Gartentipp
Die Japanische Weinbeere – eine Himbeere mit Borsten
24. Juli 2017

Eine borstige Himbeere? „Wenig bekannt ist diese pflegeleichte Obstart“, erklären die Experten der Bayerischen Gartenakademie und stellen die Japanische Weinbeere vor.

Wer außergewöhnliche Früchte für seinen Garten sucht, findet mit der Japanischen Weinbeere außerdem noch ein Pflanze mit hohem Zierwert.

Aromatische Früchte

An den Früchten erkennt man die Verwandtschaft der Japanischen Weinbeere (Rubus phoenicolasius) zur Him- und Brombeere. Die leicht rosa gefärbten Blüten erscheinen wie bei Brombeeren oder Sommerhimbeeren an den Ruten, die im letzten Jahr gewachsen sind. Sie sitzen in dichten Büscheln zusammen und blühen nach den Frösten im Juni. Zierend sind die rötlichen Haare und Borsten mit denen die Blütenknospen umgeben sind. Ab Mitte Juli erscheinen dann die Früchte. Sie erinnern an kleine, kugelige, hell-orangerote Himbeeren. Allerdings sind sie von einem borstigen Kelch mit spitzen Zipfeln umgeben. Die aromatischen, leicht säuerlich schmeckenden Früchte eignen sich als Naschfrucht wie auch für Fruchtaufstriche, Gelee und Saft.

Platz im Garten

In raueren Gegenden oder bei Kahlfrösten sind die Ruten der Japanischen Weinbeere nicht ausreichend frosthart. Ein Schutz aus Fichtenreisig oder Vlies um die Ruten beugt deshalb vor. Im Weinbauklima sowie an geschützten Plätzen, z. B. in Mauernähe, ist die Frosthärte gegeben. Humose, durchlässige Böden im neutralen pH-Bereich mag die Japanische Weinbeere am liebsten. Bei hohem Kalkgehalt können Chlorosen (Gelbfärbung der Blätter) auftreten.
Die Weinbeere bildet längere, bogig überhängende Seitentriebe und benötigt zur besseren Stabilität ein Drahtgerüst. Bei günstigen Bedingungen kann sie ganze Mauer- oder Zaunpartien bedecken. Die Ausläuferbildung ist schwächer als bei der Himbeere. Optimal ist ein Pflanzabstand von mindestens zwei Metern, wenn die Pflanze als V-förmiger Fächer erzogen wird.
Für die Düngung reichen jährlich meist drei Liter Kompost je Quadratmeter. Bei spärlichem Wuchs können Sie 50 bis 60 Gramm Hornspäne je Pflanze ergänzen. Als dünne Mulchschicht eignet sich angewelkter Rasenschnitt. Dieser hält den Boden über den Sommer feucht, verrottet langsam und gibt die freigewordenen Nährstoffe an die Pflanze weiter. Bei anhaltend trockener und heißer Witterung ist die Japanische Weinbeere für wöchentliche Wassergaben von zehn bis 20 Litern dankbar.
Wie bei Him- und Brombeeren, schneidet man die abgetragenen Ruten gleich nach der Ernte direkt über dem Boden ab. Die neu gebildeten Jungtriebe bringen im nächsten Jahr die Früchte. Sind es mehr als vier, schneiden Sie die überzähligen weg. Zu hohe Jungruten sowie längere Seitentriebe können Mitte August eingekürzt werden.

Was noch zu sagen wäre….

Der weitere Name „Rotborstige Himbeere“ passt sehr gut, denn die Triebe sind mit feinen rötlichen Borsten oder vereinzelten dünnen Stacheln besetzt. Diese zieren die sonst grünen Pflanzenteile.
Ursprünglich stammt die Japanische Weinbeere aus Ostasien. Sie gehört wie viele Obstarten zu den Rosengewächsen. Die Selbstfruchtbarkeit ist vorteilhaft, da sie keine weitere Befruchtersorte benötigt. Vielleicht finden Sie noch ein Plätzchen für die schmackhafte Rarität.
Wie alle Früchte, die im August und später reifen, kann die Kirschessigfliege Schaden anrichten. Deshalb ist das regelmäßige Abernten alle zwei Tage anzuraten. Auch vertrocknete oder beschädigte Früchte werden dabei mit entfernt.