Gartentipp
Rückblicke auf das Gartenjahr 2017
25. Dezember 2017

Schon wieder ist ein Jahr vorüber. Wie ist das Gartenjahr gelaufen? Die Experten der Bayerischen Gartenakademie informieren über die häufigsten Anfragen und Probleme am Gartentelefon.

„Mit dem Gartentelefon sind wir am Puls der Zeit und erfahren, welche Probleme in den Gärten besonders häufig auftreten“, sagen die Fachleute am Gartentelefon.

Häufige Schaderreger

Leider brachte der Frost im Winter 2016/17 nicht die gewünschte Reduzierung der Schädlinge. Anrufe zu Frostspanner, Gespinstmotte, Buchbaumzünsler und Apfelwickler haben sogar zugenommen. Frostspanner fraßen im Frühjahr ganze Bäume und Sträucher kahl. Vorbeugend hilft der Leimring, der ab Ende September an gefährdeten Bäumen am Stamm angelegt wird. Dichte weiße Gespinste in den Bäumen und Sträuchern sind die Werke von Gespinstmotten. Die Raupen fressen im Schutz der weißen Fäden an den Pflanzen. Das sorgfältige Wegschneiden und Entsorgen der Nester mitsamt den Raupen reduziert den nächstjährige Befall. Der gefürchtete Buchsbaumzünsler hat nun alle Regionen Bayerns erreicht. Aufgeregte Anrufer sahen ihren Buchs dahin schwinden, denn die gefräßigen Raupen des Kleinschmetterlings ließen oft nur die Blattgerippe übrig. Lediglich im Jungstadium können die Raupen bekämpft werden. Ansonsten muss abgesammelt und zurückgeschnitten werden. Buchs regeneriert sich oft gut. Vor der Kirschessigfliege hatten alle Angst. Aufgrund der Witterung trat sie spät, dann aber massiv auf. Allerdings kann man gut mit dem Schädling umgehen, wenn einiges beachtet wird: Einzelfrüchte, z.B. Tafeltrauben, rechtzeitig mit Organza-Säckchen umhüllen, kurze Ernteintervalle, geschädigte Früchte getrennt ernten und richtig entsorgen.

Der späte Frost

Schon im Spätwinter 2016/17 waren die Temperaturen mild, so dass Obstbäume bald zu treiben begannen und frühzeitig mit der Blüte eingesetzt haben. Durch den massiven Spätfrost Mitte April hatte dies teilweise fatale Auswirkungen. In manchen Gegenden fiel deshalb die Baumobst-Ernte aus. Aufgrund fehlenden Fruchtansatzes war das Triebwachstum der Obstbäume sehr stark. Haben sich trotzdem Früchte gebildet, gab es später Schäden durch Fruchtdeformationen, Berostungen und Verkorkungen. Die zum Teil übergroßen Kernobstfrüchte zeigten vielfach Stippesymptome und eine eingeschränkte Lagerfähigkeit. Das Beerenobst dagegen bildete einen guten Ertrag und wer seine Erdbeeren mit Vlies abgedeckt hatte, konnte eine gute Ernte einfahren.
Schauen wir uns den jetzigen Spätherbst an, so hatten wir auch erst sehr spät im Jahr Frosttage. Durch die milden Temperaturen war die Vegetationszeit sehr lang. Herbstsalate und –gemüse profitierten davon und wuchsen, notfalls unter Vlies, bis Dezember. Wintergemüse kann auch noch ohne Schutz im Beet stehen.

Niederschläge und Temperaturen

In Franken kam der Regen meist zur rechten Zeit. Sicherlich gab es auch trockene Zeiten, die dann auch mit hohen Temperaturen in Verbindung standen, jedoch fiel, nach einem trockenen Frühjahr, in der zweiten Jahreshälfte alle paar Wochen durchdringender Regen in pflanzenverfügbarer Menge und in überschaubarer Zeit, ohne Überschwemmungen. Durch die teilweise starken Schwankungen und Extreme bei Temperatur und Niederschlag meldeten die Anrufer physiologische Schäden wie Blütenendfäule bei der Tomate oder Stippe beim Apfel sowie Fleischbräune bei der Quitte. Trockene Hitze bis Ende Mai begünstigte auch den Befall mit Echtem Mehltau. Falscher Mehltau am Rebstock trat durch die vermehrten Niederschläge auf. Durch anhaltende Trockenperioden im Wechsel mit durchdringendem Regen waren die Tomatenstöcke bis in den Herbst hinein gesund. Kraut- und Braunfäule an den Tomaten war in diesem Jahr kaum ein Problem. Der feuchte Herbst bot vor allem immergrünen Pflanzen gutes Rüstzeug für den Winter. Auch der Wasservorrat des Bodens wurde aufgefüllt und kam dem Grundwasserspiegel zugute.
Schon bald beginnt es von neuem. Blicken wir gespannt und mit offenen Augen in den Garten, dann werden manche Probleme gar keine sein, wenn man rechtzeitig handelt.