Gartentipp
Blasenläuse an den Johannisbeeren
15. Mai 2017

Besorgte Freizeitgärtner wenden sich an das Gartentelefon, wenn rötliche Blasen an den Blättern von Johannisbeeren auftreten. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Auskunft und beraten.

Blattveränderungen gehen oft mit Krankheiten oder Schädlingen einher. Meist finden die Symptome erst Beachtung, wenn der Schaden schon ausgeprägt ist.

Schadbild

An den jung ausgetriebenen grünen Blättern roter Johannisbeersorten fallen blasige und rot gefärbte Aufwölbungen an den Blattoberseiten auf. Dreht man das Laubblatt um, so sieht man auf der Unterseite grünliche Blattläuse: Johannisbeerblasenläuse. Oft findet man wenige große Tiere und viele junge. Wie andere Blattläuse vermehren sich auch die Blasenläuse sehr schnell. Diese verursachen dann durch ihre Saugtätigkeit das Schadbild mit den rötlichen Blasen. Die klebrigen Ausscheidungen der Blattläuse, der Honigtau, begünstigen das Auftreten von Schwärzepilzen. Blattfall ist möglich. Bei sehr starkem Befall, vor allem an jungen Pflanzen kann es auch zu Wachstumsstörungen der Pflanze kommen.
Weiße und schwarze Johannisbeeren können ebenfalls von der Johannisbeerblasenlaus befallen sein. Der Schaden bleibt dort oft unentdeckt, da die blasigen Wölbungen grün bleiben oder leicht gelblich färben und nicht rot wie bei roten Johannisbeersorten.
Später können an allen Johannisbeeren grüne Johannisbeertriebläuse auftreten. Sie verursachen weder Verfärbungen noch Blasen, jedoch Verkrümmungen der Triebspitzen.

Entwicklung der Johannisbeerblasenlaus

Sieht man nicht rechtzeitig nach dem Schädiger, sucht man vergeblich. Wie andere Blattläuse auch, sind Johannisbeerblasenläuse Nahrung für verschiedene Insekten. Marienkäfer und ihre Larven fressen Blattläuse ebenso wie die Larven von Schweb- und Florfliegen oder auch verschiedene Vögel picken die Schädlinge weg. Es kann aber auch sein, dass die Johannisbeerblasenläuse auf andere Pflanzen abgewandert sind. Schon bald nach dem Erscheinen an den Johannisbeeren nutzen sie verschiedene krautige Pflanzen, an denen sie im Sommer Pflanzensaft saugen. Dann kommen die Blasenläuse im Herbst zurück, um an den Trieben ihre Eier abzulegen, aus denen dann, mit dem Entfalten der ersten Blätter im Frühjahr, wieder junge Blattläuse schlüpfen.

Gegenmaßnahmen

Meist ist der Befall mit der Johannisbeerblasenlaus mehr optischer Natur und schädigt die Pflanze nicht nachhaltig. Wichtig ist die Kontrolle schon ab April, gleich wenn sich die ersten Blättchen entfalten. Findet man hier Anzeichen der Läuse, so zerdrückt man den Schädling mit den Fingern oder entfernt die Blättchen mitsamt dem Tier. Somit ist die rasche Vermehrung unterbunden.
In einem naturnahen Garten gibt es Nützlinge, deren bevorzugte Nahrung Läuse sind. Deshalb sollten Sie von einer chemischen Behandlung der Schädlinge Abstand nehmen.