Gartentipp
Was ist los mit den Tomatenfrüchten?
7. August 2017

Die Tomate ist das Lieblingsgemüse der Deutschen. Gerne wird das Fruchtgemüse im Garten oder auch auf dem Balkon angebaut. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erhalten vermehrt Anfragen zu Veränderungen der Früchte.

Tomaten lieben Sonne und Wärme. Doch sie möchten gleichmäßige Bedingungen. Bei extremen Kulturbedingungen wie Nährstoffüberschuss oder –unterversorgung, Nässe oder Trockenheit, Hitze oder Kälte reagieren die Tomaten mit Wachstumsstörungen.

Blütenendfäule – der braune Fleck am Blütenansatz

Zunächst entsteht an der Blütenansatzstelle der Frucht, genau dem Stielansatz gegenüberliegend, ein wässriger Fleck, der sich rasch vergrößert und grau oder braun verfärbt. Schließlich bildet sich ein schwarzer eingesunkener und harter Fleck. (Achtung: Nicht zu verwechseln mit der Kraut- und Braunfäule, die an der ganzen Frucht auftritt!). Ursache dafür ist ein Calciummangel in der Frucht, auch wenn genügend Calcium im Boden vorhanden ist. Bei Trockenheit, aber auch zu viel Feuchtigkeit im Boden und in der Luft wird ein ausreichender Calciumtransport in die Tomatenfrucht verhindert. Ein starkes Wachstum aufgrund einer hohen Stickstoffdüngung sowie hohe Mengen Kalium im Boden erschweren die Aufnahme des Calciums. Eine ausgewogene Düngung und Bewässerung tragen zu gesunden Früchten bei. Durch Mulchen des Bodens erreicht man eine gleichbleibende Bodenfeuchtigkeit.
Fleischtomaten und Flaschentomaten sind besonders anfällig, während kleinfruchtige Tomaten kaum Probleme zeigen. Nach dem großzügigen Entfernen der Schadstelle kann die Frucht problemlos verzehrt werden, da es sich um eine „Trockenfäule“ handelt, die nicht weiter in die Frucht vordringt. Oftmals betrifft die Blütenendfäule nur einzelne Früchte. Bei besseren Kulturbedingungen klappt auch der Calciumtransport in die Frucht besser.

Grüne Krägen an der Frucht

Bei dieser Wachstumsstörung bleibt das Fruchtfleisch um den Stielansatz ringförmig grün oder gelb und hart. Ein Nachreifen ist kaum möglich. Meist sind die oberen Fruchtstände betroffen. Ursächlich für den Grünkragen sind hohe Sonneneinstrahlungen und Hitze, ein zu spätes Ausgeizen oder ein frühes Entgipfeln. Besonders in Kleingewächshäusern spielt die Hitze eine große Rolle. Sie können dem entgegenwirken, wenn Düngung und Bewässerung gleichmäßig erfolgen, obere Geiztreibe als Schattenspender stehen bleiben und gegebenenfalls schattieren.
Auch für den Grünkragen sind die Tomatensorten unterschiedlich anfällig: Hellfruchttypen sind weniger, grünfrüchtige und geflammte Tomatensorten stärker betroffen. Fleischtomaten zeigen öfter das Erscheinungsbild als Kirschtomaten.

Platzen der Frucht

Ein ringförmiges Aufplatzen der Früchte kann die Folge eines Witterungswechsels von heißem und trockenem zu einem trüben und regnerischen Wetter sein. Oder nach dem Entgipfeln der Tomatenpflanze kann der Schaden auftreten. Ebenso fördert eine ungleichmäßige Bewässerung sowie jegliche plötzliche Wasserzufuhr nach Trockenperioden das Platzen. Die härtere Fruchthaut kann nicht mitwachsen und platzt. Geplatzte Früchte sollten schnell verwertet werden, bevor sich Schadpilze oder Schadinsekten vermehren können. Bei der Sortenwahl ist die Eigenschaft „platzfest“ zu berücksichtigen.