Gartentipp
Unkompliziert und blühfreudig – der Frauenmantel
12. Juni 2017

Wer eine pflegeleichte Blattschmuckstaude für den naturnahen Garten sucht ist mit dem Frauenmantel gut bedient. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie stellen die Vorzüge heraus.

Durch die lange Blühzeit von Ende Mai bis in den Herbst und das dekorative Blattwerk nutzt man den Frauenmantel auch gerne für romantische Sträuße.

Unkompliziert und pflegeleicht

Besonders häufig findet man in den Gärten den Großblättrigen Frauenmantel (Alchemilla mollis). Diese robuste Art besitzt weiche samtige Blätter und wird deshalb auch Weicher Frauenmantel genannt. Die Pflanze wächst auf nahezu allen Gartenböden. Nässe verträgt sie weniger, kommt dafür aber mit Trockenheit gut zurecht. Am liebsten sind ihr sonnige Standorte oder Halbschatten. Im vollen Schatten bildet die Pflanze weniger Blüten.
Hat sich der Frauenmantel im Garten etabliert, kann er fast zum „Unkraut“ werden. Besonders der Weiche Frauenmantel besitzt einen großen Vermehrungsdrang und treibt sogar in Pflasterfugen und Mauerritzen aus. Kurz nach der Hauptblüte sollten Sie deshalb die gesamte Pflanze bis auf wenige Zentimeter über der Erde abschneiden. Dies verhindert das unkontrollierte Aussamen. Nach Starkregen bleibt der Frauenmantel oft am Boden liegen, besonders dann wenn er schon eine Höhe von 40 bis 50 Zentimetern erreicht hat. Auch hier hilft der radikale Rückschnitt. Innerhalb weniger Wochen bilden sich wieder kompakte Pflanzen mit jungen Blättern.
In kleineren Gärten bzw. bei weniger Platz können Sie niedriger bleibende und kompakte Frauenmantel-Arten verwenden. Der Zierliche Frauenmantel (Alchemilla epipsila) beispielsweise ist die kleine Schwester, die bedingt durch den schwächeren Wuchs auch nach Regenfällen noch stabil steht. Der Kleine Frauenmantel (Alchemilla erythropoda) wächst langsam und eignet sich für die Pflanzung in Steingärten und Gefäßen.
Selbst strengere Winter können dem Frauenmantel nichts anhaben. Jedes Jahr erscheint er mit neuer Kraft zwischen anderen Stauden und kleinen Gehölzen. Durch seine unaufdringliche Farbigkeit und Struktur lässt er sich gut in Staudenbeete integrieren. Hat sich Frauenmantel stark ausgebreitet, so lässt er sich gut teilen und dadurch jung halten.

Schön und gesund

Nach einem Regen oder wenn sich Tau gebildet hat, ist der Frauenmantel besonders schön. Die Tropfen sitzen dann wie Perlen oder Diamanten auf den filzigen Blättern und glitzern bis sie von der Sonne aufgesaugt werden. Die reiche Blüte mit gelblich-grüner Färbung erscheint wie eine duftige Blütenwolke über den fast runden Blättern des Frauenmantels.
Dekorative Ideen lassen sich mit den grünen Blättern oder den gelb-grünen Blüten gut verwirklichen, da der Frauenmantel unaufdringlich wirkt und sich gut mit anderen Blüten kombinieren lässt. So erleben beispielsweise Rosenblüten eine neue Leichtigkeit. Sogar getrocknete Blüten sind noch gut einzusetzen.
Frauenmantel ist nicht nur genügsam, er ist auch robust. Zu viel Nässe fördert allerdings Wurzelfäulen. Echter Mehltau und Rost können auftreten. Schädlinge jedoch bleiben der Pflanze fern, sogar die gefräßigen Schnecken.
Lediglich der Gewöhnliche Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) wird als Heilpflanze gegen verschiedene Beschwerden, besonders „Frauenleiden“ verwendet. Er wächst wild in feuchten Wiesen.