Gartentipp
Frühjahrskur für Stauden und Gräser
2. April 2018

Mit aller Kraft schieben sie sich durch den Gartenboden. Es wird Frühling. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Ratschläge wie Stauden und Gräser lange vital bleiben.

Es wird Zeit für das Verjüngen und Teilen von Stauden und Gräsern, wenn die Horste immer breiter werden, sich die Pflanzen gegenseitig bedrängen oder sich Kahlstellen im Inneren bilden. Stauden sind mehrjährige Pflanzen, die nicht verholzen und jährlich aufs Neue aus den Überwinterungsorganen austreiben.

Warum müssen Pflanzen verjüngt werden?

Lässt man die Pflanzen einfach wachsen, werden sie nicht nur größer und breiter. Sie werden krankheitsanfälliger, schwächer und blühfauler, wenn sich sie gegenseitig bedrängen und nicht mehr genug Platz haben. Es hat sich bewährt verschiedene Stauden und Gräser alle paar Jahre zu teilen, wenn der Boden im Frühjahr etwas abgetrocknet ist.

Wie werden die Pflanzen geteilt?

Am besten teilt man mit einem Spaten. Herfür sticht man um die Stauden herum, nimmt die Horste aus dem Gartenboden und schüttelt vorsichtig lockere Erde ab. Mit einem scharfen Messer oder dem Spaten durchtrennt man den Wurzelstock in mehrere Teile. Die Teilstücke sollten mindestens die Größe einer Faust aufweisen und mehrere gesunde Triebe oder Knospen besitzen. Überlange und beschädigte Wurzeln werden auf 15 bis 20 Zentimeter eingekürzt. Die Pflanzenstücke lassen sich dann in gut gelockerte und mit Kompost oder Pflanzerde verbesserte Gartenerde pflanzen. Nutzen Sie gleich die Gelegenheit, den Garten etwas umzugestalten. Überzählige Teilstücke können an Nachbarn und Freunde weiter gegeben werden.

Welche Pflanzen brauchen eine Frühjahrskur?

Astern, Mädchenauge, Rittersporn, Margeriten, Chinaschilf und andere sind Beispiele für Pflanzen, die sich mit den Jahren immer weiter ausbreiten und andere verdrängen. Häufig verkahlen die Horste von innen. Alle paar Jahre sollten Sie diese beherzt teilen.
Auch bei Stauden, deren Erneuerungsknospen jährlich weiter aus dem Boden herauswandern, hat sich das Teilen bzw. tiefere Neupflanzen bewährt. Beispiele sind Herbstanemonen, Astilben, Silberkerzen und Purpurglöckchen.
Bei Pflanzen mit dickfleischigen Wurzelstöcken wie Bergenie werden die Rhizome, das sind unterirdische bewurzelte Sprossteile, entnommen und von anhaftender Erde befreit. Von den Seitentrieben schneidet man mit einem scharfen Messer etwa zehn Zentimeter lange Teilstücke ab, die mindestens eine Triebknospe besitzen. Nach kurzem Antrocknen pflanzt man die Teilstücke am neuen Platz so tief wie die Pflanze vorher war.
Während für die meisten Stauden und Gräser der Zeitpunkt des Teilens im zeitigen Frühjahr liegt, teilt man Gemswurz, Gedenkemein, Kaukasusvergissmeinnicht und andere Frühlingsblüher erst nach der Blüte.