Gartentipp
Was darf auf den Kompost?
11. September 2017

Der fertige Kompost gilt als das „Gold des Gärtners“, da organische Küchen- und Gartenabfälle sinnvoll verwertet werden und gleichzeitig ein wertvoller Dünger und Bodenverbesserer entsteht. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erfahren oft, dass Unsicherheiten bestehen bezüglich der Pflanzen die auf einen Komposthaufen dürfen.

Voraussetzungen für ein gutes Kompostieren

Die Umsetzung organischen Materials zu gutem Humus geschieht durch verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen. Sie benötigen für ihre Arbeit ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, aber auch eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nährstoffe aus dem zugeführten organischen Material. Deshalb sollte eine ausgewogene Mischung im Komposthaufen vorliegen. Feuchter Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem und trockenem Material gemischt.

Giftige Pflanzen auf dem Kompost

Gerade wenn es um das Kompostieren giftiger Pflanzen geht herrscht oft große Unsicherheit. In der Natur existieren Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Etliche von ihnen werden in den Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig. In der natürlichen Umgebung verrotten giftige Pflanzen nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. Sie werden von Mikroorganismen zersetzt, die ursprünglichen Inhaltsstoffe verändern sich und werden nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrig bleibt. Auf dem Kompost finden diese Vorgänge ebenso statt. Beispiel: Thuja- oder Eibenschnitt kann zerkleinert in dünnen Schichten dem Kompost zugeführt werden.

Unkräuter auf dem Kompost

Sind Samenunkräuter frühzeitig vor der Blüte gejätet, also noch ohne Blütenknospen, können sie getrost auf den Kompost. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, dann entsorgt man die Pflanzen über die Biotonne, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern.
Wurzelunkräuter können ebenfalls auf den Komposthaufen. Dazu breitet man sie aus und erst nach dem Austrocknen werden sie zusammengefasst und über den Kompost entsorgt. Anderenfalls ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller.

Laub auf dem Kompost

Im Herbst fällt wieder eine Menge Laub an. Wo es nicht liegen bleiben darf, wandert es auf den Kompost. Vor allem schwer verrottbares Material wie Eichen- oder Nusslaub wird besser zersetzt, wenn es zerkleinert ist. Dazu eignet sich der Rasenmäher. Das Laub wird einfach in den Auffangsack „gemäht“ und dann schichtweise mit anderem Material auf den Kompost gegeben.

Zum Kompostieren ungeeignet

Pflanzenteile mit Maden, Kohlhernie und Welkekrankheiten sowie anderen Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen, die im Stängel oder der Wurzel schädigen, sollten grundsätzlich nicht im eigenen Garten kompostiert werden. Manche Schädlinge oder Krankheitserreger können auf dem Kompost mangels ausreichend hoher Temperaturen überdauern. Mit der Ausbringung von Kompost besteht die Möglichkeit die Schaderreger im Garten zu verbreiten und Pflanzen erneut zu infizieren.