Gartentipp
Attraktive Winterblüher zu Füßen und in Nasenhöhe
12. Februar 2018

Im Winter liegt der Garten in Ruhe und trotzdem findet man knapp über der Gartenerde und an kahlen blattlosen Sträuchern Blüten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen einige dieser attraktiven Winterblüher vor.

Bedingt durch die kalten Nachttemperaturen haben wir in diesem Jahr eine längere Blüte der Winterblüher. Zum Teil haben sie auch schon Ende Dezember mit dem Blühen begonnen, da der Winter im Dezember und Januar recht mild war.

Bunte Blüten am Boden

Wie Konfetti leuchten die bunten Blütchen der Garten-Teppich-Primel und Kissen-Primel (Primula x pruhoniciana und Primula juliae), die sich ganz nahe am Boden aus der Erde schieben. Je nach Sorte sind sie in verschiedenen Farben erhältlich (weiß, hellgelb, rosa und violett). Die polsterbildenden Primeln besitzen wintergrüne Blätter zwischen denen sich im Winter und zeitigen Frühjahr die bunten Farbkleckse zeigen. Die Primeln fühlen sich in der Sonne, vor allem aber unter lichten Gehölzen wohl. Staunässe vertragen sie nicht.
Die Klassiker unter den Winterblühern sind Geophythen, also Pflanzen die unterirdische Speicherorgane besitzen. Dazu gehören der gelbe Winterling (Eryanthis hyemalis), bunte Krokusse, weiße Schneeglöckchen in Sorten (Galanthus) und Märzenbecher (Leucojum vernum). Weniger bekannt sind Frühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum). Sie bilden in wintermilden Gebieten dichte Teppiche in weiß- bis pinkfarbenen Tönen.

Duftende Blüten in Nasenhöhe

Wer durch den Garten geht kann manchmal nicht unterscheiden was zuerst angesprochen wurde: das Auge, durch die Blüten an den Sträuchern oder die Nase, durch die Wohlgerüche der Blüten. Gerade der winterliche Garten bietet duftende Blüten, zu einer Zeit, in der man nicht damit rechnet. Die folgenden Sträucher eignen sich auch für kleinere Gärten.
Zwei duftende Vertreter findet man unter den Schneebällen. Duftschneeball (Viburnum farreri) und Winterschneeball Viburnum bodnantense ‘Dawn‘ sind die häufigsten Vertreter. Beim Duftschneeball erscheinen die einzelnen Blüten der nur wenige Zentimeter langen Blütenrispen im Knospenzustand erst rosa und werden dann beim Aufblühen weiß. Leider sind die Blüten durch Nachtfröste gefährdet. Deshalb ist es sinnvoll, den Duftschneeball an einem geschützten Standort zu pflanzen Farbintensiver und größer sind die Blüten des Winterschneeballs. Seine Blüten vertragen Fröste besser.
Intensiv fruchtig und zitronig riechen die weißen Blüten der Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Dieser recht kompakt wachsende Strauch besticht mit seiner üppigen Blütenfülle und dem betörenden Duft. Leider findet man ihn recht selten in den Gärten. Eine weitere Besonderheit ist die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox). Die cremeweißen bis hellgelben Blüten dieses Strauches duften ebenfalls.

Erste Nahrung

An milden Tagen sind schon die ersten Insekten wie Wildbienen und Hummeln unterwegs. Um ihnen Nahrung zu bieten, sollten in einem naturnahen Garten auch stets winter- und vorfrühlingsblühende Pflanzen stehen. Viele der genannten Gewächse eignen sich als Futterquelle.