Gartentipp
Rosen-Früchte im Herbst
18. September 2017

Der Herbst zeigt sich durch buntes Laub und Früchte. Auch wenn Rosen hauptsächlich wegen ihrer Blüte gepflanzt werden, können Sie die Rosensaison verlängern. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen Ihnen, dass Rosen auch nach der Blüte den Garten noch zieren.

Die Früchte der Rosen, die Hagebutten, sind ein attraktiver und haltbarer Herbstschmuck. In herbstlichen Gebinden und Dekorationen findet man immer wieder Zweige mit unterschiedlichen Hagebuttenformen und –farben. Für Wildtiere bieten Rosen Schutz und Nahrung. Nicht nur Wildrosen bilden Hagebutten, auch manche Gartensorten tragen nach der Blüte Früchte.

Attraktive Wildrosen

Wildrosen sind in der Regel einmalblühend und bilden anschließend schöne, meist rote und kugelige Früchte aus. Es gibt jedoch Arten, deren Früchte flaschenförmig oder schwarz gefärbt sind. Die Hagebutten werden von vielen Tieren gefressen und schließlich auch verbreitet. Am bekanntesten ist sicherlich die heimische Hundsrose Rosa canina mit einfachen, rosafarbenen Blüten. Sie liefert draußen in der Flur Pollen für verschiedene Insektenarten. Im dichten Zweiggestrüpp nisten Vögel, und Nützlinge nutzen die Hundsrose als Überwinterungsraum.
In Norddeutschland findet man häufig die Kartoffel-Rose Rosa rugosa. Sie ist landschaftsprägend im Nordseegebiet und verdrängt sogar andere Pflanzen. Häufig wird sie als Windschutz-Hecke eingesetzt. Auch die Kartoffel-Rose ist einfachblühend und besitzt dunkelrosa und manchmal weiße Blüten. Die Früchte sind größer, kugeliger und weicher als bei der Hundsrose.

Gartenrosen mit Früchten

Aufgrund ihrer langen Blütezeit sind viele einfach blühende oder halbgefüllte Gartenrosen auch für Insekten sehr attraktiv. Schneidet man die Blütenstände nach dem ersten Flor zurück, bilden sich im August und September erneut Blüten. Nach dem Verblühen des zweiten Blütenflors gibt es Sorten, die Hagebutten entwickeln, auch wenn dies gar nicht der Hauptaspekt der Rose ist. Die Hagebutten der Strauchrose ‘Mozart‘ stehen in Büscheln, sind klein, rund und orangefarbenen. Wie auch die Kleinstrauchrose ‘Canzonetta‘ bilden noch viele andere Rosen Früchte aus, wenn man die verblühten Blütenstände belässt - und überraschen manchmal mit Hagebutten.

Hagebutten zum Verzehr

Spezielle Hagebuttenrosen sind „Vitaminrosen“, denn die Früchte sind tatsächlich vitaminreich. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten verzehrt man deshalb gerne Fruchtrosen. Bei der Verarbeitung werden die mit Härchen besetzten Samen entfernt. Diese können Juckreiz verursachen. Vielerorts in Bayern kennt man die Hagebuttenkonfitüre unter dem Namen „Hiffenmark“. Die getrockneten Schalen und Kerne werden auch zur Teebereitung verwendet. Aus Hagebutten kann man Liköre und Fruchtweine herstellen. Probieren Sie einzelne Früchte auch mal roh. Dann entfernen Sie einfach die Samen.
Wenn Sie Hagebutten als Lebensmittel verwenden, dürfen es nur Früchte von unbehandelten Rosen sein. Pflanzenschutzmittel sollten während des Jahres nicht angewendet worden sein.

Im Merkblatt der Bayerischen Gartenakademie finden Sie ausführliche Informationen zu den einzelnen Fruchtrosen-Arten und –Sorten.