Gartentipp
Die „Wickler“ sind unterwegs
22. Mai 2017

Wer aufmerksam durch den Garten geht kann manchmal an Gehölzen eingesponnene Triebteile entdecken. Ganz punktuell treten dabei die Gespinste auf. Was es damit auf sich hat erklären die Experten der Bayerischen Gartenakademie.

In Apfelbäumen und an Rosen sind Triebe eingerollt und angefressen. Rasches Handeln ist gefragt.

Versponnene Triebe im Garten

Jetzt findet man an Apfel und anderen Obstbäumen sowie verschiedenen Ziergehölzen zusammengedrehte oder versponnene Blätter, in deren Inneren kleine Räupchen sitzen und dort munter fressen. Auffallend sind auch die dunklen Kotkrümel. Bei Störung schlängeln sich die Tiere schnell rückwärts. Dies ist ein typisches Zeichen für Wicklerraupen. Zu Beginn der Entwicklung werden Knospen und junge Blätter in geselliger Runde verspeist. Später spinnen sich die einzelnen Räupchen in Blätter ein, um dort ungestört weiter zu fressen.
Sind Pflanzen von Räupchen der Gespinstmotte befallen, vollzieht sich die Gespinstbildung sehr rasch. Die Räupchen sitzen dann in Gruppen zusammen und fressen recht rasch die Blätter der Wirtspflanze weg. Auch hier werden gerne Apfel, aber auch Pfaffenhütchen, Schlehe und andere befallen. Entfernt man die Gespinste mit den Schädlingen nicht, kann es nach jährlichem Befall über die Jahre durchaus zur Schwächung der Pflanze beitragen.

Die Schere ist der Freund

Egal ob es sich um Gespinste von Wicklern oder Gespinstmotten handelt, Sie sollten möglichst sofort zur Schere greifen und die Gespinste abschneiden. Nehmen Sie gleich eine große Plastiktüte mit und lassen Sie die abgeschnittenen Triebteile hineinfallen. Dann entsorgen Sie das gut zusammengeschnürte „Paket“ in der Restmülltonne. Vorsorglich schützen Sie sich selbst vor möglichen Hautreizungen mit Handschuhen und langer Kleidung.
Chemischer Pflanzenschutz ist schon allein deshalb nicht möglich, weil die Schadraupen geschützt in den mehr oder weniger dichten watteartigen Gespinsten und in den zusammen gesponnenen Blättern sitzen. Ein Kontaktmittel käme gar nicht zum Schädling.
Wichtig ist vorbeugender Pflanzenschutz. Vögel wie beispielweise Meisen picken die Räupchen fleißig, besonders im jungen Stadium, aus den Verstecken der Triebe heraus. Fördern Sie insektenfressende Vögel, die außerdem auch die Falter fangen, sowie räuberisch lebende Wanzen, die sich über die Eier und Raupen hermachen.
Nachdem die Pflanzen von den Schadstellen befreit sind, erholen sie sich bald wieder und wachsen weiter.