Gartentipp
Wann müssen Kübelpflanzen ins Winterquartier?
23. Oktober 2017

Es ist nun richtig Herbst. Die Tage werden kürzer und die Nächte kälter. Dicke Nebel hängen über dem Land. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie bekommen nun häufig die Frage gestellt, wann denn die Kübelpflanzen eingeräumt werden.

Viele Balkone und Terrassen werden aufgeräumt und „winterfest“ gemacht. Auch frostempfindliche Pflanzen in Gefäßen bekommen ihren Platz für die kalte Jahreszeit.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Da die meisten unserer Kübelpflanzen in den Tropen und im Mittelmeerraum ihre Heimat haben, sind sie mehr oder weniger kälteempfindlich. Frost gibt es dort nicht oder nur selten. Pflanzen aus tropischen Gebieten müssen schon vor den ersten, auch leichten Frösten eingeräumt werden, um Schäden zu vermeiden. Hierzu zählen Zierbanane, Papyrus, Bougainvillea, Duft-Pelargonien, Engelstrompete, Wandelröschen, Fuchsien und viele mehr. Temperaturen knapp unter der Null-Grad-Grenze überstehen beispielsweise Schönmalve, Bleiwurz, Citrus-Arten und Oleander. Fallen die Temperaturen dauerhaft unter minus fünf Grad Celsius, benötigen auch Feigen, Oliven, Lorbeer und Rosmarin ein Winterquartier.
Die Frosthärte bzw. Kälteverträglichkeit von Pflanzen ist jedoch nicht nur von Temperaturzahlen abhängig. Pflanzen im Jugendstadium sind kälteempfindlicher als ältere Pflanzen. Wurden die Pflanzen über den Sommer stark gedüngt und üppig mit Wasser versorgt, so dass sich große weiche Pflanzenzellen gebildet haben, tragen sie schneller Kälteschäden davon als Pflanzen, die eher „mager“ gehalten wurden.

Pflanzen abhärten

Wenn man bedenkt, dass die Kübelpflanzen mehrere Monate in einem meist sehr ungünstigem Überwinterungsraum ihr Dasein fristen müssen, ist es sinnvoll sie möglichst lange im Freien zu lassen. Eine bessere Überwinterungsfähigkeit lässt sich erreichen, wenn man im Spätsommer dafür sorgt, dass das Wachstum gehemmt wird. Entfernen Sie die Untersetzer, damit Wasser schnell abfließen kann. Der Wasserverbrauch ist im Herbst eingeschränkt, weshalb Sie nur noch bei trockenem Wurzelballen gießen. Düngen wurde ja schon im August beendet, was ebenfalls für stabiles Pflanzengewebe sorgt.
Ein geschützter Platz im Freien, nahe am Haus bietet die Möglichkeit Pflanzen länger draußen zu lassen. Wird es nachts kalt, hilft das Abdecken mit einem Vlies oder einem Betttuch. Gerade im November sind es manchmal nur wenige Tage, die leicht frostig sind. Die Abdeckung kann dann auch am Tag belassen werden. Grundsätzlich sollte man so spät wie möglich im Herbst einräumen und so bald wie möglich im Frühjahr raus.

Der optimale Überwinterungsplatz

Leider ist die Überwinterung das größte Problem, da optimale Plätze fehlen. Das Winterquartier sollte möglichst hell und kühl sein. Die Überwinterungstemperaturen liegen idealerweise bei fünf bis zehn Grad Celsius. Es eignen sich helle Kellerräume und kühle Wohnräume. Für kälteunempfindlichere Pflanzen sind Garagen und Kellerschächte ebenfalls nutzbar. Kleingewächshäuser mit Frostwächter bekommen ihre Winterfunktion. Grundsätzlich gilt: je dunkler der Raum umso kühler sollte er sein. Umgekehrt heißt es, dass ein sehr heller Platz auch etwas wärmer sein darf.

Pflege im Winterquartier

Achten Sie vor dem Einräumen auf Schädlinge. Diese würden sich im Winter schnell vermehren, da meist die Bedingungen für die Pflanzen ungünstig, aber für die Schädlinge vorteilhaft sind. Verblühtes und Abgestorbenes wird entfernt, um Grauschimmel vorzubeugen. Gegossen wird bevor der Wurzelballen austrocknet. Zu groß gewordene Pflanzen können Sie vor dem Einräumen kürzen. Das schafft Platz und ein lockeres nebeneinander Aufstellen der Pflanzen ist möglich.