Gartentipp
Übersicht im eigenen Saatgut-Dschungel
29. Januar 2018

Wer selbst Blumen oder Gemüse aussät, sammelt in wenigen Jahren oft viele verschiedene Samentütchen an. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie man den Überblick nicht verliert.

Eine übersichtliche „Saatgutverwaltung“ hilft bei der Planung für das Gartenjahr. Das Samenangebot ist nun im Frühjahr besonders groß. Die Gelegenheit also, um fehlendes Saatgut zu besorgen.

Haltbarkeit – Saatgutprobe

Jetzt ist Zeit vorhandene Saatgutbestände zu prüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. In der Regel ist ein Haltbarkeitsdatum auf den Samenpäckchen aufgedruckt. Wichtig ist aber auch das Kaufdatum, wenn die Päckchen geöffnet, nicht aber verbraucht wurden. Im vergangenen Jahr eingekauftes Saatgut kann bei kühler und trockener Lagerung noch verwendet werden. Nur bei Schwarzwurzel, Pastinaken und Wurzelpetersilie muss das Saatgut jedes Jahr neu eingekauft werden, da die Samen nur kurze Zeit keimfähig sind. Tomaten-, Radies- und Möhrensamen beispielsweise halten dagegen bei guter Lagerung problemlos drei Jahre und länger. Wer ganz sichergehen will, kann die Keimfähigkeit durch eine Saatgutprobe prüfen. Dazu erfolgt eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern. Keimt nur wenig Saatgut, müssen Sie dichter aussäen.

Ordnungskisten je nach Bedarf

Oft stellt oder legt man die vorhandenen Samentüten nach der Nutzung einfach in eine Kiste oder einen Karton. Kreuz und quer liegen sie dann darin. Hier heißt es Ordnung schaffen. Zunächst werden Gemüsesamen, Blumensamen und Gründüngung voneinander getrennt. Wer einen großen Gemüsegarten besitzt und viel selbst ansät kann dann in Aufbewahrungskistchen nach Gemüse-Arten sortieren bzw. nach Blumen. Manchmal überrascht es, welch reicher Saatgutschatz sich angesammelt hat.
Im nächsten Schritt hält man sich das Gartenjahr vor Augen. Wann säe ich was im Garten aus? Dafür nimmt man ein weiteres Kästchen und unterteilt es nach Monaten. Beginnend im März werden nun alle Samentütchen für Aussaaten, die in diesem Monat vorgenommen werden hineingestellt. Dann folgt der April und so geht es weiter. Bei Gemüsekulturen, die mehrmals ausgesät werden wie Radieschen wandert das Samentütchen nach der Aussaat z. B. Ende März einfach einen Monat weiter in den April. So sind die Samen zur richtigen Zeit wieder griffbereit. Auf diese Weise kann das ganze Gartenjahr durchgeplant werden. Paprika, Tomaten, Kürbis und andere wärmeliebende Pflanzen sät man im warmen Haus oder Gewächshaus aus. Solche Voranzuchten kann man monatsweise oder gar wochenweise separat ordnen. Dann verpasst man den richtigen Zeitpunkt nicht.

Was tut man jetzt noch?

Nach dem Einordnen wird schnell klar, welche Samentütchen jetzt noch fehlen. Bleiben Sie beim Altbewährten oder wollen Sie Neuheiten probieren? Jetzt ist die Chance sich mit frischem Saatgut einzudecken, denn der Handel bietet nun eine große Vielfalt.