchte sind tatsächlich vitaminreich. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten werden deshalb Fruchtrosen gerne verzehrt. Bei der Verarbeitung sollten jedoch die mit Härchen besetzten Samen entfernt werden. Diese können Juckreiz verursachen. „Hiffenmark“ nennt man die Hagebuttenkonfitüre vielerorts in Bayern. Die getrockneten Schalen und Kerne werden zur Teebereitung verwendet. Aus Hagebutten kann man Liköre und Fruchtweine herstellen. Probieren Sie die Früchte auch mal roh. Dann entfernen Sie einfach die Samen.
Wenn Sie Hagebutten als Lebensmittel verwenden, dürfen es nur Früchte von unbehandelten Rosen sein. Pflanzenschutzmittel sollten während des Jahres nicht angewendet worden sein.