Gartentipp
Beerenpflege nach der Ernte
17. Juli 2017

Bedingt durch die heißen Temperaturen endet die Beerenernte nun schon bald. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, was dann bei Erdbeere, Johannisbeere und Co. zu tun ist.

„Nach der Ernte ist vor der Ernte“: Richtige Pflegemaßnahmen nach dem Ende der Erntezeit fördern eine üppige Ernte im nächsten Jahr.

Erdbeere

Abgeerntete Erdbeeren schneiden Sie stark zurück. Lediglich die Herzblätter bleiben stehen. Die Strohunterlage wird entfernt und der Boden gelockert. Nun wird gedüngt, z.B. mit Hornmehl, und vor allem durchdringend gewässert, besonders bei Trockenheit. Das stärkt die Pflanze, die nämlich noch im gleichen Jahr die Blüten anlegt und somit für die Früchte zur nächsten Saison sorgt. Kräftige Ausläufer einer ertragreichen und gesunden Sorte können Sie als neue Jungpflanze nutzen.
Spätestens nach einer dritten Ernte empfiehlt es sich das Erdbeerbeet neu anzulegen. Nicht nur, dass die Ernte immer geringer ausfallen würde, auch Wurzelkrankheiten können vermehrt auftreten, wenn die Pflanzen zu lange auf der gleichen Fläche stehen. Eine Neupflanzung ist im Juli und August optimal, um bis zur kalten Jahreszeit ausreichend kräftige Pflanzen zu haben. Sollte das neue Pflanzbeet noch nicht zur Verfügung stehen, so können Sie die Jungpflanzen in Balkonkästen oder andere Gefäße pflanzen. Dort wachsen sie weiter und bilden einen kräftigen Wurzelballen bevor sie an den geplanten Platz im Garten kommen.

Stachelbeere und Johannisbeere

Bei Sträuchern heißt es nun Auslichten. Zweige, die schon vier Jahre und älter sind, müssen grundsätzlich herausgeschnitten werden. Meist wachsen auch schon Flechten am Holz. Dafür lassen Sie die gleiche Anzahl neuer, kräftiger Triebe stehen. Schneiden Sie dichte, überkreuzte und schwache Zweige weg. So haben Sie bis zu zwölf straff aufrechte Triebe an einem Strauch, aus jedem Jahr drei bis vier. Besonders an Stachelbeeren wachsen viel bodennahe Triebe, die weg geschnitten werden. Dies erleichtert auch die Ernte im nächsten Jahr.
Bei der Erziehung einer Spindel oder eines Heckenspaliers gilt das Rotationsprinzip, denn Sie schneiden ebenfalls den ältesten weg, um einen kräftigen Jungtrieb nach oben zu ziehen.

Sommerhimbeere

Auch die köstlichen Sommerhimbeeren sind nun abgeerntet. Abgetragene Ruten schneiden Sie bodeneben ab und entfernen sie aus der Anlage, besonders dann, wenn schon zur Erntezeit einzelne Ruten mit den Früchten eingetrocknet sind. Diese sind mit der Himbeerrutenkrankheit befallen und können die neuen Jungruten infizieren. Finden Sie dort auch schon violette oder braune Flecken, so schneiden Sie die infizierten Jungruten weg, da sonst spätestens im nächsten Jahr zur Erntezeit der Schaden wieder auftritt. Bei wüchsigen Pflanzen sind viele neue Jungtriebe keine Seltenheit. Es sollten jedoch nicht mehr als zehn bis zwölf kräftige Ruten je laufender Meter bleiben, um eine gute Durchlüftung des Bestandes zu gewährleisten.

Brombeere

Und jetzt noch die dunkle Brombeere. Ähnlich wie bei Himbeeren, jedoch durch den späteren Ernteschluss erst im September, schneidet man die abgetragenen Ranken ab. Bereits jetzt bleiben von den jungen, die sich entwickelt haben, nicht mehr als vier bis fünf Ranken stehen, aus denen sich im nächsten Jahr wieder viele aromatische Früchte bilden.