Gartentipp
Schädlinge an Zimmerpflanzen im Winter
15. Januar 2018

Die Wintermonate machen vielen Zimmerpflanzen zu schaffen. Extreme Bedingungen wie mangelndes Licht und trockene Heizungsluft setzen den grünen Lieblingen zu. Dazu kommen noch Schädlinge, die sich, im Gegensatz zu den Pflanzen, wohlfühlen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie informieren.

Wenn im Garten noch nicht viel zu tun ist, bleibt Zeit, sich die Pflanzen im Haus genauer anzuschauen und mögliche Schädigungen festzustellen.

Schädlinge lieben trockene Luft

Da viele Zimmerpflanzen aus den luftfeuchten Gebieten der Erde kommen, stoßen sie gerade im Winter an ihre Grenzen. Trockene Heizungsluft sorgt oft für dürre Blattspitzen, aber auch zur starken Vermehrung von Schädlingen. Besonders Spinnmilben lieben trockene und warme Luft. Man entdeckt sie meist erst, wenn die Blätter vergilben oder abfallen. Nur bei genauem Hinsehen sind die winzigen Tiere hauptsächlich auf den Blattunterseiten zu entdecken. Ihr feines Gespinst führt uns auf die richtige Spur. Spinnmilben bevorzugen bestimmte Pflanzen, zum Beispiel Zitronenbäumchen, Efeu, Palmen und Drachenbäume, an ihnen treten sie zuerst auf. Typische Anzeichen sind fahle und gesprenkelte Blätter, die später vertrocknen und abfallen.
Auch Schild-, Woll- und Schmierläuse gedeihen im trockenen Klima der Wohnräume prächtig. Napfschildläuse sind meist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, denn sie sitzen häufig an den Mittelrippen der Blätter oder an den dunklen, verholzten Teilen der Pflanzen. Sie verraten sich aber durch ihre klebrigen Ausscheidungen. Ihre Verwandten, die Schmier- und Wollläuse verstecken sich vorzugsweise in Blattachseln.
Haben Sie die Tiere an einer Pflanze im Haus, verbreiten sie sich auch bald auf andere Pflanzen. Darum ist es wichtig, aufkommenden Schädlingsbefall möglichst früh zu bemerken und betroffene Pflanzenteile oder Pflanzen sofort zu entfernen. Ist der Befall noch nicht zu stark, können Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Verwenden Sie nur zugelassene, umweltschonende Präparate. Beachten Sie in jedem Fall die Gebrauchsanleitungen und Anwendungsvorschriften auf den Verpackungen und Packungsbeilagen.

Manche lieben nasse Erde

Aufgrund ihrer schwärzlichen Körperfärbung und dunklen Flügel erhielten die zwei bis vier Millimeter großen Trauermücken ihren Namen. Sie sitzen auf den Blättern von Zimmerpflanzen oder auf der Topferde. Manche fliegen taumelnd und träge umher, landen am Fenster oder Computerbildschirm. Erwachsene Trauermücken sind lästig, schädigen jedoch keine Pflanzen. Durch übermäßiges Gießen in den lichtschwachen Monaten findet man häufig vernässte Wurzelballen von Zimmerpflanzen. Diese Bedingungen sind für Trauermücken-Larven optimal, denn sie ernähren sich vorwiegend von den in Dauernässe abgestorbenen feinen Wurzeln. Die würmchenförmigen Larvenstadien haben eine Länge von nur fünf bis sieben Millimetern und wirken transparent bis glasig. Sterben Zimmerpflanzen ab, so sind Trauermücken nicht die Hauptschuldigen. Die Ursache liegt vor allem darin, dass die auf Grund der Nässe abgestorbenen Wurzeln ihre Aufgabe, die Versorgung der Pflanze mit Wasser und Nährstoffen, nicht mehr erfüllen können. Trauermücken sind unangenehme Begleiterscheinungen. Damit die Erde nun möglichst trocken bleibt, gießen Sie von unten über den Untersetzer und schütten Sie überschüssiges Wasser bald ab. Das Aufbringen einer Schicht feinen Sandes auf der Erdoberfläche erschwert die Eiablage. Erwachsene Tiere lassen sich mit klebrigen Gelbstickern dezimieren.
Weitere Lästlinge sind Springschwänze (Collembolen), weißliche oder gräuliche, winzige Urinsekten, die mit Hilfe einer Springgabel am Hinterteil blitzschnell und ziellos herumspringen, wenn sie sich bedroht fühlen. Trocknet die Erde der Zimmerpflanzen nicht mehr ab, verfaulen die feinen Haarwurzeln. Jetzt beginnt die Arbeit der Springschwänze, die genügend Nahrung finden und sich rasend schnell vermehren. Humusreiche Blumenerde zeigt meist einen stärkeren Befall der Lästlinge. Auch hier gilt: Fingerspitzengefühl beim Gießen und regelmäßige Kontrolle der Substratfeuchte sowie der Übertöpfe und Untersetzer auf überständiges Wasser.