Gartentipp
Blasen, nichts als Blasen!
7. Mai 2018

Aufgeregte Freizeitgärtner wenden sich an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Johannisbeere, Rebstock, Birne und Pfirsich blasige Blätter aufweisen. Häufig sind die Veränderungen zusätzlich rot verfärbt, so dass sie besonders auffallen.

Auch wenn das Erscheinungsbild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich ist, sind die Verursacher ganz verschieden. Kleine Tiere und ein Pilz sind die Schaderreger.

Blasen an den Blättern der Johannisbeere

An den roten Johannisbeeren fällt es an den grünen Blättern auf: blasige und rot gefärbte Aufwölbungen. Auf der Blattunterseite sieht man dann grünliche Blattläuse: Johannisbeerblasenläuse. Durch deren Saugtätigkeit entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum der Sträucher ist nicht eingeschränkt. Starkbefall jedoch könnte zu Blattfall führen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger, so dass die Verursacher der roten Blasen oft schon gefressen sind, wenn der Schaden stark auffällt. Die Läuse können auch auf andere krautige Pflanzen gewandert sein und kommen dann im Herbst zurück an die Johannisbeere. Dort legen sie an den Trieben Eier ab, aus denen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse schlüpfen.

Blasen an den Blättern des Rebstockes und der Birne

An den Weinstöcken entdeckt man nun schon ein ähnliches Phänomen: pockenartige gelbliche oder rötliche Erhebungen auf den jungen Blättern. Das ist die Rebenpockenmilbe, die durch ihre Saugtätigkeit die Blätter zur Entwicklung von Pocken und Haarfilz anregt. Auf der Unterseite der Pocken hat sich ein Haarfilz gebildet, in dem zunächst die Schadmilben und später auch die Raubmilben sitzen. Bei geringem Befall ist der Schaden nur optisch. Bei sehr starkem Befall könnten sogar die Blüten befallen werden. Bemerken Sie nun die Pocken auf Ihrem Weinstock, dann entfernen Sie die befallenen Blätter, um eine zweite Milbengeneration zu reduzieren.
Frische Birnenblätter junger Birnbäume weisen ebenfalls immer öfter rötliche Pocken auf. Es sind ebenfalls kleinste Tiere, die das Schadbild hervorrufen: die Birnenpockenmilbe. Die durch Saugtätigkeit der Milben entstandenen Pocken sind anfangs grün gefärbt, später deutlich rot, bevor sie schwarz werden, wenn die Milben nicht mehr vor Ort sind. Während einer Vegetationszeit bilden sich mehrere Generationen. Im Spätsommer wandern die Milben in die neuen Knospen zum Überwintern ein. Bei einem geringen Befall reduziert das Entfernen der jungen befallenen Blätter die nächsten Generationen. Bei starkem Pockenmilbenbefall können für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Gallmilben (verschiedene Rapsölprodukte) beim Austrieb im Frühjahr eingesetzt werden.

Blasen an den Blättern des Pfirsich

Viele Pfirsichbäume zeigen im Frühjahr stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen dick, sind fleischfarbig bis dunkelrot eingefärbt und werden brüchig. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Durch die geringere Fotosyntheseleistung über die Jahre wird die Pflanze geschwächt und kann die Früchte nicht mehr richtig ernähren. Sie fallen zum Teil auch ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit. Gegen diesen Pilz lässt sich nur bei Knospenschwellen angehen. Die Pilzsporen werden bei feuchter Witterung zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Problematisch ist nur, dass man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen denkt und das Knospenschwellen sehr witterungsabhängig ist. Sind die Symptome sichtbar, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern.

Mehr Wissenswertes zu den oben genannten Schadbildern finden Sie auch in unseren Infoschriften: