Gartentipp
Der Reiz des winterlichen Gartens
20. November 2017

Wir lieben die Ausblicke in den Garten, wenn nach kalten Nächten Raureif an Spinnennetzen und Gräsern hängt oder die Fläche leicht mit feinem Schnee überzuckert ist. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie dies besonders zur Geltung kommt.

Die Schönheit eines unaufgeräumten Gartens

Wer die Strukturen der Gartenpflanzen genießen möchte, räumt seinen Garten nicht restlos auf, sondern lässt verschiedene Pflanzenteile stehen. Diese stellen einen wirksamen Frostschutz für neue Knospen dar und bieten nützlichen Kleinlebewesen einen Überwinterungsplatz. Vertrocknete Blätter, Samenstände der Stauden und Gräser gestalten den Winter-Garten besonders schön. Viele Samen liefern ein wertvolles Vogelfutter.
Besonders zierend sind die Gräser, deren Halme auch im vertrockneten Zustand sehr biegsam bleiben und daher auch nach Herbststürmen oft noch sehr ansehnlich sind. Auffallend schöne Samenstände haben Fetthenne, Rudbeckie, Eisenhut und Waldrebe gebildet. In Etagen ragen die verblühten Reste des Brandkrautes über der Staudenpflanzung. Auch die spät angelegten, nicht mehr geöffneten Knospen einiger Rosen sind vor allem Reif und mit Schneehaube attraktiv.

Gehölze mit auffallender Rinde

Im unbelaubten Zustand der Gehölze tritt die Rinde in den Vordergrund. Manche besitzen eine auffallend farbige Rinde. Beispielsweise der Hartriegel (Cornus): je nach Art und Sorte ist die Rinde der Sträucher hellgelbgrün, orange, rot oder schwärzlich gefärbt. Die Rinde des Zimtahorns ist zimtfarben, während einige Birkenstämme besonders weiß scheinen.
Bei anderen Gehölzen ist die Farbe eher unscheinbar, jedoch die Rindenstruktur umso bemerkenswerter. Kräftige Korkleisten findet man am Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus). Andere Gehölze, unter anderem manche Prunus-Arten rollen ihre Rinde in dünnen Streifen regelrecht ab oder lassen sie schuppenförmig abfallen.
Vergessen wir nicht die zierenden Stacheln und Dornen. Nicht nur Rosen besitzen Stacheln, wobei die Stacheldrahtrose (Rosa omeiensis ‘Pteracantha‘) besonders heraussticht. Spitze Dornen tragen Bitterorange (Poncirus trifoliata) und Lederhülsenbaum (Gleditsia).

Ganzzeitliche Planung

Bei einer Gartenplanung liegt das Augenmerk oft nur auf Frühling bis Herbst, also in den Monaten, in denen wir uns verstärkt im Garten aufhalten. Dass aber der Winter durchaus reizvoll sein kann wird dabei vergessen. Doch auch in der kalten Jahreszeit gibt es Wertvolles zu entdecken.
Nutzen Sie auch Spaziergänge in der Natur, in Botanischen Gärten und Parks, um die Schönheiten zu bewundern.