Gartentipp
Wildobst liegt im Trend – die Kornelkirsche
14. August 2017

Nützlich und schön – das sind wesentliche Wünsche an eine Pflanze. Wildobst-Gehölze können das bieten. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie stellen die attraktive Kornelkirsche vor.

Gerade in kleinen Gärten sucht man nach Möglichkeiten Optik und Nutzen einer Pflanze zu verbinden. Jetzt färben die Früchte der Kornelkirsche in ein auffallendes Rot.

Attraktive rote Früchte

Schon von weitem leuchten die glänzend roten Früchte, die von der Form her an Oliven erinnern. Im Inneren besitzen sie einen Stein. Von Ende August bis Ende September kann man die Früchte ernten. Bei zunehmender Reife färben sich die erst korallenroten Früchte ins tiefe Dunkelrot. Wenn die Früchte ausgereift sind und fast von selbst vom Strauch fallen, haben sie einen angenehmen süß-herben Geschmack. Besonders vor der Vollreife und beim Rohgenuss besitzen die Früchte eine mild adstringierende Wirkung, das heißt sie ziehen Gewebe wie die Mundschleimhaut leicht zusammen.
Wenn die ersten Früchte fallen, wird es Zeit für die Ernte, denn auch Vögel interessieren sich für die roten Früchte. Leider auch die Kirschesssigfliege. Deshalb wäre es gut, wenn Sie auch schon befallene Früchte ernten. Dies reduziert die Schädlingspopulation und unterbricht den Entwicklungskreislauf. Arbeitserleichternd ist es, wenn Sie ein Vlies oder eine Folie unter dem Strauch auslegen und die Früchte abschütteln. Dann können Sie diese einsammeln. Außer zum Rohessen als Naschobst lassen sich die Früchte beispielsweise zu Fruchtaufstrichen, Saft und Likör verarbeiten. Süße Aufstriche erhält man, wenn man das Kornelkirschenmus mit Birne, Apfel, Himbeere oder anderen milden Früchten mischt. In Weinessig eingelegt dienen die halbreifen Früchte als Olivenersatz.

Attraktives Gehölz im Garten

Die Kornelkirsche (Cornus mas) gehört zur Familie der Hartriegelgewächse. Sie ist ein zwei bis sechs Meter hoher Strauch, der langsam wächst und alt werden kann. Deshalb eignet sie sich auch für kleinere Gärten. Die anspruchslose und robuste Pflanze liebt kalkhaltige Böden und Sonne oder Halbschatten. Auch trockenere Standorte und das Stadtklima machen ihr nichts aus.
Bemerkenswert ist die Blütezeit, denn unter günstigen Bedingungen zeigen sich bereits im Februar, spätestens im März, kleine gelbe Blütendolden. Sie produzieren reichlich Nektar und liefern damit die erste Nahrung für Bienen und andere Insekten.
Erst nach der Blüte erscheinen eiförmige, ganzrandige, vier bis acht Zentimeter lange Blätter. Im Sommer ist das Laub satt grün und glänzend, im Herbst färben sich die Blätter leuchtend gelb. Somit ist die Kornelkirsche zu jeder Jahreszeit attraktiv.
Freiwachsend wird die Kornelkirsche ein Großstrauch, den man gelegentlich auslichtet. Sie lässt sich aber auch gut schneiden, weshalb man gerade die Wildformen als Schnitthecken nutzt. Ideal sind Heckenhöhen von ein bis zwei Metern.
Neben den Wildformen mit kleineren Früchten bieten Baumschulen spezielle Fruchtsorten an. Diese sind meist nicht selbstfruchtbar, so dass eine weitere Sorte oder auch Wildform in der Nähe als Befruchter nötig ist. Besonders große Früchte besitzen die Frucht-Sorten ‘Jolico‘ und ‘Kasanlaker‘.
Die Kornelkirsche kann der attraktive Beginn einer umfangreichen Wildobstsammlung sein. Aufgrund der Anspruchslosigkeit und leichten Pflege eignet sie sich auch für Gartenanfänger.