Gartentipp
Herbst im Gemüsegarten
9. Oktober 2017

Die Zeit der Tomaten, Gurken, Zucchini und Bohnen ist vorbei. Buntes Herbstlaub fällt von den Bäumen und kältere Nachttemperaturen sind angesagt. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, was im Gemüsegarten zu tun ist.

Nun räumen wir die Beete ab, die nicht mit typischen Herbst- und Wintergemüse bepflanzt sind. Doch der Garten ist nicht kahl.

Erntezeit

Speisekürbisse sind ein willkommenes Herbst- und Wintergemüse. Die Früchte werden mit Stiel vorsichtig abgeschnitten und am besten ein paar Tage an einem trockenen Ort bei etwa 16 Grad Celsius gelagert, damit die Schale ausreift und die Früchte länger halten. Kürbisse lassen sich wie Zierkürbisse gut zu Dekorationen verwenden; allerdings vertragen sie keinen Frost. Das Fruchtfleisch lässt sich zu wärmenden Suppen, Ofengemüse, Quiche und vielem mehr verwenden.
Typische Herbstsalate wie Endivien, Chinakohl und Zuckerhut werden in den nächsten Wochen ebenso geerntet wie Sellerie, Möhren, Mangold und Rote Rüben. Da Lauch einige Frostgrade verträgt, bleibt er bis zum eigentlichen Verbrauch auf dem Beet.

Zeit für junges Gemüse

Der Herbst ist nicht nur ein Ernte-Monat. Schnellwachsende Radies und Garten-Kresse bekommen noch einen Platz im Frühbeet oder Kleingewächshaus, in milden Gebieten gar im Freiland. Feldsalat wird am besten gepflanzt. In Gärtnereien oder Gartencentern findet man junge Feldsalat-Pflänzchen in kleinen Erdpresstöpfen zum Auspflanzen. Dadurch haben die Pflanzen einen großen Vorsprung gegenüber der Aussaat. Feldsalat lässt sich bei milder Witterung fast den ganzen Herbst und Winter pflanzen. Somit können Frühbeet und Kleingewächshaus in der kalten Jahreszeit gut genutzt werden.
Grundsätzlich sollten Sie Gartenvlies zum Abdecken bereit halten. Drohen Fröste, wird das leichte Material über die Pflanzen gelegt und schützt so vor Kälte. Wählen Sie beim Pflanzen oder Säen einen weiteren Pflanzabstand als im Frühling oder Sommer damit die Pflanzen so viel Licht wie nötig zum Wachsen bekommen und außerdem schneller abtrocken. Dies beugt Pilzkrankheiten vor. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Herbstbestückung der Beete ist ein durchlässiger und lockerer Boden. Große Herbstfeuchtigkeit würde die Pflanzen schlecht wachsen lassen und Pilzkrankheiten fördern.

Arbeiten auf dem Beet

Benötigt man leere Beete, so räumt man ab. Gesunde Pflanzenteile kommen auf den Kompost. Ein Zerkleinern oder Häckseln beschleunigt die Verrottung. Kranke Pflanzenteile entfernt man besser aus dem Garten und entsorgt sie beim Grüngut-Abfall oder in der Biotonne.
Letzte Gründüngungsaussaaten geschehen mit Winterroggen. Wer kein Saatgut im Fachhandel findet greift auf Roggen aus dem Lebensmittelgeschäft zurück. Roggen keimt schnell und wächst bei milden Perioden im Winter. Er eignet sich für Flächen, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden.
Achtung! Umgegraben wird, wenn nötig, nur auf schweren Böden. Dies geschieht aber frühestens ab Ende November, wenn die Böden kalt sind. Eine zu warme Erde würde noch Nährstoffe, vor allem Stickstoff, freisetzen, die dann für die Pflanzen verloren sind. Pflanzenreste können beim späten Umgraben mit untergearbeitet werden.