Gartentipp
Jetzt ist Zeit für den Check – die Bodenprobe
13. November 2017

Voraussetzung für gesunde und prächtig gedeihende Pflanzen ist die richtige Ernährung. Doch welche Nährstoffe sind im Gartenboden vorhanden? Die Experten der Bayerischen Gartenakademie empfehlen eine Bodenprobe.

Nur wer weiß, welche Nährstoffe im Gartenboden vorhanden sind, kann richtig düngen. Bei einer Untersuchung im Bodenlabor werden vorhandene Nährstoffgehalte und andere wichtige Eigenschaften des Bodens ermittelt.

Vom richtigen Zeitpunkt

Bis auf die Bestimmung von pflanzenverfügbarem Stickstoff hat der Zeitpunkt der Probenahme eigentlich keinen Einfluss auf die Ergebnisse. Sinnvollerweise nutzt man die Zeit vor einer Düngung und wenn die Beete leergeräumt sind. Der Spätherbst oder das zeitige Frühjahr eignen sich deshalb besonders.
Eine jährliche Bodenuntersuchung ist nicht nötig, da sich viele Nährstoffgehalte nur wenig verändern. Alle fünf Jahre sollte man jedoch darüber nachdenken. Besonders im Gemüsegarten empfiehlt sich eine regelmäßige Untersuchung, da hier am meisten gedüngt wird und auch die meisten Nährstoffe durch die Pflanzen entzogen werden. Auch vor einer Neuanlage des Gartens ist eine Untersuchung wichtig, um den ersten Einblick in seinen Boden zu bekommen.

Das richtige Maß

Unterschiedlich genutzte Flächen benötigen eine getrennte Beprobung. Um einen Durchschnittswert zu erhalten, braucht man von den verschieden bewirtschafteten Flächen (Obstgarten, Gemüsegarten, Ziergarten, Rasen) jeweils eine getrennte Probe. Hierfür nimmt man zehn bis 15 Einstiche einer einheitlich bewirtschafteten Fläche, in der Regel bis 20 bzw. 30 Zentimetern Tiefe. Bei Rasenflächen genügen zehn Zentimeter. Wer keinen Bohrstock hat, verwendet einen Spaten. Die gesammelte Erde zerkleinert man, mischt sie und verpackt 500 Gramm für das Bodenlabor.

Was wird eigentlich untersucht?

Bei einer Standard-Bodenuntersuchung werden Bodenart, Phosphat- und Kalium-Werte sowie der pH-Wert (Säuregehalt des Bodens) ermittelt. Oft lässt man Magnesium-Wert und Humusgehalt zusätzlich untersuchen. Der Humusgehalt gibt Aufschluss darüber, wie viel organische Substanz sich im Boden befindet. Bei intensiver Nutzung baut sich Humus ab und setzt Nährstoffe frei, die den Pflanzen als Dünger dienen. Der Stickstoffgehalt im Boden ist sehr veränderlich und wird in der Regel nicht mit analysiert. Mit einem Nitratschnelltest lassen sich die aktuellen Stickstoffwerte vor jeder Kulturpflanzung oder Aussaat auch vom Freizeitgärtner selbst ermitteln.

Nutzen einer Bodenprobe

Mithilfe der Ergebnisse kann man nun zielgerichtet düngen. Oft zeigt sich nämlich, dass Volldünger nicht immer nötig sind. Der eigene Kompost liefert eine wertvolle Grunddüngung und trägt zudem zu einem aktiven Bodenleben bei. Die Ergebnisse verdeutlichen häufig auch, warum bestimmte Ernährungsstörungen wie Stippe oder Eisenmangel auftreten.
Die Bodenprobe ist ein wichtiger Check, um den eigenen Gartenboden kennenzulernen, damit bodenschonend und fachgerecht gehandelt werden kann.