Gartentipp
Heilige für den Garten?
14. Mai 2018

Jedes Jahr wird man auf’ s Neue mit den „Eisheiligen“ konfrontiert. Vor allem ältere Freizeitgärtner wissen warum Mitte Mai ein besonderes Datum für den Garten ist. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie geben Auskunft.

Warme Temperaturen im April und Anfang Mai lassen die „Eisheiligen“ in Vergessenheit geraten. Wärmeliebende Pflanzen stehen schon lange auf den Beeten.

Was sind die „Eisheiligen“?

In der Zeit von 11. bis 15. Mai haben die Tage besondere Namen. Nach den Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia sind sie benannt. Es waren Bischöfe oder Märtyrer im vierten und fünften Jahrhundert. Den Abschluss bildet die „Kalte Sophie“ wie der letzte Tag genannt wird. Langjährige Wetterbeobachtungen hatten gezeigt, dass bis Mitte Mai immer wieder mit Kälte und Nachtfrost gerechnet werden musste. So sind dann Bauernregeln entstanden, die die Tage Mitte Mai in den Fokus rückten. Allerdings wurde damals eine andere Zeitrechnung einbezogen. Eigentlich müssten die Eisheiligen erst um den 20. Mai liegen.

„Eisheilige“ und der Garten

Für Freizeitgärtner bleibt immer wieder die Frage, ob der Garten schon vor der „Kalten Sophie“ mit Tomaten, Zucchini, Kürbis, Bohne und Co. bestückt wird. Dies alles sind wärmeliebende Pflanzen, die bei kalten Temperaturen nachts um plus zwei Grad Celsius schon erhebliche Schäden aufweisen können. Ein Nachtfrost wäre tödlich. Oft ist der Gartenboden jedoch schon vorher gut erwärmt, da in den letzten Jahren Mitte April und Anfang Mai höhere Temperaturen vorherrschten. Also gute Voraussetzungen für ein zügiges Keimen der Bohnen und Anwachsen von Tomaten und Zucchini.
Abhilfe und Vorbeugung gegen Kälteschäden bietet das Vlies. Dieses feine Gewebe dient zum Verfrühen und Verlängern der Vegetationszeit im Garten. Außerdem schützt es vor allem über Nacht die empfindlichen Pflanzen vor tiefen Temperaturen.
Auch viele klassische Beet- und Balkonpflanzen vertragen keine Kälte. Dazu gehören Begonie und Petunie. Bei Frostgefahr werden die Blumen ebenfalls mit Vlies oder einer leichten Decke abgedeckt.
Im Gegensatz zu Beetbepflanzungen lassen sich Pflanzen in Gefäßen bei Kälteeinbruch auch an geschützte Stellen an oder im Haus bringen.

Es ist noch nicht zu spät

Wer schon neidisch auf die Tomaten, Bohnen und Zucchini im Nachbargarten geschaut hat, muss sich nicht grämen. Schließlich wurden ja die „Eisheiligen“ abgewartet. So ist auch nach dem 20. Mai noch ausreichend Zeit zum Pflanzen. Meist wachsen und keimen sie dann zügiger. Besonders Basilikum benötigt gleichbleibende Wärme. Sonst reagiert es schnell mit Gelbfärbung der Blätter und deren Abfallen sowie mit Wurzelkrankheiten. Für den Süßkartoffelanbau sollten Sie sowieso bis Ende Mai oder Anfang Juni warten.
Verstärkt durch den Klimawandel kann es Ende Mai und im Juni trotzdem noch zu empfindlich kalten Temperaturen für Pflanzen kommen, die „Schafskälte“. Bleiben wir wachsam.