Gartentipp
Herbstzeit ist Quittenzeit
2. Oktober 2017

Die Quitte gehört zu den eher unbekannteren Obstarten, ist aber verwandt mit Apfel und Birne. Im Herbst fallen die Früchte auf, die sich nun goldgelb färben. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen, dass es sich lohnt einen Quittenbaum im Garten zu haben.

Die Quitte ist eine Pflanze, die zu mehreren Jahreszeiten attraktiv ist: im Frühling erscheinen große einzeln stehende Blüten, im Herbst haben sich goldgelbe aromatische und wohlriechend Früchte entwickelt.

Goldene Früchte

Apfel- oder birnenförmig hängen die zunächst grünen und später gelben Früchte am Baum. Für eine längere Lagerung wartet man auch nicht auf die komplette Gelbfärbung, da sich Pektin mit der Zeit abbaut. Mit später Ernte steigt die Gefahr von Fleischbräune. Wer sie nicht gleich verwendet, pflückt die empfindlichen Früchte sorgsam vom Baum und legt sie einlagig in Obststeigen auf Pappe.
Die Früchte lassen sich zu Gelees, Fruchtaufstrichen, Kompott, Konfekt, Saft und vielem mehr verwenden. Sorten wie ‘Cydora‘ und ‘Cydopom‘, schmecken durchaus auch roh. Vor der Verwertung wird der anhaftende filzige Belag sorgsam entfernt, da die Frucht sonst bitter schmeckt.
Bevor sich die Früchte entwickeln erscheinen dekorative große schalenförmige Blüten in weiß oder rosa, die auch den Bienen Nahrung bieten. Leider können Spätfröste im Mai und Juni die Blüten schädigen. Da fast alle Sorten als selbstfruchtbar gelten, reicht eine Pflanze aus.

Quitte im Garten

Auch für kleinere Gärten ist die Quitte interessant, da sie meist strauchartig wächst und oft nur Höhen von drei bis vier Metern erreicht. Das Holz reagiert etwas frostempfindlich, weshalb Sie besser einen geschützten Standort wählen. Um schon den ersten Winter zu umgehen, liegt der Pflanzzeitpunkt in raueren Gebieten im Frühjahr. In niederschlagsarmen und milderen Gebieten wie Unterfranken pflanzt man besser im Herbst, um die Herbst- und Winterniederschläge zu nutzen.
Jährliche Kompostgaben sorgen für ausreichend Nährstoffe. Bei Trockenperioden verbessert Wasser die Fruchtqualität. Bei zu kalkhaltigen und schweren Böden können Blattaufhellungen auftreten.

Zierquitte – attraktives Wildobst

Auch die Früchte der Zierquitte eigenen sich für die Verwertung. Allerdings sind die etwa tischtennisball-großen Früchte sehr herb und werden deshalb mit anderen Früchten zu Mehrfruchtaufstrichen verarbeitet. Aber auch ohne Verwertung lohnt es sich, die Früchte von den mit Dornen bewehrten Zweigen zu pflücken. Bei einer zunächst kühlen Lagerung verströmen sie beispielsweise im Advent den angenehmen frischen zitronigen Duft.
Die Zierquitte (Chaenomeles) bietet Bienen und anderen Insekten bereits im April noch vor der Blüte der Obstbäume reichlich Nahrung. Optisch fallen die leuchtend orangeroten oder roten Blüten auf, die an den noch kahlen oder frisch ausgetriebenen Zweigen sitzen.

In unserer Infoschrift erfahren Sie noch mehr zur Quitte.