Gartentipp
Zarte Säckchen, nicht nur für Schmuck
30. Juli 2018

Die Trauben der Hausreben hängen üppig am Stock. Blaue Sorten färben schon um. „Es wird Zeit Schädlingen vorzubeugen“, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Es wäre schade, wenn die Ernte anderen zu Gute kommt und nicht einem selbst. Abhilfe können kleine Säckchen leisten, wie sie auch für Schmuck oder Geschenke eingesetzt werden.

Schädlinge finden Trauben attraktiv

Reife Früchte werden von Vögeln gerne gefressen. Sie zupfen sich die ganzen Einzelbeeren ab. Etwas kleiner sind dann Wespen. Sie beißen die Beeren an und fressen Stück für Stück. Bedingt durch den Schaden in der Fruchthaut und dem Austreten von Traubensaft werden andere Insekten wie Bienen, Schmeiß- und Fruchtfliegen angelockt. Sie tummeln sich an den reifen Früchten und können Schaderreger wie Fäulnis und Schimmel begünstigen. Ein noch kleinerer Schädling ist die Kirschessigfliege. Seit ein paar Jahren tritt sie verstärkt auf. Sie schädigt fast reife, noch völlig intakte Früchte indem das Weibchen mehrere Eier unter die Fruchthaut legt. Von außen sieht die Frucht zunächst noch normal aus. In der Beere entwickeln sich kleine Maden, die das Fruchtfleisch von innen auffressen. Dadurch entstehen kleine Dellen. Später fallen die Früchte weiter ein und aus den Einstichstellen tritt Saft aus, was das Auftreten von Schimmelpilzen und Essigbakterien begünstigt. Außerdem lockt es weitere Schädlinge an.

Vorbeugung hilft

Da eigentlich jedes Jahr wieder die gleichen Schädlinge auftauchen, ist die Vorbeugung besonders wichtig. Netze eignen sich zur Abwehr gut, da stetiger Luftaustausch gewährleitet ist. Pilzliche Schaderreger haben somit wenig Chance sich auszubreiten. Je größer die tierischen Schaderreger, umso gröber können die Maschen von Netzen sein. Während gegen Vögel Vogelschutznetze ausreichen, braucht man für Wespen schon feinere Gemüsefliegennetze. Noch kleiner sind Kirschessigfliegen. Als Schutz vor ihnen haben sich Organza-Säckchen bewährt, wie sie auch als Geschenkbeutelchen z.B. für Schmuck verwendet werden können. Dieser sehr feine Stoff hält selbst die winzigen Fliegen ab, bietet aber noch ausreichend Durchlüftung.
Meist reichen Beutel der Größe 20 x 30 Zentimeter. Sehr großfruchtige Tafeltraubensorten benötigen manchmal größere Abmessungen. Die Beutel werden über die Trauben gestülpt und mit einem Satinbändchen zugezogen. So gelangt kein Tier mehr hinein. Kontrollieren Sie vor dem Schließen die Früchte auf Schädigungen und entfernen Sie diese gegebenenfalls. Bei verschiedenen Internetanbietern und im Gartenfachhandel werden die Beutel mittlerweile sogar als „Traubenschutzbeutel“ angeboten. Sie bieten einen ausreichenden Schutz vor Vögeln, Wespen, der winzigen Kirschessigfliege und anderen Insekten. Zusätzlich sind die Trauben auch vor Regen geschützt, denn die Tropfen perlen bei dem feinen Gewebe ab, so dass die Früchte trocken bleiben. Der Befall mit Grauschimmel/Botrytis wird verringert oder unterbleibt ganz.
Die Beutel gibt es in verschiedenen Farben, so dass je nach Belieben der Garten „dekoriert“ werden kann. Zur Ernte schneidet man dann wohlgereifte, süße Trauben mitsamt der „Verpackung“ ab: zum Vorschein kommt dann ein vollreifes gesundes Exklusiv- und Luxusprodukt.
Auch bei anderen Obstsorten lassen sich die Organza-Beutel einsetzen, wenn die Früchte halbwegs beieinander sitzen wie bei Himbeere, Heidelbeere oder Brombeere. Selbst einzelne Äpfel oder Pfirsiche lassen sich mit den Säckchen schützen, die mehrere Jahre halten und einsatzfähig sind und somit mehrfachen Nutzen bringen.